Ökumene

Die Bedeutung des Besuchs von Papst Franziskus im mehrheitlich orthodoxen Rumänien ist nicht nur für Katholiken, sondern auch für Orthodoxe, ein Schub für die „Ökumene von unten“. Das sagte der orthodoxe Priester Constantin Preda von der Orthodoxen Theologischen Fakultät Bukarest im Gespräch mit Vatican News. Preda nahm an dem Besuch des Papstes in der neuen orthodoxen Kathedrale in Bukarest teil. Er betonte, dass die römisch-katholische Kirche in Italien, Spanien, Deutschland und Frankreich viele Orthodoxe aus Rumänien aufnahm. „Das ist sehr wichtig, denn es gibt eine Ökumene von unten, die dadurch spürbar ist. Das ist eine christliche Solidarität, eine Geschwisterlichkeit, sowie es in der frühen Kirche war. […] Dieser Moment wird historisch bleiben, denn das Treffen und der Besuch von Papst Franziskus in der neuen orthodoxen Kathedrale in Bukarest wird in das historische Gedächtnis dieses Gotteshauses eingehen“, sagte Preda. (vn v. 1. 6.)

 

Das Oberhaupt der seit Ende 2018 vom Ökumenischen Patriarchat anerkannten orthodoxen Kirche der Ukraine, Metropolit Epifanij, will ein enges und auf Vereinigung zielendes Bündnis mit der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche. (JA v. 2. 6.)

 

Papst Franziskus betont auf der Generalaudienz im Rückblick auf seine Reise nach Nordmazedonien, Bulgarien und Rumänien: Einheit beseitigt nicht legitime Vielfalt . „Die Vereinigung aller Christen, auch wenn sie unvollständig ist, basiert auf der einen Taufe und wird durch das Blut und das Leiden besiegelt, die sie in den dunklen Zeiten der Verfolgung, besonders im letzten Jahrhundert unter dem atheistischen Regime, zusammen gelitten haben. […] Wir hatten ein sehr herzliches Treffen mit dem Patriarchen und dem Heiligen Synod der Rumänischen Orthodoxen Kirche, bei dem ich den Willen der Katholischen Kirche bekräftigte, gemeinsam in einem versöhnten Gedenken und zu einer volleren Einheit zu gehen, die das rumänische Volk während des Besuchs des Heiligen Johannes Paul II. vor 20 Jahren prophetisch ausgerufen hat.“ Damals riefen die Menschen in Rumänien spontan „Unitate, unitate!“, also „Einheit, Einheit!“. Insbesonders sei die Umarmung mit Patriarch Daniel und die Begegnung mit dem Heiligen Synod bedeutsam und intensiv gewesen, sagte der Papst. „Diese wichtige ökumenische Dimension der Reise gipfelte im feierlichen Vaterunser in der imposanten neuen orthodoxen Kathedrale in Bukarest. Dies war ein Moment von großem symbolischen Wert, denn das Vaterunser ist das christliche Gebet schlechthin, das gemeinsame Erbe aller Getauften. Wir haben gezeigt, dass die Einheit die legitimen Unterschiede nicht beseitigt.“ (vn v. 5. 6.)

 

Papst Franziskus hat nach seinen Reisen in mehrheitlich orthodoxe Länder „ein stärkeres Verlangen nach einer Einheit der Kirchen“. Das sagte er am 28. Juni zu einer Delegation des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. „Ich bin immer mehr davon überzeugt, dass eine Wiederherstellung der vollen Einheit zwischen Katholiken und Orthodoxen nur möglich ist, wenn die jeweilige Identität, das harmonische Zusammenleben und die legitime Unterschiedlichkeit respektiert werden. Der Heilige Geist erweckt auf kreative Weise die Vielfalt der Gaben; gleichzeitig harmonisiert er und führt zur Einheit zurück – einer authentischen Einheit, weil sie nicht Uniformität ist, sondern Zusammenklang mehrerer Stimmen in der Liebe.“ In den Worten des Papstes klingen zwei wichtige ökumenische Formeln an: zunächst „Einheit in der Vielfalt“, was das römisch-katholische Leitbild bei der Suche nach Wiederherstellung der Einheit der Christen beschreibt, und zweitens „Vorsitz in der Liebe“. Das ist ein Zitat des hl. Ignatius von Antiochien über den Dienst des römischen Bischofs, der auch für orthodoxe Christen akzeptabel wäre. (vn v. 28. 6.)

