Die Diözese Kärnten organisierte eine ökumenische Maturawallfahrt. Mehr als 600 Maturantinnen und Maturanten der Allgemeinbildenden und Berufsbildenden Höheren Schulen in Kärnten haben an der traditionellen Maturawallfahrt nach Maria Saal teilgenommen. Begleitet wurden sie von ihren Lehrkräften; der ökumenische Wortgottesdienst wurde vom Kärntner Diözesanbischof Josef Marketz sowie von Superintendent Manfred Sauer geleitet. Marketz meinte, der feste Grund des Lebens sei nicht Wissen allein, „sondern gelebter Glaube, gelebte Werte, Vertrauen - in Gott, in andere, in sich selbst". Superintendent Sauer sagte, es gehe „um ein Zusammenleben, bei dem unser Tun und Handeln von der Liebe Gottes inspiriert und unsere Entscheidungen bei Gottes Wort Orientierung suchen". Die Schule könne somit zu einem Ort von Reich Gottes-Erfahrungen werden. (kap v. 3. 10.)
Kurien-Kardinal Kurt Koch gratuliert dem ersten weiblichen anglikanischen Oberhaupt. Sarah Mullally, die bisherige Bischöfin von London, war von König Charles III. zur 106. Erzbischöfin von Canterbury – und damit zum Primas – ernannt worden. 33 Jahre dauerte es, bis eine Frau nun die oberste Stufe der Karriereleiter in der Kirche von England erklommen hat. Im November 1992 beschloss die Generalsynode die Zulassung von Frauen zum Priesteramt. Die Herausforderungen, vor denen die Kirche von England und die Anglikanische Gemeinschaft derzeit stünden, seien beträchtlich, so Koch. „Ich bete darum, dass der Herr Sie mit allen Gaben segnen möge, die Sie für das sehr anspruchsvolle Amt benötigen, zu dem Sie nun berufen wurden, und Sie dazu befähigen möge, ein Instrument der Gemeinschaft und Einheit für die Gläubigen zu sein, denen Sie dienen werden. […] Trotz gelegentlicher Spannungen wurde dieses Bemühen um eine tiefere Gemeinschaft durch die herzlichen Beziehungen zwischen den Hirten unserer beiden Gemeinschaften unterstützt“, so der Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen. (vn [=Vatcan News] v. 3. 10.; kath.ch u. kna v. 4. 10.)
Über eine ökumenische Begegnung des Wiener Cartellverbands mit der Orthodoxen Kirche. Die Begegnung in der rumänisch-orthodoxen Pfarre in Wien-Simmering stand im Zeichen guter ökumenischer Beziehungen und gegen jegliche politische Instrumentalisierung von Religion, wie Matthias Tschirf, der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände, gegenüber Kathpress sagte. Der orthodoxe Bischofsvikar und Gastgeber Nicolae Dura zeigte sich im Gespräch besorgt über die zunehmenden gesellschaftlichen Spannungen und die Instrumentalisierung von Kirchen und Religion. Umso notwendiger sei u.a. auch das Wissen um Kirche und Religion und auch die ökumenische Begegnung und Zusammenarbeit. Er würdigte die gelebte Ökumene in Österreich und plädierte eindringlich dafür, sich auf das Gemeinsame zu konzentrieren und nicht auf das Trennende. „Bauen wir weiterhin Brücken zueinander", so sein Appell. (kap v. 8. 10.)
In Oslo traf man sich zu einem ökumenischen Friedensgebet. Einen dringenden Appell an die Internationale Gemeinschaft zur Unterstützung der Ukraine hat der Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk in Oslo aufgerufen. Unter anderem traf er den römisch-katholischen Bischof Fredrik Hansen und den früheren langjährigen Weltkirchenrats-Generalsekretär Olav Fykse Tveit, nunmehr Vorsitzender und Erzbischof der Norwegischen Kirche. Er dankte der norwegischen Kirche für ihre Gastfreundschaft für rund 100.000 ukrainische Geflüchtete. (kap v. 21. 10.)
