Anderes

Zahlreiche indonesische römisch-katholische Bischöfe haben eine Reihe von jüngsten Attacken muslimischer Extremisten gegen buddhistische Tempel verurteilt. Laut Berichten der Nachrichtenagentur Ucanews hatte sich die zerstörerische Wut aufgrund von Worten eines chinesischen Buddhisten aus der Stadt Tanjung (Bali) entzündet, der sich über die lauten Gebetsrufe der muslimischen Gemeinde beschwert habe. In den Übergriffen, die am 29. Und 30. Juli auf diese Äußerung folgten, seien rund zehn Tempel zerstört worden. Der Erzbischof von Jakarta und Vorsitzender der indonesischen Bischofskonferenz, Ignatius Suharyo, und weitere Bischöfe haben ihr tief empfundenes Bedauern über die Vorfälle ausgedrückt, die die traditionelle religiöse Harmonie in dem Land zerstörten. Suharyo forderte die Behörden dazu auf, die Schuldigen ihrer gerechten Strafe zuzuführen. (www.de.radiovaticana.va u. ucanews v. 2. 8.)

 

 

Mehr Schutz von Frauen vor Vergewaltigung fordert der Erzbischof von Delhi. Es sei nicht hinnehmbar, dass Frauen belästigt würden. Erzbischof Anil Joseph Thomas Couto bezeichnete die Zahl der Fälle in der indischen Hauptstadt als „alarmierend hoch“. Alle Regierungsebenen müssten zusammenarbeiten, „um Delhi für Frauen und Mädchen sicher zu machen“. Der Erzbischof reagierte auf die neueste Polizeistatistik über Vergewaltigungen in Delhi. Demnach wurden zwischen 2012 und 2015 täglich im Durchschnitt vier Frauen vergewaltigt. (www.de.radiovaticana.va u. ucan v. 10. 8.)

 

Die Bischöfe auf den Philippinen starten sie jetzt eine Protestkampagne gegen die außergerichtlichen Tötungen von Drogendealern. Mindestens 300 angebliche Dealer sind in den letzten Wochen von Sicherheitskräften auf offener Straße und ohne Gerichtsverfahren erschossen worden. Das liegt daran, dass sich der neuen Präsidenten Rodrigo Duterte als Sheriff inszeniert, der Korruption und Drogenhandel mit allen Mitteln ausmerzen will. Die Bischöfe auf den mehrheitlich römisch-katholischen Philippinen sind wegen des neuen Wildwest-Stils alarmiert. Eigentlich hatten die Bischöfe erst einmal abwarten wollen, ob Duterte nach seiner Amtseinführung nicht etwas besonnener auftreten würde als im Wahlkampf. Doch jetzt ist für sie offenbar das Maß voll. (www.de.radiovaticana.va v. 16. 8.)

 

Angesichts der jüngsten Unruhen in Äthiopien rufen die Kirchen des Landes sowie der Weltkirchenrat (ÖKR) zum friedlichen Dialog und zur Zurückhaltung auf allen Seiten auf. Man trauere um die Todesopfer und bedauere die Gewalt gegen Demonstranten in verschiedenen Teilen Äthiopiens, stellte Peter Prove, Direktor der Weltkirchenrats-Kommission für internationale Angelegenheiten, am 19. August fest. Er lud zum Gebet für die Menschen Äthiopiens ein, damit alle Seiten „für eine bessere Zukunft auf der Basis sozialer Gerechtigkeit und menschlicher Würde zusammenarbeiten“. Der äthiopisch-orthodoxe Patriarch Mathias I. hatte bereits unmittelbar nach Beginn der Unruhen zu einer friedlichen Lösung der Konflikte im Land aufgerufen. Nach Angaben des Pressediensts der Wiener Stiftung „Pro Oriente“ appellierte er an „Regierende und Protestierende“ in Äthiopien, sich für den Frieden im Land einzusetzen, um die politische Krise mit ihren sozialen und regionalpolitischen Ursachen zu überwinden. Auch die katholischen Bischöfe des Landes riefen zum friedlichen Dialog auf. (www.de.radiovaticana.va u. kap v. 20. 8.)

 

Der Vatikan hofft auf ein bessere Beziehungen zu China. Zwar gebe es noch zahlreiche Probleme wie auch die Möglichkeit weiterer „unterschiedlicher Positionen und Ausrichtungen“, sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bei einem Vortrag am 27. August im italienischen Pordenone. Ähnliche Probleme seien aber schon vor 70 Jahren erfolgreich gelöst worden. Ziel müsse sein, dass römisch-katholische Chinesen noch sichtbarer ihre Verbindung mit dem Papst zeigen dürfen und zugleich chinesische Staatsbürger bleiben. Der Heilige Stuhl strebe „neue und gute Beziehungen zu China, einschließlich diplomatischer Beziehungen“ an zum Wohl der Gläubigen, des ganzen chinesischen Volkes und der „Harmonie der gesamten Gesellschaft“, sagte Parolin. Die Verhandlungen würden von beiden Seiten mit „gutem Willen“ geführt. In China gibt es neben einer staatlich zugelassenen „Patriotischen Vereinigung der Katholiken Chinas“ auch Gemeinden, die an einer engen Verbindung mit dem Papst festhalten und staatlichen Sanktionen ausgesetzt sind. (www.de.radiovaticana.va u. kna v. 27. 8.)

