Innerkirchliche Reformansätze: (Frauen, Zölibat, wiederverheiratet Geschiedene, Moral ..)

Der Nuntius in Frankreich hat sieben Frauenaktivistinnen und Bewerberinnen für kirchliche Weiheämter zu Einzelgesprächen empfangen. Erzbischof Celestino Migliore kam damit einer Ankündigung nach, die er nach der öffentlichen Bewerbung der Theologin Anne Soupa für das Amt des Erzbischofs von Lyon getroffen hatte. Marie-Automne Thépot, Diakonatsbewerberin und Referentin für Sozialpolitik im Pariser Rathaus, sagte dem Erzbischof nach Angaben der katholischen Zeitung „La Croix”, der Zugang zu Ämtern habe für sie „nichts damit zu tun, in der Hierarchie der Kirche aufzusteigen oder neue Rechte zu erlangen”. Ihr gehe es darum, „endlich in meiner Mission als Gesandte der Kirche anerkannt und ermutigt zu werden”. Auch die Theologie-Doktorandin Sylvaine Landrivon (64), eine Bewerberin um das Bischofsamt, berichtete von einem „wohlwollenden Zuhören” und von „Einfühlungsvermögen” Migliores. Hélène Pichon, Direktorin von CEPS, eines Thinktanks für institutionelle Beziehungen, berichtete, dass in der Nuntiatur nur Päpste und Bischöfe, aber keine einzige Frau abgebildet sei. Das sei symbolisch dafür, dass sich die Kirche „immer noch 50 Prozent des Genies der Menschheit beraubt”. Die Abwesenheit von Frauen in verantwortungsvollen Positionen sei ein Skandal und widerspreche dem Zeugnis der Kirche. Losgetreten hatte die Bewerbungsserie die Theologin Anne Soupa. Die 73-Jährige hatte sich offiziell für die Nachfolge des französischen Primas und Erzbischofs von Lyon, Kardinal Philippe Barbarin, beworben. (kna vn v. 3. 10.)

 

Das Ende des Kirchenstaats vor 150 Jahren sieht Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin heute positiv: Obwohl zuerst als „Trauma" erlebt, habe der Einmarsch italienischer Truppen in Rom 1870 letztlich das Papstamt in seiner universalen Dimension und Unabhängigkeit wachsen lassen, sagte er in Rom. Die Lateranverträge, welche die Unabhängigkeit des Papstes garantieren und der römisch-katholischen Kirche in Italien die Ausübung ihrer Tätigkeit gewähren sollten, unterstrichen den „geistlichen und pastoralen Charakter der Kirche und ihres Oberhaupts". (vn v. 3. 10.)

 

In der Diözese St. Pölten wird bald eine Frauenkommission die Arbeit aufnehmen: Bischof Alois Schwarz errichtete sie per Dekret, die konstituierende Sitzung und Wahl der Vorsitzenden findet am 23. Oktober statt. Die Zielsetzung der Frauenkommission sei das Einbringen von Perspektiven, Anliegen und Interessen von Frauen sowie generell die weitere Stärkung ihrer Beteiligung in der Kirche, heißt es in der Aussendung. Die Frauenkommission diene zudem dazu, Frauen aller Einrichtungen der Diözese, die ein Entsendungsrecht haben, zu vernetzen. Die 15 Arbeits- und Berufsgemeinschaften der Diözese können je eine Vertreterin in die Frauenkommission entsenden. Laut Statut hat die Frauenkommission die Aufgabe, auch eigene Vertretungen in Gremien wie dem Pastoralrat, der Liturgischen Kommission sowie der Dechantenkonferenz der Diözese zu entsenden. Die Frauenkommission habe zudem die Möglichkeit, für Personalentscheidungen konkrete Vorschläge zur Erhöhung des Frauenanteils zu machen und in regelmäßigen Austausch mit dem Diözesanbischof zu treten. (kap u. vn v. 8. 10.)

