Papst Franziskus erinnert die Glaubenskongregation, intensiver an den Themen Synodalität und Einheit der christlichen Kirche zu arbeiten.

Die Barmherzigkeit ist der Tragepfeiler des Lebens der Kirche. Das betonte Papst Franziskus am 29. Jänner bei der Audienz für die Mitglieder der Glaubenskongregation: „Die Aufgabe Ihres Dikasteriums findet hier ihr Fundament und ihre angemessene Rechtfertigung. Der christliche Glaube ist nämlich nicht nur Wissen, das im Gedächtnis behalten werden muss, sondern eine Wahrheit, die in der Liebe zu leben ist. […] Um diesen Auftrag gut erfüllen zu können, ist es vor allem wichtig, kollegial zu arbeiten […] Auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens muss die rechte Synodalität gefördert werden. […] Ich bitte euch, diese Zusammenarbeit mit den beratenden Gremien der Bischofskonferenzen und mit einzelnen Bischöfen zu Themen der Lehre fortzusetzen und zu intensivieren, vor allem in dieser Zeit raschen Wandels und zunehmender Komplexität der Probleme.“ Ein weiteres Thema des Papstes in seiner Ansprache war das Verhältnis von Hierarchie und Charisma in der Kirche, also von Amt und Geist. Auch hier habe die Kongregation wichtige Arbeit zu leisten, denn beide Elemente ergänzen sich. „Das Zeugnis dieser Komplementarität ist gerade heute besonders nötig. Sie drückt besonders deutlich die geordnete Vielgestaltigkeit aus, welche das Gewebe der Kirche prägt. [...] Einheit und Vielgestaltigkeit sind das Siegel einer Kirche, die sich vom Geist bewegt auf den Weg macht, sicheren und gläubigen Schrittes hin auf das Ziel, das der auferstandene Herr selber gezeigt hat. Die Kirche entsteht aus der Gemeinschaft und geht auf eine immer mehr verwirklichte, vertiefte und erweiterte Gemeinschaft zu“, sagte der Papst. (www.de.radiovaticana.va vom 29. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der ehemalige muslimische Berater des Großimams der Kairoer Universität al-Azhar wird mit einer hohen päpstlichen Auszeichnung, dem päpstlichen Piusorden, geehrt. Wie der Vatikan am 3. Februar bestätigte, wird Mohamed Mahmoud Abdel Salam den „Großkomtur des Piusordens“ am 26. März für seine „hervorragende Arbeit“ im interreligiösen Dialog und für die Stärkung der Beziehungen zwischen der römisch-katholischen Kirche und al-Azhar erhalten. Al-Azhar gilt als die höchste Autorität des sunnitischen Islam. Die Nachricht kommt am selben Tag, an dem Papst Franziskus seine Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate beginnt. Dort wird er am 4. Januar in Anwesenheit des Großimams von al-Azhar, Ahmed al-Tayyeb an einem hochkarätig besetzten interreligiösen Treffen in Abu Dhabi teilnehmen. (vn v. 3. 2.; Die Furche v. 7. 2.)

     

  • Ein Drittel der US-Bischöfe befürworten die Ordinierung von geeigneten Frauen zu Diakoninnen und Priesterinnen: Das ist das Ergebnis einer am 23. Jänner veröffentlichten Umfrage des „Center for Applied Research in the Apostolate“ der Georgetown University in Washington. Allerdings sind nur 27 Prozent der Bischöfe der Ansicht, dass der Vatikan eine solche Weihe für Frauen erlauben wird. 79 Prozent der Befragten glauben, dass die US-Bischofskonferenz die Ordinierung von Frauen einführen würde, sollte der Vatikan eine solche Weihe erlauben. (JA v. 3. 2.)

     

  • Papst Franziskus wünscht sich einen Nahen Osten als „Ort des Friedens“. Das sagte er am 1. Februar den Angehörigen der gemischten Gesprächskommission von Katholiken und Altorientalen im Vatikan. Vom Psalm-Vers 133,1 ausgehend wies Franziskus auf die bisherigen Erfolge des ökumenischen Dialogs zwischen der römisch-katholischen Kirche und den (alt)orientalisch-orthodoxen Kirchen hin. „Dieser Dialog veranschaulicht gut, wie sich die verschiedenen theologischen Formeln oft ergänzen und nicht gegeneinander antreten, wie es bereits das Zweite Vatikanische Konzil hervorhob.[…] Ich bete und ermutige alle, dass die gegenwärtigen Überlegungen über die Sakramente uns allen helfen kann, den Weg zur vollen Gemeinschaft zu finden, der zur gemeinsamen Feier der Heiligen Eucharistie führt.“ Die meisten orientalisch-orthodoxen Kirchen befinden sich in Ländern zwischen Ägypten (Kopten), Syrien bis in den Irak. Der Papst erinnerte an das Friedensgebetstreffen in Bari vom 7. Juli 2018. „Ich möchte allen christlichen Gläubigen im Nahen Osten meine Nähe bekunden. […] Der Nahe Osten muss zu einem Ort des Friedens werden, er darf nicht länger ein Ort des Konflikts sein. Der Krieg, geschürt durch Macht und Elend, soll dem Frieden weichen, der von Recht und Gerechtigkeit getragen wird, und unsere christlichen Brüder und Schwestern in jenen Ländern sollten als selbstständige und gleichberechtigte Bürger anerkannt und geschützt werden.“ Am Schluss beteten alle gemeinsam das Vaterunser, jeder in seiner Sprache. (vn v. 1. 2.)

     

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