Hoffnungszeichen Mai 2026 - Ökumene

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Christen von sechs verschiedenen Konfessionen haben in Dubai um Frieden gebetet. Die Initiative zu dem Gebet in der römisch-katholischen Marienkirche ging von dem ökumenischen Verbund „Gulf Churches Fellowship“ aus. Die Teilnehmenden sprachen gemeinsam das Nizäische Glaubensbekenntnis und rezitierten Gebete aus verschiedenen christlichen Traditionen. Der Apostolische Vikar für Südarabien, Bischof Paolo Martinelli, bedankte sich bei den Behörden des Emirats für ihre Unterstützung. (fides u. vn v. 1. 5.)

Der koptische Papst feierte mit Kardinal Christoph Schönborn in Wien eine Festmesse. Einer der Höhepunkte des Papstoralbesuchs von Tawadros II. in Österreich war ein Festgottesdienst in der Wiener koptischen Kirche „Maria vom Siege", wie „Pro Oriente" mitteilte. Auch der armenisch-apostolische Bischof Tiran Petrosyan und der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin nahmen an der ökumenischen Liturgie teil. Anlass der Festmesse war das 10. Jubiläum der Übertragung der Kirche „Maria vom Siege“ an die koptische Kirche. Patriarch Tawadros bedankte sich für das Kirchengeschenk. Die Koptisch-orthodoxe Kirche zählt weltweit ca. elf Millionen Gläubige. Die überwiegende Mehrheit lebt in ihrer angestammten Heimat Ägypten. Koptisch-orthodoxe Gemeinden in Österreich gibt es auch in Graz, Bruck an der Mur, Klagenfurt und Linz. (kap v. 5. 5.)

Die Kirchen Kärntens laden zum ersten ökumenischen „SeelsorgerInnentag" ein. Die Stärkung und Förderung des Ehrenamtes in Pfarrgemeinden steht im Mittelpunkt im Stift St. Georgen am Längsee. Die evangelische Superintendentin Andrea Mattioli und der römisch-katholische Bischofsvikar Engelbert Guggenberger weisen auf die Aktualität des Themas hin. Barbara Velik-Frank, Bischöfliche Vikarin für Synodalität und Kirchenentwicklung, spricht zum Thema „Herausforderung Ehrenamt". Ein weiterer Impuls kommt von Peter Krömer, dem ehemaligen Präsidenten der Evangelischen Synode A.B. Es folgen Erfahrungsberichte zum Thema Ehrenamt von Superintendentialkuratorin Margarethe Prinz-Büchl (Evangelische Kirche Kärnten-Osttirol) und Pastoralkoordinatorin Edeltraud Tschauko-Huber (Pfarre Klagenfurt Don-Bosco). (kap v. 5. 5.)

Die Kirchen Indiens gründen neuen Dachverband. Die Gründung der Föderation der Kirchen in Indien (National Federation of Churches in India, NFCI) erfolge wegen der wachsenden Besorgnis über gewalttätige Angriffe auf Pastoren und Gläubige, wegen strenger Anti-Konversionsgesetze in mehreren indischen Bundesstaaten sowie Versuche, Kirchenbesitz durch Gesetzesänderungen einzuziehen, heißt es in einer Mitteilung. Kardinal Anthony Poola, der erste Vorsitzende, dazu: Die neue Föderation markiere einen „Meilenstein für die Ökumene" in Indien. Der Verband werde sich mit Angelegenheiten befassen, die Kirchen und die christliche Gemeinschaft im ganzen Land betreffen, und strebe eine sichtbare Einheit der Mitgliedskirchen an. An der Gründungsversammlung in Bengaluru im Bundesstaat Karnataka nahmen 45 Bischöfe und Delegierte christlicher Konfessionen teil. Die Föderation sei das erste ökumenische Forum dieser Art in Indien, das sich gegen die zunehmende Verfolgung von Christen einsetzt, sagte der Joseph D'Souza, anglikanischer Erzbischof der Good Shepard Church gegenüber „UCA News". Christen machen ca. als 2 Prozent der mehr als 1,4 Milliarden Einwohner Indiens aus. Ca. 80 Prozent sind Hindus. (kap u. vn v. 11. 5.)

Wiener Ökumene-Verantwortliche wollen ihre Vernetzung ausbauen. Gastgeber des zweiten österreichischen Vernetzungstreffens war Dechant Ferenc Simon, Wiener Diözesanbeauftragter für die christlich-jüdische Zusammenarbeit: Inhaltliche Impulse kamen u. a. von Oberrabbiner Jaron Engelmayer, der als positive Beispiele der Zusammenarbeit und gegenseitige Wertschätzung in Wien u. a. die Plattform der Religionen, den „Campus der Religionen" oder auch die „Wiener Erklärung" nannte. Im Jänner 2025 hatten Engelmayer, Kardinal Christoph Schönborn und Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, die Erklärung unterzeichnet. Im März 2026 wurde die Erklärung von Vertretern von bereits zehn Religionsgemeinschaften nochmals unterzeichnet. Darin halten sie fest, jede „Diskriminierung und Bedrohung religiösen Lebens" zu verurteilen. Sie verpflichten sich, das gegenseitige Verständnis in den Religionsgemeinschaften zu stärken. Man beabsichtigt, das Gremium künftig auch um Vertreterinnen und Vertreter der evangelischen und orthodoxen Kirchen zu erweitern. (kap v. 12. 5.)