 

In der Zeitschrift „Kirche In“ werden – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – 25 Bischöfe des deutschen Sprachraums vorgestellt, die in jüngster Zeit die Aufhebung des Zölibatsgesetzes gewünscht haben bzw. sich vorstellen können: Georg Bäsing (Limburg), Franz-Josef Bode (Osnabrück), Markus Büchel (St. Gallen), Stephan Burger (Freiburg/Br.), Helmut Dieser (Aachen), Benno Elbs (Feldkirch), Gerhard Feige (Magdeburg), Gebhard Fürst (Stuttgart-Rottenburg), Hermann Glettler (Innsbruck), Felix Gmür (Basel), Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Franz Jung (Würzburg), Heiner Koch (Berlin), Peter Kohlgraf (Mainz), Joseph Marketz (Gurk-Klagenfurt), Reinhard Marx (München), Ulrich Neymeyr (Erfurt), Stefan Oster (Passau), Franz-Josef Overbeck (Essen), Manfred Scheuer (Linz), Ludwig Schick (Bamberg), Christoph Schönborn (Wien), Alois Schwarz (St. Pölten), Heiner Wilmer (Hildesheim), Ägidius Zsifkovics (Eisenstadt). (Kirche In 10/2020)

 

Papst Franziskus hat erneut dazu aufgerufen, in der römisch-katholischen Kirche Frauen in Positionen mit Entscheidungsmöglichkeit zu berufen. Zugleich warnte er in drastischen Worten vor „Klerikalismen“. Diese „löschen das Charisma der Laien aus und beschädigen auch das Antlitz der Heiligen Mutter Kirche”, sagte der Papst. Er verwies auf die päpstliche Gebetsmeinung im Oktober, die den Laien und hier wiederum speziell den Frauen gilt: „Wir müssen die Einbindung von Frauen an jenen Stellen fördern, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden.” Er erinnerte an die Zentralität der Taufe in der Kirche. Niemand sei als Priester oder als Bischof, alle aber als Laien getauft: „Die Laien sind die Protagonisten der Kirche”. Um zu klären, wie weit die Vollmachten weiblicher Diakone in der frühen Kirche reichten und welche Wege sich daraus für die Zukunft ergeben, hat Papst Franziskus bereits die zweite Kommission am Vatikan eingerichtet. Die erste beendete ihre Arbeit, ohne zu einem eindeutigen Schluss zu kommen. (vn v. 11. 10.)

 

Im Patriarchat von Venedig sind immer mehr Frauen in diözesanen Einrichtungen tätig. Nach der Ernennung von Schwester Simone Pereira de Araújo zur Diözesanverwalterin wurde mit der Anwältin Laura Friselle erstmals eine Frau die Leiterin der gemeinnützigen Stiftung „Opera Santa Maria della Carità“. Zu den Aufgaben Friselles gehört es, die Reform der Finanz- und Verwaltungsstruktur der Stiftung fortzusetzen, die ihre Vorgänger eingeleitet hatten. Zudem soll sie das Profil der Stiftung schärfen, die sich den sieben Werken der Barmherzigkeit verschrieben hat. (vn v. 13. 10.)

 

