Die älteste Schilderung des letzten Abendmahls finden wir bei Paulus.
"Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt."
Der Auftrag an die beim Abendmahl Anwesenden, der hier an die Gemeinde von Korinth weitergereicht wird, gilt in weiterer Folge wohl allen, die als Christinnen und Christen in der Spur Jesu leben wollen: "es" zu Seinem Gedächtnis zu tun. Worauf es dabei ankommt, ist nach Paulus in drei Worte zu fassen: Dankgebet, Erinnerung, Verkündigung.
Paulus verliert kein Wort über eine Zelebrationsrichtung oder ein Messformular, über einen priesterlichen Vorsitz oder sonstiges Reglement. Auch die Evangelien deuten solche Forderungen nicht an.
Es könnte so einfach sein. So Jesus.
Roman Fürst / Zeichnung: Waltraud Kim