Der Vatikan gratuliert dem neuem Katholikos-Patriarchen von Georgien. Kardinal Kurt Koch, Leiter des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, gratulierte in einer Grußbotschaft Patriarch Schio III, dem neuen Oberhaupt der Georgischen Orthodoxen Kirche. Er hoffe, dass der Dienst von Schio III. dazu beitrage, „die Einheit, die Nächstenliebe und den brüderlichen Dialog zwischen unseren Kirchen" zu stärken. Die Inthronisierung des neuen Patriarchen fand in der Swetizchoweli-Kathedrale in Mzcheta statt. (kap u. vn v. 12. 5.)

Papst Leo XIV. lobt den Dialog in einem Brief an den koptischen Papst. In dem Schreiben an Tawadros II. zum Tag der koptisch-katholischen Freundschaft bekennt er sich zum Miteinander der Christen. Die Kirchen seien dazu aufgerufen, gemeinsam „die göttliche Liebe zur ganzen Menschheit zu bezeugen“. Die Trennung zwischen Katholiken und Kopten führt der Papst auf „Jahrhunderte des Missverstehens“ zurück. Er lobt den theologischen Dialog zwischen beiden Seiten, der seit 2003 im Rahmen eines übergreifenden Dialogs zwischen Vatikan und orthodoxen Kirchen des Orients fortgeführt wird. Die dabei erstellten gemeinsamen Dokumente zeugten von „wachsendem theologischem Verständnis“. Er hoffe, Tawadros bald persönlich zu treffen. Als Patriarch von Alexandria gilt Tawadros, wie Leo XIV., als Nachfolger des Apostels Petrus und führt daher ebenfalls den Papst-Titel. (vn v. 15. 5.)

Beim ökumenischem Bauernkrieg-Gedenken gedachte man auch der eigenen Fehler. Der Linzer Bischof Manfred Scheuer hat dabei den „Mut zum Frieden" betont. Die sogenannte „Communale" widmete sich dem Thema „400 Jahre Bauernkrieg in Oberösterreich". In seiner Predigt beim Gottesdienst im Lembach gemeinsam mit dem evangelischen Superintendenten Gerold Lehner betonte er die Mitverantwortung aller für ein friedliches Zusammenleben. Friede brauche den Mut, „aufeinander zuzugehen, alte Konflikte zu überwinden, eigene Fehler und Anteile einzugestehen.“ Der Krieg endete mit einer schmerzlichen Niederlage der Bauern. Doch der Konflikt schwelte weiter. „Es wurde dann ein Religionskonflikt, bei dem freilich immer auch soziale, politische und wirtschaftliche Fragen mit hineinspielten.", so Scheuer. (kap v. 17. 5.)

Immer mehr ökumenischer Religionsunterricht in Wien. In mittlerweile mehr als 160 Klassen an Pflicht- und höheren Schulen werden römisch-katholische, evangelische und orthodoxe Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet. Das bestätigte Andrea Pinz, Leiterin des Erzbischöflichen Amts für Schule und Bildung in Wien, im Ö1-Morgenjournal. Aktuell haben knapp 39 Prozent der Pflichtschüler ein islamisches Religionsbekenntnis (Tendenz steigend), rund 36 Prozent sind christlich (Tendenz sinkend). (www.p-udo-ja v. 17. 5.)

Für den Erzbischof sowie den Metropoliten von Wien baut die Ökumene auf Vertrauen auf. Metropolit Arsenios (Kardamakis) hat dieser Tage dem Wiener Erzbischof Josef Grünwidl seinen offiziellen Antrittsbesuch abgestattet. Beide hoben gegenüber Kathpress die Bedeutung des vertrauensvollen persönlichen Umgangs miteinander hervor als Voraussetzung für eine tragfähige ökumenische Basis. Die guten persönlichen Beziehungen hätten in Österreich bereits eine jahrzehntelange Geschichte, so Metropolit Arsenios. Er kenne Erzbischof Grünwidl schon länger und habe ihn schon als Pfarrer, Bischofsvikar und Diözesanadministrator als sehr aufgeschlossen erlebt: „Ohne die katholische Kirche hätten wir nicht so viele Gemeinden." Und das betreffe nicht nur die Griechen, sondern auch andere orthodoxe Kirchen. Erzbischof Grünwidl sagte, Er sei sehr dankbar, „dass ich als neuer Erzbischof in Wien wirklich auf ein sehr gutes ökumenisches Miteinander aufbauen kann. […] Wir dürfen uns nicht mehr in Katholiken, Orthodoxe oder Evangelische auseinanderdividieren lassen." Es brauche noch mehr Zusammenarbeit, gerade auch in gesellschaftspolitischen Fragen, wo die Kirchen mit einer Stimme auftreten müssen, um in der Gesellschaft wahrgenommen zu werden. An der Begegnung im Erzbischöflichen Palais nahm auch der Wiener Ostkirchen- und Ökumene-Experte Prof. Rudolf Prokschi teil, der meinte: Er sei überzeugt, dass es zwischen Orthodoxer und Katholischer Kirche zwar durchaus zahlreiche Unterschiede gibt, in der Glaubenssubstanz bzw. der kirchlichen Verfasstheit aber keine kirchentrennenden Gründe zu finden seien. (kap v. 18. 5.)

