Ein Pastoraltheologe verlangt das Frauenpriestertum und Priester im „Nebenamt“. Gegenüber dem Internetportal „Kirche und Leben" sagte Prof. Matthias Sellmann (Universität Bochum), es gebe drei Priestertypen: einen liturgisch geprägten Typus, den gemeindeorientierten Priester und den volkskirchlich motivierten Typus, der die Kirche als geistliche Autorität hochhalte. Alle drei Priestertypen bereiten unzureichend auf die Wirklichkeit großer Seelsorgeeinheiten vor. Es brauche eine fundierte Vorbereitung: „An Pfarreimanagement kommt ein Priester heute nicht mehr vorbei.“ Wer eine priesterliche Kirche erhalten wolle, müsse die Zugänge zum Priesteramt erweitern. Neben den bisher nicht berechtigten Frauen könnten auch Spätberufene mit größerer biografischer Reife und Priester im Nebenamt neue Formen priesterlicher Präsenz eröffnen. Zudem könne an verheiratete Männer und Frauen gedacht werden. (kap u. kna v. 4. 3.)
Ein Pfarrer schlägt Priesteramt als „Ehrenamt“ neben dem Beruf vor. Hartmut Niehues, Pfarrer im westfälischen Ibbenbüren, schlägt vor, dass Priester ihren Lebensunterhalt außerhalb der Kirche verdienen. Durch dieses neue Modell bekäme auch das Amt wieder mehr Glaubwürdigkeit: „Ein Priester könnte einer Erwerbstätigkeit außerhalb der Kirche nachgehen, um – mit einem möglichst geringen Zeitaufwand – wie jeder andere seine Brötchen zu verdienen, und dann mit dem Rest seiner Zeit für den Dienst als Priester in seiner Pfarrei zur Verfügung stehen." sagte der ehemalige Regens des Münsteraner Priesterseminars im Interview mit dem Internetportal „Kirche und Leben". Schließlich habe es schon immer auch Priester gegeben, die auch als Lehrer oder Therapeuten gearbeitet hätten. Die Kirche brauche eine „sehr grundlegende Erneuerung". Erforderlich sei ein Bewusstseinswandel: Die Kirche sei kein „Seelsorgekonzern", sondern man sei mit allen Getauften und über alle Berufsgruppen hinweg gemeinsam als Volk Gottes unterwegs. (domradio.de v. 5. 3.)
Die Katholische Aktion Österreichs fordert Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche. „Wir dürfen nicht aufhören zu kämpfen, bis eine echte Gleichstellung erreicht ist", forderte Katharina Renner, Vizepräsidentin der KAÖ, in einer Aussendung anlässlich des Weltfrauentages (8. März). Schließlich widerspreche „jede Form der Über- und Unterordnung der Geschlechter (...) dem biblischen Bild, dass der Mensch ein Ebenbild Gottes ist." Die Kirche sollte zum „Motor weltweiter Geschlechtergerechtigkeit" werden. Der Frauentag solle „eine Mahnung und Aufforderung zum Weiterkämpfen sein: Für die Gleichberechtigung von Frauen in allen Lebensbereichen, für die absolute Gleichstellung und gegen jede Form der Gewalt an Frauen." (kap v. 6. 3.)
Ein Liturgie-Experte ist für eine Änderung der Form des Priesteramtes. Der Erfurter Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann meint: Wenn die Leitung der Eucharistie weiterhin an eine bestimmte Form des Priesteramts gebunden bleibe, werde sich das Problem des Priestermangels nicht lösen lassen. Die Fixierung auf die Eucharistiefeier habe dazu geführt, dass andere liturgische Formen in den Hintergrund getreten seien, was eine problematische Verengung bedeute. Statt des Kommunionempfangs solle daher die Heilige Schrift stärker in den Mittelpunkt rücken. Weltweit lebten zahlreiche Gemeinden durch Wortgottesdienste, Bibelteilen oder die „Lectio divina“. Daher müsse die Kirchenleitung den Mut haben, die entsprechenden Voraussetzungen für den Wert dieser Gottesdienste zu schaffen. Leider hänge vieles in der Kirche an der Frage des Zugangs zum Priesteramt. (kath.ch. v. 8. 3.)
