Papst Franziskus erinnert die Glaubenskongregation, intensiver an den Themen Synodalität und Einheit der christlichen Kirche zu arbeiten.

Die Barmherzigkeit ist der Tragepfeiler des Lebens der Kirche. Das betonte Papst Franziskus am 29. Jänner bei der Audienz für die Mitglieder der Glaubenskongregation: „Die Aufgabe Ihres Dikasteriums findet hier ihr Fundament und ihre angemessene Rechtfertigung. Der christliche Glaube ist nämlich nicht nur Wissen, das im Gedächtnis behalten werden muss, sondern eine Wahrheit, die in der Liebe zu leben ist. […] Um diesen Auftrag gut erfüllen zu können, ist es vor allem wichtig, kollegial zu arbeiten […] Auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens muss die rechte Synodalität gefördert werden. […] Ich bitte euch, diese Zusammenarbeit mit den beratenden Gremien der Bischofskonferenzen und mit einzelnen Bischöfen zu Themen der Lehre fortzusetzen und zu intensivieren, vor allem in dieser Zeit raschen Wandels und zunehmender Komplexität der Probleme.“ Ein weiteres Thema des Papstes in seiner Ansprache war das Verhältnis von Hierarchie und Charisma in der Kirche, also von Amt und Geist. Auch hier habe die Kongregation wichtige Arbeit zu leisten, denn beide Elemente ergänzen sich. „Das Zeugnis dieser Komplementarität ist gerade heute besonders nötig. Sie drückt besonders deutlich die geordnete Vielgestaltigkeit aus, welche das Gewebe der Kirche prägt. [...] Einheit und Vielgestaltigkeit sind das Siegel einer Kirche, die sich vom Geist bewegt auf den Weg macht, sicheren und gläubigen Schrittes hin auf das Ziel, das der auferstandene Herr selber gezeigt hat. Die Kirche entsteht aus der Gemeinschaft und geht auf eine immer mehr verwirklichte, vertiefte und erweiterte Gemeinschaft zu“, sagte der Papst. (www.de.radiovaticana.va vom 29. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • In Deutschland ist am 26. Juli erstmals eine christlich-muslimische Kindertagesstätte (Kita) eröffnet worden. Sie hat in Gifhorn (Niedersachsen) unter dem Namen „Abrahams Kinder“ als Träger die römisch-katholische Gemeinde Sankt Altfrid, die evangelische Dachstiftung Diakonie und die deutsch-türkische Moscheegemeinde Ditib. Die Einrichtung soll zur Begegnung der beiden Kulturen beitragen. Die Mitinitiatorin, Schwester Mary Prema Pierick, ist die Generaloberin der Missionarinnen der Nächstenliebe in Kalkutta und hält fest: Die Einrichtung soll zur Begegnung der beiden Kulturen beitragen, aber „keine Bibel-Koran-Schule“ sein. Unter den jetzigen Anmeldungen ist das Verhältnis von Christen und Muslimen in etwa ausgeglichen, auch konfessionslose Kinder sind dabei. Von den vier Erzieherinnen sind zwei christlich und zwei muslimisch. Das Essen in der Einrichtung wird halal-zertifiziert. (JA v. 5.8.)

     

  • Konfessionsverschiedene Ehepartner sollten bei der Eucharistie nicht getrennt werden, fordert der italienische Kardinal Francesco Coccopalmerio in einem Interview mit der Zeitung La Stampa. Nach Ansicht des ehemaligen Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte gibt es keine „berechtige Notwendigkeit“, nichtkatholische Ehepartner von der Kommunion auszuschließen. Der Kardinal reagiert damit auf eine Anfrage der deutschen Bischofskonferenz. Ein „delikates Problem“ sei, dass nach katholischer Lehre beim Sakramenten-Empfang eine Gnadenvermittlung erfolge. Dieser Aspekt müsse mit dem Prinzip der Kircheneinheit abgewogen werden, wobei nach Aussage Coccopalmieros gerade im Fall von Eheleuten der gemeinsame Empfang der Kommunion ein Hoffnungszeichen mit Blick auf eine Vereinigung der Kirchen sein könnte. Einzige Voraussetzung ist für den Kardinal, dass die Nicht-Katholiken glauben, „dass das Brot und der Wein im Eucharistiesakrament Leib und Blut Christi", also der ganze Jesus Christus sind. Die sogenannte „Transsubstantiation“ – die wesenhafte Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut – müsse hingegen nicht unbedingt geglaubt werden. (vn v. 2. 8.; JA v. 12. 8.)

     

  • In Österreich haben Spitzenvertreter der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche sowie der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Israelischen Kultusgemeinde eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der es heißt: „Es gehört untrennbar zu unserem Selbstverständnis als religiöse Menschen, Vertriebenen und Heimatlosen Trost und Hilfe zu geben.“ (KircheIn 08/2018)

     

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