Vom Burgenland nach Kreta wurde eine ökumenische Pilgerreise organisiert. Geleitet wurde sie vom Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics, dem griechisch-orthodoxen Metropoliten von Austria, Arsenios (Kardamakis), und dem evangelischen Alt-Superintendenten Manfred Koch. Die Pilgerfahrt soll laut Diözese Eisenstadt Kreta als Schnittpunkt von Glaube, Geschichte und europäischer Frühkultur erfahrbar machen. Zu den spirituellen Höhepunkten d zählen etwa Besuch bedeutender orthodoxer Klöster wie Agios Georgios Epanosifis, Panagia Kera, Toplou, Arkadi und Panagia Kalyviani. Am Sonntag stand die Teilnahme an der Prozession der orthodoxen Gemeinde in Heraklion zur Verehrung des heiligen Titus am Programm, des Schutzpatrons und ersten Bischofs der Insel sowie Weggefährten des Apostels Paulus. Der Diözesanbischof, der Metropolit und der Superintendent waren eingeladen, gemeinsam mit dem orthodoxen Erzbischof von Kreta, Eugenios II., die Prozession anzuführen. (kap v. 18. 5.)

Papst Leo XIV. hält eine Generalaudienz gemeinsam mit dem Armenier-Katholikos. Als ökumenisches Zeichen hat er die Generalaudienz gemeinsam mit Aram I. gehalten, dem armenisch-apostolischen Katholikos von Kilikien. Der in Beirut (Libanon) ansässige und für sein weltweites ökumenisches Engagement sowie seinen Einsatz für die armenische Diaspora bekannte Katholikos saß während der Zeremonie auf dem Petersplatz neben dem Papst. In einer Begrüßung erinnerte der Papst an die geführten Dialoge zur Überwindung theologischer Meinungsverschiedenheiten mit dem Ziel einer vollen kirchlichen Gemeinschaft. Bei der Generalaudienz waren auch zahlreiche Bischöfe und Geistliche der armenisch-apostolischen Kirche anwesend. Begegnungen gab es unter anderem auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und dem Leiter der vatikanischen Ökumene-Behörde, Kardinal Kurt Koch. Vorher sprach der Katholikos in einem Vortrag im Päpstlichen Orientalischen Institut über die Lage der Kirchen im Nahen Osten. Angesichts der anhaltenden Abwanderung von Christen aus der Region bräuchten die Kirchen eine gemeinsame Strategie und eine „gemeinsame Vision". Die armenisch-apostolische Kirche ist eine der ältesten orientalischen Kirchen. Neben dem in Beirut residierenden Katholikos, gibt es mit Karekin II. Nersissian einen zweiten Katholikos, der in Etschmiadsin (Armenien) residiert. (kap u. vn v. 20. 5.)

Die „Lange Nacht der Kirchen" bot viele Einblicke in orthodoxe Kirchen. Die Besucherinnen und Besucher haben das Angebot der orthodoxen Kirchen in Österreich ausgiebig genützt. Ein volles Gotteshaus gab es etwa in der griechisch-orthodoxen Dreifaltigkeitskathedrale in Wien. Archimandrit Athanasius Buk gab dem Publikum Einblicke in die Orthodoxe Kirche und die griechische Gemeinde vor Ort. Das Programm in der rumänisch-orthodoxen Antoniuspfarre im 15. Bezirk stand vor allem im Zeichen der Jugend. Pfarrer Ioan Moga hatte zahlreiche Jugendliche eingeladen, über ihre Sicht von Glauben, Kirche und Identität zu sprechen. Ein buntes Programm gab es auch in der russisch-orthodoxen Nikolauskathedrale, der rumänisch-orthodoxen Andreas-Kirche in Wien-Simmering und der rumänisch-orthodoxe Kapelle in der Löwelstraße. Gleiches galt für die serbisch-orthodoxen Kirchen in Wien und weitere Kirchengemeinden in ganz Österreich. Auch einige orientalisch-orthodoxe Kirchen beteiligten sich wieder an der „Langen Nacht". Ein umfangreiches Programm bot etwa die Armenisch-apostolische St. Hripsime-Kirche in Wien mit Liturgien und armenischer Musik. (kap v. 30. 5.)