Papst Leo XIV. und König Charles III. sind nun offiziell „Brüder“. Während der Vatikan-Visite des britischen Königs verliehen sich beide gegenseitig den Titel „Confrater“. Leo XIV. ist nun Päpstlicher Mitbruder der Sankt-Georgs-Kapelle in Windsor Castle. Der britische Monarch, weltliches Oberhaupt der anglikanischen Church of England, ist Königlicher Konfrater in der Päpstlichen Basilika Sankt Paul vor den Mauern. Die neu erdachten Ehrentitel sollen ein Zeichen der Annäherung zwischen der römisch-katholischen und der anglikanischen Kirche sein. Bei der feierlichen Verleihung des Titels nahm Charles auch einen eigenen Stuhl in Besitz. Das hölzerne Sitzmöbel trägt das Wappen des Monarchs und bleibt als Teil des Chorgestühls der Kirche zur zukünftigen Nutzung durch den König und seine Nachfolger erhalten. (kap u. vn u. viele Medien v. 23. 10.)
In Münster fand ein ökumenisches Friedensgespräch zur Ukraine statt. Trotz aller Vermittlungsversuche sehen Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche und Zivilgesellschaft derzeit keine Voraussetzungen für Frieden und Versöhnung. Für den Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz steht fest: Solange es keine Kraft gibt, die den russischen Aggressor bewegt, sich vom Kampffeld zurückzuziehen, haben Frieden und Versöhnung keine Chance. Der ukrainische Menschenrechtler Myroslav Marynovych glaubt, dass Putin die Zurückhaltung und Deeskalation Europas als Aufmunterung zu weiterer Gewalt interpretiere. Landesbischof Friedrich Kramer, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland, teilte die politischen Einschätzungen. Christen müssten einen weiten Horizont aufmachen und Hoffnung auf Frieden, Wahrheit und Versöhnung wachhalten. (vn u. kna v. 24. 10.)
Der assyrische Patriarch Mar Awa III. wurde von Papst Leo XIV. empfangen. Dabei hat der Papst die Bedeutung des theologischen Dialogs zwischen der römisch-katholischen Kirche und der Assyrischen Kirche des Ostens betont. Nun sei es an der Zeit, ein Modell voller kirchlicher Gemeinschaft zu entwickeln, das vom ersten Jahrtausend inspiriert und „zugleich mit den Herausforderungen unserer Zeit in Einklang" stehe, so der Papst. An der Audienz nahmen auch Mitglieder der gemeinsamen Kommission für den theologischen Dialog beider Kirchen teil, berichtete „Vatican News". Die Methodik des Dialogs beruhe auf der 1994 unterzeichneten „Gemeinsamen Erklärung zur Christologie" zwischen Papst Johannes Paul II. (1978-2005) und dem damaligen Katholikos-Patriarchen Mar Dinka IV. (1976-2015), erinnerte der Papst. Eine Einheit dürfe nicht durch Überordnung oder Assimilation entsehen. Als zentralen Weg dorthin bezeichnete Leo XIV. die Synodalität. Der synodale Weg der römisch-katholischen Kirche müsse ökumenisch sein, ebenso wie der ökumenische Weg synodal sei. Das Ziel sei, „gemeinsam am selben Altar" zu feiern, „teilhabend an demselben Leib und Blut unseres Erlösers". Die Assyrische Kirche des Ostens geht auf die Kirche im alten Perserreich in Mesopotamien zurück. Heute zählt die eigenständige Kirche weltweit rund 400.000 Gläubige, von denen ein Teil in den Ländern des Nahen Ostens lebt (v. a. Iran, Irak, Syrien, Libanon), ein beträchtlicher Teil auch in Europa, Nordamerika, Australien und Indien. Der Patriarch hat seinen Sitz im nordirakischen Erbil. In Österreich hat die Assyrische Kirche des Ostens den Status einer staatlich eingetragenen religiösen Bekenntnisgemeinschaft. (kap v. 27.10)
