Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat am 7. Jänner das Berliner Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule (MILES) besucht.

In der Einrichtung des Lesben- und Schwulenverbands Berlin-Brandenburg (LSVD) informierte er sich gemeinsam mit der Berliner Caritasdirektorin Ulrike Kostka bei homosexuellen und transgeschlechtlichen Flüchtlingen über deren Erfahrungen mit Gewalt und Beleidigungen in Unterkünften und Behörden. Koch bezeichnete das Gespräch als "beeindruckend und bewegend". Er kündigte an, Politik und Kirche auf die besondere Problematik solcher Flüchtlinge hinzuweisen. Kostka sagte, die Caritas werde darauf drängen, dass Heimbetreiber und Sicherheitsfirmen auf die Probleme homosexueller und transgeschlechtlicher Flüchtlinge Rücksicht nehmen. LSVD-Vertreter dankten der Caritas für deren Flüchtlingshilfe. Bodo Mende vom LSVD-Landesvorstand kündigte an, der Verband wolle mit dem Erzbistum und der Caritas das Bündnis für die Flüchtlingshilfe ausbauen. Beim Schutz der Menschenwürde gebe es eine "klare Gemeinsamkeit" mit der Kirche. Das LSVD-Projekt MILES bietet gleichgeschlechtlich orientierten Flüchtlingen und ihren Angehörigen psychosoziale Beratung sowie für 50 besonders bedrohte Flüchtlinge Unterkünfte in Privatwohnungen. (redaktion.kathpress.at vom 12. 1; KNA v. 12. 1; www.erzbistumberlin.de vom 15. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • In Myanmar haben die christlichen Gemeinden zum ersten Mal seit 50 Jahren Weihnachten auf den Straßen der Metropole Rangun gefeiert. Mehrere Liturgien, Feste und Prozessionen fanden statt. Der Anteil der Christen in dem mehrheitlich buddhistischen Land beträgt knapp sechs Prozent. (JA v. 14. 1.)

     

  • Der Vatikan ehrt in diesem Jahr eine Theologin des 18. Jahrhunderts mit einer Briefmarke. Das geht aus dem Programm des vatikanischen Münz- und Markenamtes vom 2. Jänner hervor. Die Briefmarke bezieht sich auf den 300. Geburtstag der Italienerin Maria Gaetana Agnesi (1718-1799), die auch als Mathematikerin und Wohltäterin wirkte. Sie war die erste Frau, die ein Buch über Mathematik veröffentlichte. In ihrer Heimatstadt Mailand nahm sich die tiefgläubige Gelehrte unbemittelter kranker Frauen an und hielt öffentliche Unterweisungen in Katechismus. Ein Studium in Theologie absolvierte sie nie, doch suchten auch Kirchenmänner wie Kardinal Giuseppe Pozzobonelli ihren Rat in der Beurteilung religiöser Schriften. (vn v. 2. 1.)

     

  • In Augsburg hat am 4. Jänner die ökumenische Glaubenskonferenz „Mehr“ begonnen, organisiert vom „Gebethaus Augsburg“. Das Treffen charismatisch orientierter Christen (ca. 11.000) fand zum elften Mal statt. Auf dem Programm stand unter dem Motto „Open up the gates“ („Macht die Tore weit auf“) christlich motivierte Vorträge, Konzerte, Diskussionen, Gebete und Lobpreisungen. Aus Österreich nahmen u.a. Jugendbischof Stephan Turnovszky und Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner teil. Als Redner traten James Mallon, Leo Bigger und Vishal Mangalwadi auf. Mallon ist römisch-katholischer Pfarrer aus Halifax (Kanada). Der Zürcher Pastor Bigger leitet die sich überkonfessionell verstehende Megachurch International Christian Fellowship (ICF), die größte Freikirche in der Schweiz. Mangalwadi ist ein indischer Theologe. Das „Gebetshaus Augsburg“ ist laut Selbstdarstellung eine ökumenische Initiative junger Christen und gehört zur „Charismatischen Erneuerung der katholischen Kirche“. Die „Mehr“-Teilnehmer kamen aus 40 Ländern, zu 90 Prozent aus dem deutschen Sprachraum. Gut 60 Prozent waren katholisch, 35 Prozent je zur Hälfte Anhänger der evangelischen Landeskirchen und von Freikirchen, drei Prozent waren orthodox. (religion.ORF.at/KAP u. vn v. 5. 1.; JA v 14. 1.)

     

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