 

Die Nuntiatur in Bern hat römisch-katholische und orthodoxe Gäste eingeladen, um über den Umgang mit unheilbar kranken Menschen sowie mit assistiertem Suizid zu sprechen. An dem Kolloquium in der Vatikan-Botschaft in Bern nahmen Kardinal Willem Jakobus Eijk, Erzbischof von Utrecht und selbst Arzt, sowie der in der Schweiz lehrende griechisch-orthodoxe Geistliche und Theologe Stefanos Athanasiou teil. Moderiert wurde das Gespräch vom Professor für Notfallmedizin am Universitätsspital Bern, Aristomenis Exadaktylos. Kardinal Eijk ging in seinem Vortrag auf die „niederländischen Erfahrungen mit Sterbehilfe, medizinisch assistierten Suizid und die Beendigung des Lebens aus römisch-katholischer Sicht“ ein. Im zweiten Vortrag sprach Athanasoiu über „Gedanken aus einer griechisch-orthodoxen Perspektive zum arztassistierten Sterben“. Beide Redner, waren sich einig, dass der römisch-katholische und der orthodoxe Glaube Ärzte unterstützen und leiten müsse, „moralisch gute und bewusste Entscheidungen zu treffen“. (vn v. 27. 6.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Bei einem Besuch in der Kustodie der Franziskaner in Jerusalem dankte Israels Staatspräsident Reuven Rivlin den versammelten Kirchenoberhäuptern für ihren Dienst und äußerte die Hoffnung auf ein weiteres Zusammenleben in Partnerschaft und Frieden. Israel sei allen Religionsgemeinschaften verpflichtet. An dem Treffen nahmen die Oberhäupter der Orthodoxen, der Armenier und der Lateiner im Heiligen Land teil. Die Begegnung des israelischen Staatsoberhaupts mit den Christenführern gehört seit Jahren zu den festen Terminen im Frühjahr. (kap u. vn v. 4. 6.)

     

  • Die Ansprache von Papst Franziskus in Bukarest am 2. Juni vor der Roma-Gemeinschaft in der offiziellen deutschen Übersetzung: „Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag! Ich freue mich, euch zu treffen, und danke euch für eure freundliche Aufnahme. […] Ich trage aber in meinem Herzen eine Last. Es ist die Last der Diskriminierungen, der Absonderungen und der Misshandlungen, die eure Gemeinschaft erlitten hat. Die Geschichte sagt uns, dass auch Christen, Katholiken an diesem großen Leid nicht unbeteiligt sind. Dafür will ich um Vergebung bitten. […] Liebe Brüder und Schwestern, ihr als Volk habt eine Hauptrolle auszufüllen. Ihr müsst keine Angst davor haben, eure besonderen Merkmale, die eure Identität ausmachen und euren Weg prägen und die wir alle so nötig haben, mit uns zu teilen: den Wert des Lebens und der Großfamilie (Vettern und Cousinen, Onkel und Tanten), die Solidarität, die Gastfreundschaft, die Hilfe, Unterstützung und Verteidigung des Schwächsten innerhalb ihrer Gemeinschaften; die Wertschätzung und den Respekt gegenüber den Älteren; die religiöse Bedeutung des Lebens, die Spontaneität und die Lebensfreude. Versagt der Gesellschaft, in der ihr lebt, nicht diese Gaben. […] Und jetzt segne ich euch, aber vorher bitte ich euch um einen großen Gefallen: Betet für mich. Danke!“ (vn v. 2. 6.)

     

  • Die Bedeutung des Besuchs von Papst Franziskus im mehrheitlich orthodoxen Rumänien ist nicht nur für Katholiken, sondern auch für Orthodoxe, ein Schub für die „Ökumene von unten“. Das sagte der orthodoxe Priester Constantin Preda von der Orthodoxen Theologischen Fakultät Bukarest im Gespräch mit Vatican News. Preda nahm an dem Besuch des Papstes in der neuen orthodoxen Kathedrale in Bukarest teil. Er betonte, dass die römisch-katholische Kirche in Italien, Spanien, Deutschland und Frankreich viele Orthodoxe aus Rumänien aufnahm. „Das ist sehr wichtig, denn es gibt eine Ökumene von unten, die dadurch spürbar ist. Das ist eine christliche Solidarität, eine Geschwisterlichkeit, sowie es in der frühen Kirche war. […] Dieser Moment wird historisch bleiben, denn das Treffen und der Besuch von Papst Franziskus in der neuen orthodoxen Kathedrale in Bukarest wird in das historische Gedächtnis dieses Gotteshauses eingehen“, sagte Preda. (vn v. 1. 6.)

     

Artikelempfehlungen

Die für 6. bis 27. Oktober 2019 geplante Amazonas-Synode in Rom wird nach Worten des deutschen Bischofs Franz-Josef...
Die Familie der Frau hat sich gegen diesen Vorwurf mit Erfolg gewehrt, denn vor einer Moschee hatten sich die Mullahs...