Freie Wahl zwischen zölibatärer und nicht - zölibatärer Lebensform

Die Kirche – Gemeinschaft des Heils

Der emeritierte Bamberger Dogmatiker Dr. Georg Kraus legt hier eine umfassende Ekklesiologie vor, wie sie vom letzen Konzil intendiert wurde. Er scheut nicht davor zurück, Position zu beziehen, so z. B. begründet er schlüssig, dass dieses Konzil eindeutig einen Paradigmenwechsel von einer hierarchischen zu einer Communio-Ekklesiologie beabsichtigte (S. 201-220), auch wenn in den Konzilstexten Doppeldeutigkeiten zu finden sind.

Nach den Worten des austro-brasilianischen Bischofs Erwin Kräutler erwartet sich der Papst Reformvorschläge von den nationalen Bischofskonferenzen.

In einem Interview in den „Salzburger Nachrichten“ erzählte Bischof Kräutler weitere Details von seinem Gespräch mit dem Papst am 5. April: „Es ist … auch das Wort von den ‚viri probati’ gefallen, also von bewährten verheirateten Männern, die zu Priestern geweiht werden können“. In diesem Zusammenhang habe der Papst die Bischöfe gebeten, konkrete Vorschläge zu unterbreiten. Die nationalen Bischofskonferenzen mögen sich auf Reformvorschläge einigen und sie dann in Rom vorbringen. Er könne von Rom aus nicht alles selbst in die Hand nehmen.

Für Abt Christian Haidinger, den Vorsitzenden der männlichen Orden Österreichs, ist die theologische Begründung des Pflichtzölibates unzureichend.

In einem Interview mit der APA weist er auf die mit Rom unierten Ostkirchen hin: Wenn man dort heiraten dürfe „und bei uns nicht, dann kann man nicht sagen, das ist theologisch begründet. Das ist traditionell so“. und zum möglichen Frauenpriestertum: „Ich kann es mir nicht nehmen lassen, dass ich gewiss bin, dass das kommen wird … [Das wird den ökumenischen Dialog mit den Ostkirchen] zuerst einmal ganz massiv stören“.

Worauf es ankommt

Die Krise des römisch-katholischen Priesterstandes ist offenkundig. Priestermangel, Gemeinden ohne Eucharistie, Zölibat, Frauenordination bezeichnen die Probleme, die zwar nicht allein, aber doch weitgehend die gegenwärtige Not der katholischen Kirche bestimmen. Die Krise der Kirche wird so lange andauern, wie sich diese nicht entschließt, sich eine neue Verfassung zu geben-.(Herbert Haag)

Herbert Haag, Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?, Verlag: Herder, Freiburg (1997), ISBN-10: 3451260492

Mein Glaube: Christsein in einem neuen Zeitalter

Wie kaum ein anderer hat der brasilianische Theologe Leonardo Boff dem christlichen Glauben neue Impulse gegeben: in der Verbindung von Spiritualität und politischem Engagement, im Einsatz für die Erhaltung der Umwelt, im Dialog mit der Mystik der großen Religionen. Das neue Buch enthält sein spirituelles Vermächtnis für ein neues Zeitalter des Glaubens.

Leonardo Boff, Mein Glaube: Christsein in einem neuen Zeitalter, Verlag Herder; Auflage: 1 (31. Juli 2013), ISBN-10: 345132685X

Leonardo Boff wird 75

01.12.2013

Wir sind Kirche zum 75. Geburtstag des Befreiungstheologen Prof. Dr. Leonardo Boff (14. Dezember 2013)

Wir sind Kirche gratuliert dem unbeugsamen Befreiungstheologen Leonardo Boff herzlich zum 75. Geburtstag und dankt ihm dafür, dass er mit seiner wegweisenden Theologie die grundlegende Erneuerung der Kirche vorbereitet hat, die sich jetzt mit Papst Franziskus abzeichnet.