Ein Vatikandokument erkennt Frauenfrage als „dringlich“ an. Der Vatikan hat einen Bericht veröffentlicht („Teilhabe der Frauen am Leben und an der Führung der Kirche"), in der die Klärung der Frauenfrage in der römisch-katholischen Kirche als „dringlich“ beschrieben wird. Die Studie war während der Weltsynode (2023/2024) von Papst Franziskus bei einer Studiengruppe unter der Oberhoheit des Glaubensdikasteriums in Auftrag gegeben worden. Der vom Generalsekretariat der Synode veröffentlichte 74seitige Bericht stellt fest, dass es ein „spezifisches Unbehagen unter vielen Frauen bezüglich ihrer Teilhabe am Leben ihrer Gemeinden" gebe. Dies habe zu Folgendem geführt: „Eine wachsende Zahl von Frauen jeder Altersgruppe und in unterschiedlichen Teilen der Welt fühlen sich im Haus des Herrn nicht mehr zuhause - bis hin zu dem Punkt, dass sie es vollständig verlassen." Die Studiengruppe empfiehlt daher, „anzuerkennen, dass die ‚Frauenfrage' ein Zeichen der Zeit ist in dem Sinne, dass der Heilige Geist dadurch spricht". Deshalb sei auf allen Ebenen der Kirche eine veränderte Mentalität notwendig. Ohne konkrete Empfehlungen zu geben, stellt man fest, dass es in der Bibel und in der Kirchengeschichte zahlreiche Frauen gab und gibt, die Macht in der Kirche ausgeübt haben. „Es ist wichtig, erneut zu betonen, dass die bloße Tatsache, eine Frau zu sein, Frauen nicht daran hindert, Führungsaufgaben in der Kirche zu übernehmen…" Insgesamt waren im Zuge der Weltsynode zur Synodalität 15 Studiengruppen eingerichtet worden, die Abschlussberichte erarbeiten sollten. (kap v. 10. 3.)
Der Wiener Erzbischof plädiert für veränderungsbereite Kirche. Dies sagte Josef Grünwidl in seiner Mess-Predigt im Rahmen der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz im Bildungshaus „Haus der Frauen" im oststeirischen St. Johann bei Herberstein. Dass es im Leben der Kirche Regeln, Gebote und Vorschriften braucht, sei unbestritten. Doch sie dürften nicht Selbstzweck werden und sie dienten nicht einer bloßen Reglementierung, sondern dem „Heil der Seelen". Er denke in diesem Zusammenhang etwa an geschiedene Wiederverheiratete oder an Partnerschaften, die nicht dem Ideal des römisch-katholischen Eherechts entsprechen. Es gehe doch darum, „mit dem konkreten Menschen seine Lebens- und Glaubenssituation zu besprechen und eine pastorale Lösung zu finden, die weiterhilft und heilt". Er ging auch auf das neue vatikanische Dokument über die „Teilhabe der Frauen am Leben und an der Führung der Kirche" ein und erinnerte an die großen Frauengestalten der Bibel und an das Verhalten Jesu, der Frauen gegenüber nicht den damals üblichen patriarchalen Umgangsformen entsprochen habe: „Unsere Kirche wird jesuanischer und evangeliumsgemäßer, wenn wir synodal - gemeinsam auf dem Weg - sind, mehr auf die Stimmen der Frauen hören und sie in Entscheidungsprozesse einbeziehen." Freilich müssten dafür kirchliche Vorschriften und jahrhundertealte Traditionen geändert werden. Aber: „Was vom Heiligen Geist kommt, kann das Kirchenrecht nicht aufhalten." (kap v. 11. 3.; vn v. 12. 3.)
