Für eine offene Kirche, in der nicht "entweder oder", sondern "auch" vorherrscht und in der gemäß Papst Franziskus auch eine "Streitkultur" gepflegt wird, hat sich der künftige Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl ausgesprochen.

Im Interview mit dem "Standard" vom 23. April wies er auf das Matthäus-Evangelium hin, wonach Kirche bereits von "zwei oder drei", die in Jesu Namen versammelt sind, gebildet wird. Auch Geschiedene oder Homosexuelle könnten "natürlich" Teil einer solchen Gruppe sein. "Bei uns in der Kirche ist die Struktur wichtiger geworden als dieser Zugang aus dem Evangelium", bedauerte der designierte Bischof. Seine Überzeugung: "Wir dürfen uns nicht von den Menschen verabschieden." Zum Ausschluss wiederverheiratet Geschiedener von der Kommunion sagte Krautwaschl: "Manche kränkt das sehr. Andere fühlen sich nicht ernst genommen, wenn man das nicht tut. Da müssen wir uns was überlegen." Der bisherige Regens des Bischöflichen Seminars in Graz erzählt: "Erst gestern habe ich einen Katholiken auf ein Bier getroffen, der zu seiner Homosexualität steht und den ich pastoral begleitet habe. Wieso soll ich den nicht mögen? Wer bin ich? Manche laufen Gefahr, über andere richten zu wollen." Und zum „Schlagen-Sager“ des Papstes meint er: "Er ist ja nicht unfehlbar!" (Kathweb/KAP v. 23. 4.)

 

 

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