Zurück nach vorn!

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Ein persönlicher Rückblick auf das Jubiläumstreffen zur Ersten Europäischen Frauensynode von Martha Heizer

Das Jubiläumstreffen zur Ersten Europäischen Frauensynode im Juli 2026 in Gmunden bewegt mich sehr. So viele Erinnerungen werden wach.

Damals vor 30 Jahren, vom 21. bis zum 28. Juli 1996, waren über 1000 Frauen aus 45 Ländern zur bislang größten ökumenischen und internationalen Frauenversammlung in Gmunden (Oberösterreich) zusammengekommen. Die Initiatorinnen von damals beschrieben das so: „Damit haben religiös und feministisch interessierte Frauen neue Maßstäbe gesetzt und als unabhängige ökumenische Frauenbewegung ein starkes Lebenszeichen gesetzt. Was in vielen europäischen Ländern von Spanien bis zur Ukraine, von Schweden bis Italien längst begonnen hatte, nämlich dass Frauen sich nicht länger mit dem Gegebenen abfinden und aktiv an kirchlichen und gesellschaftlichen Veränderungen mitarbeiten, wurde auf der Synode vernetzt, gebündelt und mit Nachdruck sichtbar gemacht.“ Es gab Hauptreferate zu den vier synodalen Schwerpunktthemen Politik (Eva Kreisky), Ökonomie (Ina Prätorius), Spiritualität (Anna Karin Hammar) und Identität (Mary C. Grey), sowie jede Menge höchst spannender Arbeitskreise, ein breit gefächertes internationales Kulturprogramm und liturgische Vielfalt.

Wir waren damals dabei. Und haben jetzt viele unserer damaligen Freundinnen und Mitstreiterinnen wiedergesehen. Nach wir vor ist unsere Bewunderung für die damaligen Organisatorinnen groß, die diese Riesen-Veranstaltung ohne entsprechende Mittel auf die Beine gestellt haben. Wie viel Mut und Einsatzbereitschaft waren dafür erforderlich!

Eine Zeitlang hat die Frauensynoden-Bewegung noch kraftvoll weitergelebt (in der Schweiz und in den Niederlanden lebt sie noch immer). Es gab eine zweite österreichische Synode in Alpbach und dann die Zweite Europäische Frauensynode 2003 in Barcelona. Und es gab die intensive Vorbereitung für eine Dritte Europäische Frauensynode zum Thema „Frauengesundheit“ in Leipzig, die wegen der Weltwirtschaftskrise 2007 bis 2009 leider nicht stattfinden konnte. Bei dieser geplanten Synode war ich selbst im Vorbereitungsteam und erinnere mich heute immer noch der vielen Arbeit und der großen Enttäuschung, dass angesichts der wirtschaftlichen Situation keine Geldgeber*innen für unsere Frauensynode aufgetrieben werden konnten.

Im Vergleich zur ersten Europäischen Frauensynode sind wir heute alle dreißig Jahre älter. Dementsprechend war die Stimmung auf der Jubiläumstagung ruhiger, natürlich auch schon allein deswegen, weil wir diesmal nicht 1000, sondern nur 70 Frauen waren. Wildheit und Kampfbereitschaft sind einer anhaltenden Stetigkeit gewichen. Manchen Frauen haben wir auch die Enttäuschungen der vergangenen Jahre angemerkt. Und trotzdem war die Lust auf ein Wiederaufflammen der Frauensynoden-Glut deutlich spürbar. Wer weiß, vielleicht hat sich beim Jubiläum schon eine neue Gruppe gebildet, die die nächste Europäische Frauensynode in Angriff nehmen will und den Spirit von damals für die Zukunft neu entfacht ….

Martha Heizer, 29.7.2026