Der Stuttgarter Stadtdekan spricht sich gegen den Zölibat aus. Christian Hermes dazu: „Der Zölibat ist kein göttliches Gesetz, kein Dogma, sondern ein einfaches Kirchengesetz, das wir leicht ändern können", sagte er im SWR-Videopodcast „Zur Sache intensiv". Er sprach auch von einer „ungesunden, langen religiösen Tradition, Sexualität als etwas Böses" zu begreifen: „Wir haben nichts verloren in den Schlafzimmern der Leute, wir sind eine Religionsgemeinschaft und keine voyeuristische Schnüffeltruppe." Zu sexualisierter Gewalt und Missbrauch in der Kirche urteilte er: „Wenn einer Glaubensgemeinschaft nicht mehr geglaubt wird, dann ist sie in ihrer Existenz bedroht." Vertrauen könne nur durch Offenheit und Ehrlichkeit neu wachsen. „Wir sind mitten in einem radikalen Veränderungsprozess…." (domradio. v. 12. 3.)
Nach einer Katechetin und Weltsynoden-Teilnehmerin sollte schon jetzt in den Ortskirchen die Gleichberechtigung von Frauen umgesetzt werden. Die römisch-katholische Kirche muss „hartnäckig" an der Gleichberechtigung von Frauen weiterarbeiten. Dazu ruft Helena Jeppesen-Spuhler in einer Reaktion auf die neue Vatikanstudie zur Frauenfrage auf. Es sind konkrete Schritte in der Ortskirchen umzusetzen, damit „Frauen mehr Raum, mehr Entscheidungsverantwortung und Sichtbarkeit bekommen", sagte sie im Online-Portal „kath.ch". Frauen in Leitungsämter zu berufen, sei ein „wichtiger Schritt", reiche aber nicht aus. „Die Zulassung zu allen Weiheämtern bleibt ein wichtiges Thema." Der kürzlich veröffentlichte Schlussbericht der während der Weltsynode (2023/2024) von Papst Franziskus eingesetzten Studiengruppe zeige, „dass die ‚Frauenfrage' in der Kirche dringend ist". Als nächste Schritte zur Teilhabe von Frauen wünsche sie sich „weltweites Vorangehen, Umsetzung von allem, was kirchenrechtlich schon möglich ist, kreative Vernetzung und weiterhin mutigen Widerstand". Zum Zugang von Frauen zum Diakonat sagt sie zu „kath.ch“: „Der Bericht der Kommission für das Diakonat hat festgestellt, dass die Frage offen bleibe". Die Schweizerin gehört auch einer vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) eingerichteten Task-Force für Synodalität in der Kirche an. (kap v. 12. 3.; vn v. 14. 3.)
Viele kirchliche Vereine und Reformgruppen kritisieren den Vatikanischen Bericht zur Frauenfrage. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken sagt der Nachrichtenagentur KNA: „Einmal mehr können wir wahrnehmen, dass in der Frauenfrage Mut und Geduld gleichzeitig erwartet werden. […] Was der Kommission zu fehlen scheint, das ist der Mut, aus der Bestandsaufnahme Schlussfolgerungen zu ziehen. Wie viele Kommissionen bedarf es noch? Es ist fünf nach zwölf." Die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Ulrike Göken-Huismann urgierte namens der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands: „Wir fordern nun den Vatikan auf, sich jetzt - und zwar in diesem Jahr - mit den Ergebnissen auseinanderzusetzen und entsprechende Änderungen im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit anzustoßen". Konkret nannte sie die Predigterlaubnis für Nicht-Geweihte sowie die Zulassung von Frauen zum Diakonat. Für die Österreich- und Deutschland-Zweige der Reformgruppierung „Wir sind Kirche“ „ist und bleibt [es] höchst enttäuschend, dass immer noch an den traditionellen männerdominierten, sakramental überhöhten Machtstrukturen festgehalten und Frauen weiterhin der Zugang zu Weihen verwehrt wird." Die Berufung von Frauen in Führungspositionen der römischen Kurie unter Papst Franziskus und Papst Leo XIV. solle als Modell dienen, in den Ortskirchen Frauen in Leitungsverantwortung und verbindliche Entscheidungsprozesse einzubinden. „kirchenreform.at", der Zusammenschluss österreichischer Kirchenreformgruppen „Wir sind Kirche", „Pfarrerinitiative", „Priester ohne Amt" und „Laien-Initiative" schrieb in einer Reaktion auf die neue Studie. „Obwohl dieser Bericht viel Positives enthält, verdienen die Frauen der katholischen Kirche mehr" und forderten in einer gemeinsamen Aussendung erneut die Öffnung der Weiheämter für Frauen. In der vom Vatikan veröffentlichten Studie wird die Klärung der Frauenfrage in der römisch-katholischen Kirche als „dringlich“ beschrieben. (kap v. 12. 3.)