In Wien fand ein internationales Symposium anlässlich 500 Jahre Täuferbewegung statt. Unter dem Motto „Gegen den Strom" diskutierten Expertinnen und Experten aus fünf Ländern im Curhaus am Stephansplatz über die Entstehung dieser Bewegung, die sich damals gegen die Staatskirche stellte. Die Staatskirche habe sich laut der Täufer unter der Herrschaft des Antichristen und deren Kleriker unter dem Einfluss Satans befunden. Die Täufer waren im 16. Jahrhundert Teil des reformatorischen Aufbruchs. Sie bildeten neben den Lutheranern und Reformierten den dritten Flügel der Reformation. Die Taufe unmündiger Kinder lehnten die Täufer ab. Von ihren Gegnern wurden sie bald negativ als „Wiedertäufer" bezeichnet. Ausgehend von der Schweiz verbreitete sich die Bewegung trotzdem über ganz Europa, schon nach kurzer Zeit auch in Österreich und in Mähren. Einer der ersten Protagonisten in Wien war Balthasar Hubmaier, einst römisch-katholischer Priester und einer der bedeutendsten Theologen der Täuferbewegung. Er wurde 1528 in Wien hingerichtet. Die südmährische Grafschaft Nikolsburg war eines der wenigen Refugien für viele tausend Täufer, die aus ganz Österreich dorthin flohen und täuferische Gütergemeinschaften, die Hutterischen „Bruderhöfe“, gründeten. Die Täufer wurden hier nach Jakob Hutter, der 1536 in Innsbruck hingerichtet wurde, „Hutterer“ genannt. Unter Kaiser Ferdinand II. mussten sie schließlich 1625 entweder zur römisch-katholischen Kirche konvertieren oder auswandern. Viele wanderten aus, zogen weiter bis nach Russland, viele emigrierten später in die USA, nach Kanada oder Paraguay. Unter den Vortragenden befanden sich etwa Martin Rothkegel, Professor für Kirchengeschichte der Theologischen Hochschule Elstal/Deutschland, Jana Valtrová, Professorin für Religionswissenschaften an der Masaryk Universität in Brünn/Tschechien, Emmy Maendel, Archivarin des historischen Archivs der Bruderhofgemeinschaft vom Bruderhof New York/USA sowie Reinhold Eichinger, Gründungsmitglied der Freikirchen in Österreich. Rothkegel zeichnete die kritische Haltung der Täufer gegenüber der Staatskirche nach. Jana Valtrová präsentierte gemeinsam mit Andrea Tpánková von der Masaryk Universität Brünn die Entwicklung der Täufersiedlungen in Südmähren. Für eine „gesunde Erinnerungskultur" plädierte Eichinger, u.a. Obmann des Hutterischen Geschichtsvereins. Er verwies auf Gedenktafeln und historische Stätten, die an die Täuferbewegung erinnern, darunter Balthasar Hubmaier am Stubentor in Wien und die Galeere auf der Burgruine Falkenstein, wo 1540 Täufer zur Zwangsarbeit verurteilt wurden. (kap v. 28.10)
Große Weltkirchenrat-Konferenz endet mit Einheitsaufruf an die Christenheit. Mit diesem Aufruf ist die sechste Weltkonferenz für „Glaube und Kirchenverfassung" der „Faith and Order"-Kommission des Weltkirchenrates (ÖRK) in El Natrun (Ägypten) zu Ende gegangen. Auf diesem „andauernden Weg" gelte es, gemeinsam zu lernen, „unseren Glauben, unsere Hoffnung und unsere Liebe zu leben und Gerechtigkeit, Versöhnung und Einheit zu praktizieren", heißt es in einem „Aufruf an alle Christen". 400 führende Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kirchen nahmen von 24. bis 28. Oktober an der Versammlung aus Anlass des 1.700-Jahr-Jubiläums des Konzils von Nicäa teil. ÖRK-Generalsekretär Jerry Pillay sagte: „Ökumene muss bis in die Kirchenbänke vordringen." Patriarch Tawadros II. von der Koptisch-orthodoxen Kirche, die erstmals Gastgeber der Weltkonferenz war, bekräftigte: Nur der Dialog könne zur Einheit führen. In einem gemeinsamen Aufruf bekräftigte die Weltkonferenz: Einheit sei mehr als Übereinstimmung, sondern Gemeinschaft: „Verwurzelt in der Taufe, zum Ausdruck gebracht im gemeinsamen Gebet, wird Einheit sichtbar, wenn wir zusammenleben und uns auf die gemeinsame Feier der Eucharistie und die Anerkennung der Ämter der anderen zubewegen." Thema der Weltkonferenz waren auch Fragen der Dekolonisierung. „Mission [muss] in unserer Zeit von Buße und einer Neuausrichtung auf Dekolonialisierung und Gerechtigkeit, Versöhnung und Einheit geprägt sein." Dem ÖRK gehören rund 350 evangelische, orthodoxe, anglikanische, altkatholische und altorientalische Kirchen an. In der „Faith and Order"-Kommission ist die römisch-katholische Kirche seit 1968 ein Vollmitglied. (kap u. vn v. 29.10)