Am Freitag, 16. 10. 2026 um 18 Uhr widmen die österreichischen Kirchenreformbewegungen die diesjährige TROMPETE VON JERICHO der Ebenbürtigkeit von Frauen und Männern und betonen diese im Hinblick auf die kirchlichen Ämter. Als Preisträgerinnen werden Sr. Philippa Rath OSB von der Hildegard-Abtei in Rüdesheim-Eibingen und eine Gruppe von neun Theologiestudentinnen der Universität Freiburg im Breisgau ausgezeichnet.
Sr. Philippa Rath setzt sich seit Jahren entschieden dafür ein, dass die kirchlichen Weiheämter für Frauen geöffnet werden. Ihre Bücher „>... weil Gott es so will“<. Frauen erzählen von ihrer Berufung zur Diakonin und Priesterin“ (Herder 2022) und „Frauen ins Amt. Männer der Kirche solidarisieren sich“ (gem. mit Burkhard Hose, Herder 2022) haben der „Frauenfrage“ in der Kirche viel Zuwendung beschert. Auch im Synodalen Weg und im Zentralkomitee der deutschen Katholik:innen setzt sich Sr. Philippa für die Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche ein. Die Laudatio hält P. Andreas Batlogg SJ (Deutschland), der schon die Laudatio für die frühere Preisträgerin Doris Reisinger (2021) hielt.
Die Gruppe der Theologiestudentinnen der Universität Freiburg im Breisgau wiederum hat sich im Frühjahr 2025 offiziell um Aufnahme ins dortige Priesterseminar beworben. Medienwirksam machten sie damit öffentlich, dass sie sich zum Priestertum berufen fühlen und in der katholischen Kirche Priesterinnen werden wollen. Ihre offizielle Bewerbung ins Priesterseminar und die folgende Ablehnung ihrer Bewerbung fanden ein großes mediales Echo. Die Laudatio für die neun Theologiestudentinnen, von denen mehrere anwesend sein werden, hält Monika Schmid (Schweiz), die im Vorjahr selbst Preisträgerin der „Trompete von Jericho“ war.
Auch die KIRCHENVOLKSKONFERENZ am Samstag, 17. 10. 2026, die von der Pfarrer-Initiative ausgerichtet wird, ist der Ämterfrage gewidmet. Die ungelösten Probleme bezüglich des Ausschlusses der Frauen vom Priesteramt und auch bezüglich des Pflichtzölibates sind nur zwei Aspekte, durch die die derzeitige Form des Priesteramtes immer mehr unter Druck kommt. Auch die monarchische Konzentration aller Vollmachten in einer Person erscheint vielen nicht mehr zeitgemäß und lebbar.
Wegen des großen Mangels an nachrückenden Priestern werden nun zunehmend priesterliche Dienste ausgegliedert und nicht-geweihten Getauften übertragen, - notlösungsartig und ohne angemessene theologische Reflexion. Es ist an der Zeit, das kirchliche Amt neu zu denken und zu gestalten: von den Gemeinden her, aus der Taufberufung entwickelt und synodal ausgerichtet.
Verantwortlich zeichnet Helmut Schüller (Pfarrer in Probstdorf und Sprecher der Pfarrer-Initiative); Hauptreferent ist Thomas Ruster (emeritierter Professor für Systematische Theologie an der TU Dortmund), der vor einigen Jahren dem Thema sein Werk "Balance of Powers. Für eine Neugestaltung des kirchlichen Amtes" gewidmet hat. Ko-Referate kommen von Renate Bachinger (Seelsorgerin in der oö. Pfarrgemeinde Eberschwang), Brigitte Knell (langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin in einer Wiener Pfarre), Harald Prinz (Vertreter der gastgebenden Pfarrgemeinde) und Hans-Peter Premur (Pfarrer in Krumpendorf, Hochschulseelsorger und Bischofsvikar sowie Vorstandsmitglied der Pfarrer-Initiative). Auf dem Programm stehen auch Gesprächskreise und ein abschließender Gottesdienst.