In den St. Pöltner Priesterstudientagen anlässlich des kommenden Reformationsgedenkjahres 2017 standen die Reformation in Österreich, die evangelische Kirche sowie deren Spiritualität im Zentrum:

Die römisch-katholische Kirche kann von der evangelischen Kirche viel lernen, sagte sinngemäß der St. Pöltner Weihbischof Anton Leichtfried auf den Priesterstudientagen, die am 24. Februar im Bildungshaus St. Hippolyt zu Ende gegangen sind. Es tue der römisch-katholischen Kirche gut, sich mit den evangelischen Kernthemen wie Gnade, Glaube, Christus, Bibel und persönliche Entscheidung zu beschäftigen, betonte der in St. Pölten für die Priesterfortbildung zuständige Weihbischof. Aufgrund der gemeinsamen spirituellen Wurzeln sollten römisch-katholische Priester viele evangelische Traditionen entdecken, vor allem in der Fastenzeit und bei Meditationen. Der Bischof begrüßte es, dass in den letzten 50 Jahren das Gemeinsame vor dem Trennenden in den Mittelpunkt gestellt worden sei. Referenten der Tagung waren die Theologen Josef Freitag (Erfurt), Sven Grosse (Basel) und der Kirchenhistoriker Thomas Prügl (Wien) (www.katholisch.at vom 25. 2.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • In Deutschland ist am 26. Juli erstmals eine christlich-muslimische Kindertagesstätte (Kita) eröffnet worden. Sie hat in Gifhorn (Niedersachsen) unter dem Namen „Abrahams Kinder“ als Träger die römisch-katholische Gemeinde Sankt Altfrid, die evangelische Dachstiftung Diakonie und die deutsch-türkische Moscheegemeinde Ditib. Die Einrichtung soll zur Begegnung der beiden Kulturen beitragen. Die Mitinitiatorin, Schwester Mary Prema Pierick, ist die Generaloberin der Missionarinnen der Nächstenliebe in Kalkutta und hält fest: Die Einrichtung soll zur Begegnung der beiden Kulturen beitragen, aber „keine Bibel-Koran-Schule“ sein. Unter den jetzigen Anmeldungen ist das Verhältnis von Christen und Muslimen in etwa ausgeglichen, auch konfessionslose Kinder sind dabei. Von den vier Erzieherinnen sind zwei christlich und zwei muslimisch. Das Essen in der Einrichtung wird halal-zertifiziert. (JA v. 5.8.)

     

  • Konfessionsverschiedene Ehepartner sollten bei der Eucharistie nicht getrennt werden, fordert der italienische Kardinal Francesco Coccopalmerio in einem Interview mit der Zeitung La Stampa. Nach Ansicht des ehemaligen Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte gibt es keine „berechtige Notwendigkeit“, nichtkatholische Ehepartner von der Kommunion auszuschließen. Der Kardinal reagiert damit auf eine Anfrage der deutschen Bischofskonferenz. Ein „delikates Problem“ sei, dass nach katholischer Lehre beim Sakramenten-Empfang eine Gnadenvermittlung erfolge. Dieser Aspekt müsse mit dem Prinzip der Kircheneinheit abgewogen werden, wobei nach Aussage Coccopalmieros gerade im Fall von Eheleuten der gemeinsame Empfang der Kommunion ein Hoffnungszeichen mit Blick auf eine Vereinigung der Kirchen sein könnte. Einzige Voraussetzung ist für den Kardinal, dass die Nicht-Katholiken glauben, „dass das Brot und der Wein im Eucharistiesakrament Leib und Blut Christi", also der ganze Jesus Christus sind. Die sogenannte „Transsubstantiation“ – die wesenhafte Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut – müsse hingegen nicht unbedingt geglaubt werden. (vn v. 2. 8.; JA v. 12. 8.)

     

  • In Österreich haben Spitzenvertreter der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche sowie der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Israelischen Kultusgemeinde eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der es heißt: „Es gehört untrennbar zu unserem Selbstverständnis als religiöse Menschen, Vertriebenen und Heimatlosen Trost und Hilfe zu geben.“ (KircheIn 08/2018)