Blumen gegen das Vergessen

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Auch 426 Jahre nach seiner Verbrennung legen Menschen am römischen Denkmal von Giordano Bruno Blumen nieder. Einen Kranz der Kirche sucht man vergeblich.

Der Campo de´ Fiori im Herzen Roms gehört zu den schönsten Plätzen der Ewigen Stadt. Tag für Tag genießen hier Menschen das bunte Markttreiben, lassen sich in einem der zahlreichen Cafès einen Drink schmecken oder erfreuen sich an der blühenden Pracht der üppigen Blumenstände, die dem Namen des Platzes alle Ehre machen. Eher selten widmet jemand seine Aufmerksamkeit dem großen, düster wirkenden Denkmal in der Mitte des Platzes.

Von dort oben wacht Giordano Bruno über das Geschehen am Campo de´ Fiori. Und erfuhr heute, am 17.2.2026, die Ehre zahlreicher Blumengaben. Immer wieder kamen Menschen vorbei, legten Blumen nieder, sogar ein paar Kränze wurden gebracht, jemand stellte ein Transparent auf. Offensichtlich gibt es 426 Jahre nach Giordano Brunos Hinrichtung immer noch Menschen und Organisationen, denen sein Schicksal nahe geht und die es nicht vergessen wollen.

Wie schön wäre es, wenn auch eine offizielle Blumengabe der katholischen Kirche dabei wäre! Immerhin hat Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 offiziell anerkannt, dass die Hinrichtung Giordano Brunos ein Unrecht war und diese Hinrichtung war ja aufgrund eines Urteils der Römischen Inquisition erfolgt. Da tut es nichts zur Sache, dass gewisse Inhalte von Brunos Theologie und Philosophie nach wie vor strittig sind: Es wäre einfach ein großes Zeichen, würde sich am Jahrestag seiner Hinrichtung bei seinem Denkmal auch ein Kranz oder Blumengruß des Papstes finden.

Harald Prinz