Papst Franziskus befürwortet eingetragene, zivile Partnerschaften für homosexuelle Paare. Das geht aus einem in Rom vorgestellten Dokumentarfilm über Franziskus hervor. In einer Szene sagt er: „Homosexuelle haben das Recht, in einer Familie zu leben." Sie seien Kinder Gottes. „Was wir benötigen, ist ein Gesetz, das eine zivile Partnerschaft ermöglicht." Betroffene sollten rechtlich abgesichert sein und „haben ein Recht auf Familie.“ Eine gleichgeschlechtliche Ehe hingegen lehnt er weiterhin ab. Mit seinen Aussagen in dem Dokumentarfilm „Francesco" des russischen Regisseurs Jewgeni Afinejewski kommentiert er u. a. den Bericht eines homosexuellen Mannes von seiner Partnerschaft und seinen drei Kindern. Thematisch behandelt der knapp zweistündige Film viele Themen, die in den vergangenen Jahren Schlagzeilen machten: Covid-Pandemie, Polizeigewalt, Rassismus, Migration, LGBTQ-Themen, Frauenemanzipation oder sexueller Missbrauch. Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, sagte, er toleriere, dass es in einer pluralistischen und säkularen Gesellschaft die Lebensform einer vom Staat garantierten eingetragenen Partnerschaft geben könne und dass diese Schutz und Rechte gewähren müsse. Für die Laien sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg: „Als das ZdK sich bei seiner Vollversammlung in Würzburg 2015 für eine Neubewertung homosexueller Partnerschaften und deren Segnung eingesetzt hat, galt das noch als eine unerhörte Wortmeldung.“ Die Äußerung von Papst Franziskus zeige, wie schnell sich das ändere. (kap u. viele Medien ab 21. 10.; www.faz.net v. 25. 10.)

 

Kurz vor Allerheiligen (1. November) fordert die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) die Aufnahme der Apostelin Junia/Junias in den Heiligenkalender der Kirche. Bisher stehe sie in keinem Kalender, so die kfd-Bundesvorsitzende, Mechthild Heil, nach Angaben der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Ein Grund ist sicherlich, dass über viele Jahrhunderte angenommen wurde, dass Junia ein männlicher Apostel war“, was aber falsch ist. Die kfd fordere daher ihre Aufnahme in einen Regionalkalender, etwa für den deutschsprachigen Raum. In einigen orthodoxen Kirchen wird der Festtag der Junia den Angaben zufolge am 17. Mai begangen. „Das wäre auch ein verbindendes und wertvolles Zeichen im ökumenischen Dialog der Kirchen", so Heil. Schon Paulus bezeichnete Junia/Junias als „herausragend unter den Aposteln". (kap v. 23. 10.)

 

Der Papst ist gegen eine zwanghafte Befolgung der Moral. In einer Ansprache beim Angelusgebet über Mt 22,34-40 sagte er u. a.: Der erste Aspekt der Bibelstelle besteht darin, „dass das moralische und religiöse Leben nicht auf einen ängstlichen und erzwungenen Gehorsam reduziert werden darf, sondern die Liebe zum Prinzip haben soll. Es gibt Menschen, die die Gebote ängstlich und gezwungen einzuhalten versuchen. Der zweite ist, dass die Liebe sich gleichzeitig und untrennbar auf Gott und auf den Nächsten richten soll. […] Alle Gebote dienen also dazu, diese zweifache, unteilbare Liebe in die Tat umzusetzen und zum Ausdruck zu bringen…“ (vn v. 25. 10.)

 

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sich von der sogenannten „Katholischen Integrierten Gemeinde“ in der Erzdiözese München und Freising distanziert, zu der er jahrzehntelang enge Verbindungen unterhielt. In einem Beitrag der „Herder Korrespondenz" erklärte er, er sei offensichtlich „über manches im Innenleben" der Gemeinde „nicht informiert oder gar getäuscht" worden. Laut einem Zwischenbericht der Münchner Visitatoren zeigen Vorwürfe ehemaliger Mitglieder „über weite Strecken den Charakter von geistlichem Missbrauch" und ein System psychischer und finanzieller Abhängigkeit. Benedikt XVI. entschuldigend: „Dass bei dem Versuch, die Dinge des täglichen Lebens integral vom Glauben her zu gestalten, dabei auch schreckliche Entstellungen des Glaubens möglich waren, ist mir zunächst nicht bewusst geworden. Ich bedaure es zutiefst". Die 1948 von dem Ehepaar Traudl und Herbert Wallbrecher gegründete Gemeinschaft galt zeitweise als einer der hoffnungsträchtigsten Aufbrüche in der römisch-katholischen Kirche. Sie zog auch namhafte Theologen an, wie die Neutestamentler Gerhard Lohfink und Rudolf Pesch (†2011). (kap u. vn v. 26. 10.)