Ein Theologe sieht einen „Ordinationsmangel“ statt einem Priestermangel. Der Münsteraner Fundamentaltheologe und Religionsphilosoph Bernhard Nitsche schrieb auf dem theologischen Portal feinschwarz.net: Die Debatte um Dienste und Ämter in der Kirche werde leider „von der Verteidigung der historisch gewachsenen Zulassungsbedingungen zur Ordination für eine auserwählte Kleriker-Klasse" geleitet. Dadurch, dass für das Presbyteramt nur ehelos lebende Männer und für das Diakonenamt nur Männer zugelassen seien, entstehe ein „massiver und selbstschädigender Ordinationsmangel zu Lasten lebensfähiger und eucharistiewilliger Gemeinden". Diesem Dilemma liegt laut Nitsche ein fragwürdiges Amtsverständnis zugrunde. Schließlich kenne das Christentum kein Kultpriestertum, das die Menschen in über- und untergeordnete Kategorien einteilt: „In diesem Sinne sind alle Christ:innen der Gemeinde eine heilige Priesterschaft, die in ihrem christusgemäßen Lebensvollzug Gottes Zuwendung zu den Menschen bezeugen und in gottgemäßen Ebenbildhandlungen vergegenwärtigen soll." Daher treffe der „Reichtum von ca. 1,4 Mrd. Priester:innen in der römisch-katholischen Kirche auf einen eklatanten Ordinationsmangel", der durch die Zulassungsbedingungen zur Weihe erzeugt werde. Angesichts des gemeinsamen Priestertums aller Gläubigen hält Nitsche den zumeist verwendeten Begriff des „Priesters" für das Weiheamt für ungeeignet. Der Begriff „Presbyter" bringe deutlicher zum Ausdruck: „Nicht die Kirche als solche, aber der amtliche Dienst in der Kirche, differenziert in Diakonat, Presbyterat und Episkopat stellt eine in sich hierarchisch strukturierte Gemeinschaft dar." Diese Menschen sollten geweiht, um zu sichern, dass vor allem die Grundvollzüge der Kirche (Leiturgia, Martyria und Diakonia) gelebt würden - sonst wäre die Kirche keine Kirche mehr. (domradio. v. 13. 3.)
Eine Papstberaterin verlangt, dass die Kirche Macht teilen muss. Dazu hat die italienische Ordensfrau und Theologin Linda Pocher in einem Vortrag zum Thema „Macht in der synodalen Kirche - Risiken und Chancen" in Innsbruck aufgerufen. Macht ist im Dienst der Gemeinschaft zu gestalten. Der weltweite synodale Reformprozess habe Macht, Verantwortung, Teilhabe und Kontrollmechanismen kritisch in den Blick genommen. Leider ist es noch oft üblich, wenn Machtmissbrauch benannt wird, dass dies als Mangel an Glauben oder Angriff auf die kirchliche Einheit interpretiert wird. Entscheidend sei nicht, ob Macht existiere, sondern wie mit ihr umgegangen werde. Als Orientierung verwies die Theologin auf die biblische Tradition und das Verständnis Jesu. Dieser habe Macht nicht als Herrschaft, sondern als Dienst verstanden. Im Zentrum des Neuen Testaments stehe die Würde des Menschen, „die gegen jede Form des Machtmissbrauchs zu schützen ist“. Das Schlussdokument der Weltsynode zur Synodalität betone stärker als bisher Transparenz, Rechenschaft und gemeinsame Verantwortung. Synodalität bedeute eine wirkliche Teilhabe des ganzen Gottesvolkes an kirchlichen Entscheidungsprozessen. Am Ende gehe es darum, dass kirchliche Gemeinschaften zu Orten werden, „in denen Frauen und Männer sich nicht als Unterworfene oder Kontrolleure begegnen, sondern als Freundinnen und Freunde, als Weggefährten". Die Don Bosco Schwester lehrt in Rom Christologie und Mariologie an der Päpstlichen Fakultät für Erziehungswissenschaften Auxilium. (kap v. 13. 3.)
