In alle Ewigkeit

Gastkommentar von Dr. Thomas Plankensteiner, dem Gründungsvorsitzenden der Plattform "Wir sind Kirche", zur Exkommunikation von Martha u. Gert Heizer in der Tiroler Tageszeitung vom 30.05.2014

 

Seit einer Woche gibt es eine intensive Debatte über die Exkommunikation von Martha Heizer, die Vorsitzende der Plattform „Wir sind Kirche“ ist. Mir fällt in diesem Zusammenhang ein Gleichnis von Jesus ein.

In jener Zeit kamen Pharisäer zu Jesus und fragten ihn: „Rabbi! Hier ist eine Frau, die hat verbotenerweise ohne Priester in ihrem Haus Eucharistie gefeiert. Wir haben ein altes Gesetz und nach diesem dürfen nur Männer die Priesterweihe empfangen und Eucharistie feiern. Deswegen hat sie eine harte Strafe verdient. Was sagst du dazu?“

Die Pharisäer wollten ihm damit eine Falle stellen. Jesus antwortete mit einem Gleichnis: „In einem Land erließen die Herrscher ein Gesetz, das Frauen verbot, Kranken zu helfen. Über lange Zeit beschwerten sich Menschen darüber und beklagten, dass dieses Gesetz ungerecht sei und gegen die Menschenrechte verstoße. Die Herrscher aber blieben taub und bekräftigten das Gesetz, indem sie sagten, dass dieses in alle Ewigkeit gelten werde.

Da trat eine Frau auf, die sich mit diesem Unrecht nicht mehr abfinden konnte, und begann, Kranken zu helfen, wohl wissend, dass sie damit ein Gesetz übertritt. Ich frage euch nun: Wer hat die größere Schuld auf sich geladen? Jene Frau oder die Herrscher, die an einem ungerechten und unmenschlichen Gesetz festgehalten haben?“ Da schwiegen die Pharisäer und gingen mit betretenen Mienen davon.

 

t.plankensteiner@gmx.at

Dr. Thomas Plankensteiner war 1995

Initiator des Kirchenvolksbegehrens.

 

 

 

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