Homosexualität – eine Herausforderung für die Kirchen
Medienmitteilung der Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche (Luzern, 01. Februar 2021)

Die Preisverleihung 2021 der Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche stellt Homosexualität als Herausforderung für die Kirchen ins Zentrum. Obwohl in Staaten wie Deutschland, Österreich und der Schweiz die «Ehe für alle» eingeführt wurde und die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung gesetzlich verboten ist, hat sich im Vatikan bis anhin in Sachen Homosexualität wenig getan. Das stösst zunehmend auf Unverständnis, auch bei vielen Gläubigen.

 

Stephan Goertz, Professor für Moraltheologie an der Universität Mainz, vertritt bei der diesjährigen Preisverleihung jedoch die These, dass «die katholische Kirche vor einer Revision ihrer Lehre über die Homosexualität steht». Vor diesem Hintergrund bezieht die Herbert Haag Stiftung bewusst Position und zeichnet mit ihrem Preis Menschen aus, die von religiös motivierter Diskriminierung betroffen oder gar von einem intoleranten Dogmatismus marginalisiert worden sind.

 

Die Preisvergabe war ursprünglich für 2020 geplant, konnte aber wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Sie wird nun am 7. März 2021, 17.00 Uhr, via Internet übertragen, zugänglich auf der Website: www.herberthaag-stiftung.ch unter dem Motto «Gottes Liebe ist bunt».

 

Den Herbert Haag Preis 2020/21 erhalten folgende Personen:

 

  • Dr. Hedwig Porsch ist Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Heiligkreuz im oberfränkischen Coburg. Weil Sie mit ihrer Ehefrau Sylvia Gebhart zusammenlebt, hat die katholische Theologin ihre Arbeitsstelle in der katholischen Kirche verloren.
  • Pierre Stutz ist ein bekannter spiritueller Begleiter, der im ganzen deutschen Sprachraum Kurse und Meditationswochen gestaltet. In seinen vielen erfolgreichen Büchern plädiert er für eine lebensbejahende Religiosität und eine erotische Spiritualität. Er war bis 2002 Priester der Diözese Basel und lebt heute mit seinem Ehepartner Harald Weß in Osnabrück.
  • Dr. Ondrej Prostredník ist Missionsmitarbeiter der Evangelischen Kirchengemeinde Bratislava Altstadt. Weil er die Kirchen der Slowakei wegen ihrer religiösen Intoleranz gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT) kritisierte, entzog ihm die lutherische Kirchenführung die Erlaubnis, weiterhin am Lehrstuhl für Neues Testament an der Evangelisch-theologischen Fakultät in Bratislava zu lehren. Ondrej Prostredník ist verheiratet, Vater von drei Kindern und lebt mit seiner Frau Edita in Pezinok.
  • Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) setzt sich seit 1977 unermüdlich mit dem Konfliktfeld Homosexualität in Kirche und Religion auseinander. Sie engagiert sich für die Akzeptanz vielfältiger Lebens- und Familienformen, und sie bezieht in öffentlichen Aktionen und Stellungnahmen sowie in wissenschaftlichen Arbeiten immer wieder gründlich und klar Stellung.

 

Die Leibfeindlichkeit der Kirchen hat den Menschen seit Jahrhunderten unendlich viel seelisches Leid zufügt. Dies kann kein Preis aufwiegen. Die Preisverleihung will jedoch Hoffnung stiften und Gläubige aller Konfessionen ermutigen, sich ohne Abstriche für Kirchen einzusetzen, welche die schöpferische Liebe Gottes auch dort nicht eingrenzen, wo es um Sexualität geht.

 

Die Preisverleihung ist am Sonntag, 7. März 2021, 17.00 Uhr über die Website der Stiftung  https://www.herberthaag-stiftung.ch/ abrufbar.

 

Luzern, 01.02.2021

 

Erwin Koller / Odilo Noti

 

 

Hinweise

Fragen zur Preisverleihung nimmt der Präsident der Stiftung gerne entgegen:

Dr. Odilo Noti, Wachtelstrasse 17,
CH-8610 Zürich
Mob:      +41 79 686 87 43
E-Mail:   odilo.noti@herberthaag-stiftung.ch

Die Koordinaten der Herbert Haag Stiftung

Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche, 6000 Luzern

Geschäftsführung

Dr. Mirjam Loos
Mob:        +41 77 530 23 44 oder +49 176 22 02 96 63
E-Mail:     mirjam.loos@herberthaag-stiftung.ch

Website:  https://www.herberthaag-stiftung.ch/  Der Sitz der Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche ist in Luzern.

 

 

 

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