Antwerpens Bischof will bis 2028 Verheiratete zu Priestern weihen. Inmitten Reformdebatte der römisch-katholischen Kirche hat ein Vorstoß des belgischen Bischofs Johan Bonny internationale Aufmerksamkeit erregt. In einem Hirtenbrief kündigte er an, „alles daran zu setzen", um bis 2028 Weihen von geeigneten verheirateten Männern vorzunehmen. Die theologische und pastorale Vorbereitung der Kandidaten werde transparent, aber diskret erfolgen - fernab vom Rampenlicht der Medien. Er wolle die nächsten beiden Jahre für die notwendige Abstimmungen mit der Belgischen Bischofskonferenz und dem Vatikan nutzen. „Die Frage ist nicht mehr, ob die Kirche verheiratete Männer zu Priestern weihen kann, sondern wann sie dies tun wird und wer es tun wird", so Bonny. Der Konsens in dieser Frage sei nahezu einhellig. Jede Verzögerung wirke wie eine Ausrede. Es gebe ja schon zahlreiche verheiratete Priester aus den katholischen Ostkirchen. Hinzu kämen jene, die aus anderen christlichen Konfessionen konvertiert seien. Ein solcher Schritt entspreche auch den bisherigen Ergebnissen der von Papst Franziskus angestoßenen Weltsynode. (kap u. kna v. 20. 3.)
Ein Linzer Liturgiewissenschaftler ortet einen Reformbedarf in der Liturgiesprache. Prof. Predrag Bukovec von der Katholischen Privatuniversität Linz betonte gegenüber Kathpress: Liturgiesprache müsse so angelegt sein, dass sie allen Gläubigen gleichermaßen eine „tätige Teilnahme" am Gottesdienstgeschehen ermögliche. Zum Thema „Die Liturgiesprache. Ein Komplex von Herausforderungen" organisierte Bukovec mit einem Uni-Kollegen eine internationale Fachtagung. Für viele Menschen erschwere dies die sehr voraussetzungsreiche Liturgiesprache. Die Gottesdienstformen hätten sich stark ausdifferenziert. „Und diese Erkenntnis ist ein Zeichen der Zeit und sollte letztlich auch zu mehr Vielfalt und Lebensnähe in den liturgischen Texten führen." Die Schwierigkeit dabei ist, dass die Liturgiesprache immer eine „Gratwanderung zwischen Lebenswelt und Ritualkontext [… sei. Aber] wenn man gar keinen Zugang mehr findet zum Gottesdienstgeschehen, […] dann wird Liturgie ihrem Grundanliegen nicht mehr gerecht." Es soll als Revision des Messbuches ein neues, sprachlich leicht überarbeitetes deutsches Messbuch erscheinen. Unter der Federführung des Österreichischen Liturgischen Instituts werden auch die Texte für Segensfeiern überarbeitet. (kap v. 27. 3.)
Bischof Erwin Kräutler will nicht, „dass die Indios ihre Kultur aufgeben müssen, wenn sie sagen, ich werde Christ“. In einem Podcast erklärt er: Misson und „Inkulturation verlangt, dass ich von ihren Erfahrungen und ihrer Kultur ausgehe und ihnen meine Vision vorstelle, aber nicht eine Vision gegen ihre Kultur. Da ist absolut kein Zwang dahinter, dass ich zu mir sage, ich müsse sie jetzt bekehren. Ich verwende das Wort überhaupt nicht. […] Es geht also nicht um ein Überstülpen ihrer Kultur, sondern es geht darum, unsere Glaubensauffassung vorzustellen als etwas, das bereichert und nicht ersetzt. Das nenne ich Inkulturation.“ (kath.ch v. 31. 3.)