Die Welt braucht Frieden zwischen Muslimen und Christen!
„Plattform Christen und Muslime“ gegen Verfolgung und Ausgrenzung

18.12.2014

Die "Plattform Christen und Muslime" hat uns um die Veröffentlichung der folgenden Botschaft gebeten.

 

Solidarität mit den Opfern

Die „Plattform Christen und Muslime“ ist solidarisch mit den Protesten gegen die Verfolgung, Vertreibung und Ermordung von Christen in Regionen, die derzeit von radikalen Minderheiten, die den Islam für ihre Zwecke missbrauchen, unter Einsatz furchtbarer Gewalt beherrscht werden. Auch Muslime, Yesiden und viele andere sind Opfer der Radikalen. „Sie haben nicht das geringste Recht, Muslime vertreten zu wollen. So wie sie sich aufführen, pervertieren sie unsere Religion“ (Erklärung der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, August 2014).

 

Solche Verbrechen können durch die Berufung auf Religion nicht gerechtfertigt werden. „Denn der wahre Islam und eine angemessene Interpretation des Korans stehen jeder Gewalt entgegen“ (Papst Franziskus, „Evangelii Gaudium“ 2013, Nr. 253.)  „Die religiöse Rechtfertigung von innerem Zwang oder äußerer Gewalt stellt nach unserer Überzeugung einen Missbrauch des Gottesnamens und der Religion dar“ („Evangelische Christen und Muslime in Österreich“ 2011, Präambel).

 

Schluss mit dem generalisierenden Argwohn gegen Muslime

Muslime sind inzwischen ein selbstverständlicher Teil der Alltagsrealität in Österreich und Europa. Sie dürfen nicht verdächtigt werden, gefährlich und gewaltbereit zu sein, weil ihre Religion im nahöstlichen Bürgerkrieg missbraucht wird. Gefährlich für den Frieden sind vielmehr jene, die Fremden- und Islamfeindlichkeit schüren. Daher appelliert die „Plattform Christen und Muslime“, den mit uns lebenden Muslimen jenes selbstverständliche Grundvertrauen zu schenken, auf das alle Mitbürger ein Anrecht haben.

 

Einander kennenzulernen und mehr voneinander zu wissen, verhindert Missverständnisse und lässt Vorurteile nicht aufkommen. „Aus unserem christlichen Glauben heraus suchen wir die Begegnung mit Men­schen, die sich zum Islam bekennen, weil wir als Bürger/innen Österreichs jenes Mit­einander suchen, das dem Frieden und der guten Nachbarschaft dient“ („Evangelische Christen und Muslime in Österreich“ 2011, Präambel). Wo immer das auch im kleinen Wirkungskreis geschieht, ist ein Betrag zum Frieden gelungen.

 

Weihnachtsgruß  und Friedensappell

Unmittelbar vor dem Geburtsfest Jesu, den auch Muslime verehren, wendet sich die "Plattform Christen und Muslime" an die in Österreich lebenden Angehörigen der beiden großen Weltreligionen – im Wissen um die gemeinsame Sehnsucht der überwältigenden Mehrheit christlicher und muslimischer Österreicher und Österreicherinnen nach Frieden und Versöhnung in unserem Land und in der Welt. Wir appellieren an Christen und Muslime, sich solidarisch für den Frieden einzusetzen und erinnern an den Brief der 138 muslimischen Gelehrten an die Verantwort­lichen der christlichen Kirchen (2007):

 

„Muslime und Christen machen gemeinsam mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung aus. Ohne Frieden und Gerechtigkeit zwischen diesen beiden religiösen Gemeinschaften kann es keinen Frieden von Bedeutung auf der Welt geben. Die Zukunft dieser Welt hängt vom Frieden zwischen Muslimen und Christen ab.“

 

 

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