 

Angelika Ritter-Grepl, die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö), kritisiert in einem Vortrag in Wien, die römisch-katholische Kirche hänge überkommenen Geschlechter-Stereotypen nach. Nach der biblischen Heilsbotschaft, dass für Gläubige durch das „Eins-Sein in Christus" Unterschiede der Geschlechter „nicht mehr wichtig, ja sogar zu überwinden" seien, sind strukturelle Konsequenzen notwendig. Papst Franziskus fordere in seiner Enzyklika „Fratelli tutti" zwar Geschlechtergerechtigkeit in der Welt ein, „schreckt aber vor Änderungen in der Kirche diesbezüglich zurück". Die kfbö-Vorsitzende argumentiert mit der Taufformel im Paulus-Brief an die Galater 3,28, laut der sich das angebrochene Reich Gottes bereits jetzt in bestimmten Qualitäten zeigt: Nicht mehr jüdisch noch griechisch, nicht frei oder versklavt, nicht männlich und weiblich. Trotzdem unterstützt die Kirche – „in ihrer eigenen strukturellen Sünde gefangen" – eine Ordnung, in der Frauen diskriminiert werden. Ritter-Grepl fordert konkrete Schritte in Richtung einer geschlechtergerechten Kirche: Das geltende „Sprechverbot" über die Zulassung der Frauen zum Weiheamt müsse aufgehoben werden. Weiters brauche es eine Anerkennung der Ergebnisse der Geschlechterforschung und deren Berücksichtigung in Theologie und Pastoral. All das wäre Voraussetzung für einen Prozess in Richtung volle Inklusion von Frauen auf allen Ebenen der Kirche, betonte Ritter-Grepl. „Es geht um eine Umkehr der ganzen Kirche." (kap v. 29. 10.; JA v. 8. 11.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die Christinnen und Muslimas in Deutschland setzen aufs gemeinsame Tun: Zuerst wird beim Karlsruher Religionsdialog das Vaterunser gebetet, dann werden Koransuren vorgetragen, sagt Annette Bernards von der Dialoginitiative Christlich-Islamischen Gesellschaft Karlsruhe (CIGK). „Früher, da war es ganz schwierig, wie man ein gemeinsames Gebet gestaltet“, blickt Annette Bernards im Interview mit Radio Vatikan auf den Beginn der CIGK 1995 zurück. Bei den Friedensgebeten sei das jetzt anders. „Da wird das Vaterunser gebetet, das ist den Muslimen inzwischen vertraut, und wir hören die Koransuren, die gesungen werden. Das ist sehr viel unkomplizierter geworden und auch ein Stück weit mutiger auf beiden Seiten. Annette Bernards leitet gemeinsam mit der gebürtigen Tunesierin Najoua Benzarti die CIGK. Auch Benzarti, die seit 37 Jahren in Deutschland lebt, spricht über viele heute gemeinsame Selbstverständlichkeiten: Ob gemeinsam Kochen oder Fußballspielen, Konferenzen organisieren oder jährlich die städtischen Anti-Rassismus-Wochen gestalten – gemeinsames Tun gehöre heute dazu, so Benzardi: „Wir haben im Rahmen des christlich-muslimischen Dialoges hier in Karlsruhe nachhaltige Traditionen gewonnen.“ Was die Glaubenstraditionen und das Beten betrifft, geht es weder um Missionierung noch darum, die Religionen zu vermischen. Das werde bei der Gestaltung gemeinsamer Gebetsveranstaltungen deutlich. Manchmal würden auch Texte der Friedenstreffen von Assisi gesprochen, ergänzt Benzarti, „eine Bereicherung!“ Und Annette Bernards berichtet: „Es geht sehr oft um den Vergleich von Bibel und Koran, dass wir zum Beispiel Propheten aussuchen und fragen: Kommen die im Koran auch vor? Was haben die gemeinsam, was nicht. […] Auch gemeinsame Ausflüge in Moschee- oder Kirchengemeinden und in eine Synagoge werden organisiert. […] Das ist der Vorteil, dass wir offen für alle Frauen sind, egal, ob sie schiitisch oder sunnitisch, gläubig oder nicht gläubig, evangelisch oder katholisch sind.“ Bestes Beispiel dafür sind die Leiterinnen der CIGK selbst: Die Islamwissenschaftlern Benzarti studierte VWL und ist Mitglied im Migrationsbeirat in Karlsruhe für den Bereich Kultur und interreligiösen Dialog. Die CIGK bemüht sich auch um interregionale Vernetzung und ist Mitglied im Dachverband „Koordinierungsrat des christlich-islamischen Dialogs". (vn v. 2. 2.)

