Katholische Professoren pochen auf die Freiheit der wissenschaftlichen Theologie.

Der Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff und der Freiburger Fundamentaltheologe Magnus Striet wenden sich in der neuen Ausgabe der "Zeit"-Beilage "Christ und Welt" gegen Äußerungen des Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer, der eine stärkere Unterordnung der Theologie unter das Lehramt der Bischöfe gefordert hatte. Nach ihm habe das bischöfliche Lehramt darüber zu wachen, ob "eine bestimmte theologische Lehre noch mit der Lehre der Schrift und der Tradition übereinstimmt". Schockenhoff hingegen spricht der theologischen Wissenschaft ein eigenes Wärter-Amt zu: Sie könne "Fehlentwicklungen dieses Glaubens" identifizieren und neue Wege zu einem zeitgemäßen Glaubensverständnis aufzeigen. Der Dienst einer eigenständigen wissenschaftlichen Theologie, die "frei von fremder Einflussnahme arbeiten kann, [sei] für die Kirche selbst von unersetzbarem Wert". Der Fundamentaltheologe Striet erinnerte daran, dass das Lehramt immer wieder geirrt habe. Deshalb benötige es ein kritisches Gegenüber. Er verwies etwa auf den "theologischen Antijudaismus" und auf die "Verurteilung der Freiheitsrechte durch die Päpste des 19. Jahrhunderts [   ] Um arbeiten zu können, braucht die wissenschaftliche Theologie Freiheit.“ Sonst sei sie als Wissenschaft nicht ernst zu nehmen. "Und woher bezieht eigentlich das bischöfliche Lehramt seine Erkenntnisse, wenn nicht aus dem Ringen der Theologie?" fragte Striet. (KAP und KNA vom 3. 2.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der maronitische Patriarch des Libanon, Kardinal Boutros Bechara Rai, wird in den kommenden Wochen Saudi-Arabien besuchen. Dies bestätigt das maronitische Patriarchat. Der Besuch könnte, wie Bischofsvikar für Süd-Arabien Camillo Ballin hofft, „der Beginn einer neuen Haltung von Saudi-Arabien gegenüber anderen Religionen sein”. Zu dem Besuch wurde Kardinal Rai von Walid Bukhari von der saudischen Botschaft im Libanon eingeladen. Bei seinem Besuch in Saudi-Arabien soll Kardinal Rai nach Angaben von Bukhari auch König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman begegnen. (fides u. rv v. 3. 11. JA v. 12. 11.)

     

  • Der italienische Dogmatiker Giacomo Canobbio hat sich dafür ausgesprochen, erneut über die Zulassung verheirateter Männer zum Priesteramt in der römisch-katholischen Kirche nachzudenken. Die Zeit für eine solche Debatte sei „mehr als reif", sagte der 72-jährige langjährige Vorsitzende der Italienischen Theologenvereinigung der römischen Tageszeitung "Il Messaggero" am 2. November. Canobbio äußerte sich mit Blick auf die Weltbischofssynode für das Amazonasgebiet, die Papst Franziskus im Oktober 2019 einberufen will. Mit Blick auf die seelsorgliche Lage in der Urwaldregion macht sich der aus Österreich stammende emeritierte Amazonasbischof Erwin Kräutler seit Jahren dafür stark, priesterliche Aufgaben nicht an die Bedingung der Ehelosigkeit zu knüpfen. Canobbio sagte, Priesterdienst und Familienleben könnten nebeneinander bestehen. „Der Umstand, Frau oder Kinder zu haben, würde die Arbeit in der Pfarre in keiner Weise einschränken". So gebe es in Italien bei einer jahrhundertealten albanischen Minderheit auf Sizilien verheiratete katholische Priester. Die Frage sei dringlich, weil man für zahlreiche Priester mit illegitimen Beziehungen und Kindern „Klarheit schaffen" müsse. Angesichts des aktuellen Priestermangels könne die Weihezulassung für verheiratete Männer auch helfen, in entlegenen Orten die Seelsorge aufrechtzuerhalten. (kap v. 2. 11.)

     

  • Der Ökumenische orthodoxe Patriarch Bartholomaios I. hat sich bei einer Konferenz in Athen für die Verstärkung des interreligiösen Dialogs ausgesprochen. Das sei die Voraussetzung für die Wiederherstellung der friedlichen Koexistenz im Nahen Osten. (JA v. 12. 11.)

     

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