Katholische Professoren pochen auf die Freiheit der wissenschaftlichen Theologie

Der Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff und der Freiburger Fundamentaltheologe Magnus Striet wenden sich in der neuen Ausgabe der "Zeit"-Beilage "Christ und Welt" gegen Äußerungen des Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer, der eine stärkere Unterordnung der Theologie unter das Lehramt der Bischöfe gefordert hatte. Nach ihm habe das bischöfliche Lehramt darüber zu wachen, ob "eine bestimmte theologische Lehre noch mit der Lehre der Schrift und der Tradition übereinstimmt". Schockenhoff hingegen spricht der theologischen Wissenschaft ein eigenes Wärter-Amt zu: Sie könne "Fehlentwicklungen dieses Glaubens" identifizieren und neue Wege zu einem zeitgemäßen Glaubensverständnis aufzeigen. Der Dienst einer eigenständigen wissenschaftlichen Theologie, die "frei von fremder Einflussnahme arbeiten kann, [sei] für die Kirche selbst von unersetzbarem Wert". Der Fundamentaltheologe Striet erinnerte daran, dass das Lehramt immer wieder geirrt habe. Deshalb benötige es ein kritisches Gegenüber. Er verwies etwa auf den "theologischen Antijudaismus" und auf die "Verurteilung der Freiheitsrechte durch die Päpste des 19. Jahrhunderts [   ] Um arbeiten zu können, braucht die wissenschaftliche Theologie Freiheit.“ Sonst sei sie als Wissenschaft nicht ernst zu nehmen. "Und woher bezieht eigentlich das bischöfliche Lehramt seine Erkenntnisse, wenn nicht aus dem Ringen der Theologie?" fragte Striet. (KAP und KNA vom 3. 2.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Zum diesjährigen muslimischen Fastenmonat Ramadan wünscht der päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog im Namen des Papstes allen Muslimen „Gelassenheit, Freude und zahlreiche geistliche Gaben“. In der Glückwunschbotschaft wird auch daran erinnert, dass sich am 19. Mai 1964 Papst Paul VI. als erster Papst während zum Ende des Fastenmonats an die Muslime wandte. In der diesjährigen Botschaft aus dem Vatikan wird auf die Enzyklika ‚Laudato Si‘ Bezug genommen. Die Zerstörung der Umwelt sei ein Problem sei eine Herausforderung, die über die Religionszugehörigkeit hinausgehe. Der interreligiöse Dialog-Rat des Vatikan hoffe deshalb, dass Katholiken und Muslime gemeinsam für die Erhaltung der Schöpfung einstünden. Die Botschaft wurde vom Präsidenten des Rates, Kardinal Jean-Louis Tauran, und dem Ratssekretär Miguel Ángel Ayuso Guixot am 19. Mai unterzeichnet. (rv v. 2. 6.)

     

  • Aus Sicht des römisch-katholischen Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode muss über die Zulassungsbedingungen für Priester nachgedacht werden. „Die Frage der ‚viri probati‘, der bewährten Männer in Beruf und Familie, kann man ernsthaft prüfen“, sagte er im Interview der Osnabrücker Bistumszeitung „Kirchenbote“: Man müsse fragen, „ob Priesteramt und Zölibat immer miteinander verbunden sein müssen“. Die völlige Aufgabe der Pflicht zur Ehelosigkeit halte er aber für nicht sinnvoll, betonte Bode. Zur Weihe von Frauen meint er: „Wir sollten aber Frauen verstärkt in kirchliche Leitungspositionen bringen und über den Diakonat der Frau nachdenken.“ (kna u. rv v. 1. 6.)

     

  • An der Universität Salzburg ist am 1. Juni erstmals der Ökumene-Preis der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche verliehen worden. Er ging an die Initiative „Vernetzte Ökumene Wien West“ – die Dekanate 13 bis19. Eingereicht wurde das Projekt: „ ‚Tag des Judentums‘ in christlich-jüdischer Zusammenarbeit – Ein Leitfaden“ durch die Projektautorin Dr. Elisabeth Lutter. (JA v. 11. 6.)

     

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