     

  • Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) haben ihre Gespräche über den Prozess „Gemeinsam auf dem Weg zur Erneuerung der Kirche“ fortgeführt. Bei der nächsten Sitzung wird erörtert, was genau die Anlauf- bzw. Ombudsstellen für Fragen der Gleichstellung zwischen den Geschlechtern sein und leisten sollen. Der SKF und der Frauenrat der SBK „schätzen das konstruktive Miteinander“ sowie „den spürbaren Willen, gemeinsam für Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der katholischen Kirche einzustehen“, heißt es in einer Mitteilung. Die Delegation der SBK vertraten Weihbischof Denis Theurillat sowie Marlies Höchli (Frauenrat SBK). Der SKF wurde durch Vorstandsmitglied Iva Boutellier sowie Präsidentin Simone Curau-Aepli repräsentiert. Viele Katholikinnen in der Schweiz wünschen sich Reformen in ihrer Kirche, ähnlich wie etwa in Deutschland mit seinem „Synodalen Weg“. So schlägt der SKF über die Ombudsstellen für Gleichstellungsfragen hinaus auch Quoten zur Vertretung von Frauen in kirchlichen Leitungsgremien vor. Die SBK hat der SKF vorgeschlagen, Frauen mit beratender Stimme an ihren Vollversammlungen zu beteiligen. Der SKF hat für Frauen auch neue Formen der sakramentalen Sendung für Taufe und Krankensalbung gefordert. (vn v. 3. 2.)

     

  • In der Debatte um die wechselseitige Einladung zur Eucharistie- oder Abendmahlsfeier hat die römisch-katholische Theologin Dorothea Sattler das Votum deutscher Theologen gegen die Kritik Vatikans verteidigt. Der Text des Ökumenische Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK), dessen wissenschaftliche Leiterin auf römisch-katholischer Seite sie ist, sei die Frucht jahrelanger theologischer Studien, sagte sie bei einer Online-Diskussion. Dabei habe es „Fortschritte in der theologischen Wahrnehmung" der jeweils anderen Konfession gegeben. Sie finde es „abgründig traurig", dass die vatikanische Glaubenskongregation dies nicht wertschätze. Die verbleibenden Unterschiede im Amtsverständnis der Kirchen dürften nicht länger als entscheidendes Kriterium für die Kommuniongemeinschaft gelten. Vielmehr sei es heute begründungspflichtig, "warum wir nicht gemeinsam Mahl feiern", sagte die in Münster lehrende Theologin. Auch die Göttinger evangelische Theologin Christine Axt-Piscalar bescheinigte dem ÖAK-Votum, dieses entfalte auf Basis evangelischer Grundlagentexte „sehr valide" ein Verständnis des ordinierten Amtes. Damit wandte sie sich auch gegen die Kritik des Kardinals Kurt Koch, der dem Theologenpapier mit Blick auf eine entgegenstehende Praxis in der evangelischen Kirche in Deutschland eine „mangelnde Erdung" vorgeworfen hatte. (kna u. kap v. 11. 2.)

     

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