 

Die Bischöfe Venezuelas bekräftigen das Demonstrationsrecht: Die Bürger Venezuelas haben das Recht, friedlich gegen die Regierung zu protestieren. Die Institutionen des Staates hätten die Aufgabe, legitime Meinungsäußerungen zu schützen, heißt es in einer Stellungnahme der Bischöfe. Gleichzeitig wenden sie sich an alle Gläubigen, alles für den Dialog zu tun. Venezuela leidet seit Monaten an einer Versorgungskrise. Die Opposition strengt ein Amtsenthebungsverfahren für Präsident Maduro an. (www.de.radiovaticana.va v. 30. 8.)

 

Der philippinische Kardinal Luis Antonio Tagle kritisiert das „straflose Massaker“ an Suchtkranken und Drogendealern im Land. „Wir müssen uns Sorgen machen über das, was auf den Straßen geschieht, aber auch über Schwangerschaftsabbrüche“, die ebenso „eine Form von Mord“ seien, sagte der Erzbischof von Manila im römisch-katholischen Radiosender Veritas. Der Präsident der philippinischen Bischofskonferenz, Socrates Villegas, hatte das blutige Vorgehen der Regierung und des Mobs im Kampf gegen Drogen bereits mehrmals verurteilt. Er appellierte an die „Menschlichkeit der Einsatzkräfte“. Mittlerweile sind Asianews zufolge seit dem Amtsantritt des radikalen Präsidenten Rodriguo Duterte bereits mehr als 2.000 Suchtkranke und mutmaßliche Rauschgifthändler der neuen Antidrogenpolitik zum Opfer gefallen. (www.de.radiovaticana.va u. asianews v. 31. 8.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die römisch-katholische Kirche in Russland kritisiert das Verbot der Zeugen Jehovas. Alle religiösen Gemeinschaften hätten ein Recht zu existieren, sagte der Generalsekretär der russischen Bischofskonferenz, Igor Kovalevsky, dem „Catholic News Service“. Zugleich äußerte er die Sorge, dass das Urteil auch neue Einschränkungen für die römisch-katholische Kirche bringen könnte. Die Regierung müsse den Bürgern versichern, „dass die Gewissensfreiheit bestehen bleibt“. (kna u. rv v. 1. 5.)

     

  • Papst Franziskus hat am 8. Mai den chassidischen Rabbiner Edgar Gluck (80) mit einer Delegation im Vatikan empfangen. Der 1936 in Hamburg geborene jüdische Gelehrte ist Rabbiner für Galizien mit Sitz in Krakau. (JA v. 21. 5.)

     

  • Mehr Laien soll es in Zukunft in den vatikanischen Gremien geben. Dieses Ziel hat der Präfekt des neuen Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, Kardinal Kevin Joseph Farrell, genannt. In der Verfassung des Dikasteriums ist festgelegt, „dass Untersekretäre Laien seien müssen und Sekretäre Laien seien können“, sagte Kardinal Farrell der Nachrichtenagentur CNA. Sein Dikasterium ist auch für das Weltfamilientreffen 2018 in Dublin, die Jugendsynode im selben Jahr und den Weltjugendtag 2019 in Panama zuständig. Für das Treffen junger Gläubiger aus der ganzen Welt, aber auch für die Synode im Vatikan sollen die Jugendlichen umfassend befragt und daran beteiligt werden. „Wir wissen schon, was die Bischöfe und Priester sagen; jetzt wollen wir wissen, was die jungen Menschen sagen wollen“, sagte Kardinal Farrell. Der entsprechende Fragebogen werde Ende Mai online gestellt. (cna u. rv v. 8. 5.)

     

  • In der Wiener Kirche „Maria vom Siege“ fand am 7. Mai ein ökumenischer Festgottesdienst statt anlässlich des Jahrestages der Übergabe der Kirche an die koptisch-orthodoxe Gemeinde. Der Wiener koptisch-orthodoxe Bischof Anba Gabriel dankte Kardinal Christoph Schönborn und erinnerte an die fürchterlichen Anschläge gegen Kopten in Ägypten. Das Zeugnis der koptischen Märtyrer bedeute, dass „der Weg der Liebe in unserer friedlosen Welt stärker sein wird als der Hass“. Bei dem Gebet in der Kirche waren u. a. der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic), der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner, der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura, der koptisch-orthodoxe Bischof von Sydney sowie zahlreiche weitere Geistliche der der syrisch-orthodoxen und der armenisch-apostolischen Kirche sowie auch der ägyptische Botschafter anwesend. (JA vom 21. 5.)

     

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