Zu einem Festakt und einem Festgottesdienst zum 50-Jahr-Jubiläum der Stiftung „Pro Oriente“ waren der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I., der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. und der Ökumeneminister Kardinal Kurt Koch in Wien.

Zum Dialog und zur Versöhnung gibt es keine Alternative, betonte Patriarch Bartholomaios in seiner Festansprache im Festsaal der Universität Wien. Als große offene Fragen im Verhältnis zwischen Orthodoxer und Katholischer Kirche nannte er die Stellung des Papstes sowie die mit Rom unierten Ostkirchen. Besondere Sorge bereite dem Ökumenischen Patriarchen auch die Situation der Christen im Nahen Osten. Nicht Gewalt, sondern nur Dialog und Versöhnungsbereitschaft könnten zum Frieden im Heiligen Land und im gesamten Nahen Osten führen. Alle Kirchen müssten sich gemeinsam dafür einsetzen. Der koptische Papst-Patriarch Tawadros II. griff den Friedens- und Einheitsappell von Patriarch Bartholomaios auf. Gerade in jenen Ländern, wo Christen eine Minderheit sind, sei das gemeinsame Zeugnis der Einheit überlebensnotwendig. Wie das Oberhaupt der Koptisch-orthodoxen Kirche berichtete, sei in Ägypten vor kurzem ein gemeinsames Kirchengremium eingerichtet worden, in dem neben den Kopten auch die katholische, griechisch-orthodoxe und evangelische Kirche vertreten sind. Der koptische Papst-Patriarch äußerte weiters den Wunsch, dass die Kirchen endlich zu einem gemeinsamen Termin für das Osterfest finden mögen. Das wäre ein deutliches Zeichen der Verbundenheit und des Wunsches nach Einheit. Kardinal Koch sprach von einem "ökumenischem Königsweg", mit dem es Pro Oriente gelungen sei, in inoffiziellen und persönlichen Begegnungen die Ökumene in Gang zu bringen. Wichtig sei auch die Heranbildung junger aufgeschlossener Theologen, "die auch innovativ neue ökumenische Wege auskundschaften". Er hob in diesem Zusammenhang die von Pro Oriente eingesetzte Kommission junger katholischer und orthodoxer Theologen hervor. Pro Oriente-Präsident Johann Marte appellierte an die anwesenden Kirchenoberhäupter: Es brauche dringend Initiativen zu mehr Einheit. Nur geeint könnten die Christen einen erfolgreichen Dialog mit andern Religionen führen, zeigte sich Marte überzeugt. Vor dem Festakt fand in der Wiener Schottenkirche ein ökumenischer Festgottesdienst statt, an welchem Vertreter aller christlichen Kirchen in Österreich teilnahmen, darunter u.a. der lutherische Bischof Michael Bünker, der methodistische Superintendent und Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Lothar Pöll, der koptische Bischof Anba Gabriel, der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld, der altkatholische Bischof John Okoro, Erzdiakon Patrick Curran von der anglikanischen Kirche, der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer, Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej, der armenisch-apostolische Alterzbischof Mesrob Krikorian und der griechisch-orthodoxe Metropolit von Wien, Arsenios (Kardamakis). (Kathweb/KAP v. 8.11. und http://de.radiovatikana.va  vom 6.11.; JA v. 9.11.)

 

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Als erstes islamisches Land der Welt hat Pakistan den Brauch der Mitgift quasi verboten. Dem neuen Gesetz zufolge wird die Mitgift deutlich beschränkt, wenn auch nicht völlig abgeschafft. Die Regierung habe damit eine „historische Entscheidung" getroffen, die „wichtig für die Ärmsten der Nation" sei, sagte der Bischof von Hyderabad, Samson Shukardin, laut der Nachrichtenagentur „Fides“. Die Ausgaben für die Mitgift würden oft auf Kosten der täglichen Bedürfnisse gehen und besonders arme Familien nicht selten in Schulden stürzen. „Darüber hinaus ist materieller Reichtum sicherlich nicht der zentrale Aspekt der Ehe", betonte Shukardin. Er drängte das zuständige Ministerium, bei der Umsetzung des Gesetzes ein besonderes Augenmerk darauf zu legen, „dass keine Frau Gewalt ausgesetzt ist, weil sie keine ausreichende Mitgift mitgebracht hat". In Pakistan waren bisher Geschenke und Mitgift in der Heiratsurkunde dokumentiert sowie festgeschrieben, wie im Falle einer Scheidung zu verfahren wäre. Vor Pakistan haben in den vergangenen Jahren bereits Indien wie auch das säkular verfasste Bangladesch die Praxis des Forderns und Annehmens von Mitgift verboten. In traditionell orientierten Teilen der Gesellschaft wird sie jedoch weiterhin im Geheimen praktiziert. (fides u. kap u. vn v. 1. 12.)

     

  • Die „Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz“ (RKZ), der Zusammenschluss der römisch-katholischen Kantonalkirchen, tritt offiziell für die Zulassung zum Priesteramt ein unabhängig von Zivilstand und Geschlecht. Auf Antrag der Landeskirche Baselland hat die Plenarversammlung der RKZ diese Zielsetzung in ihre Strategieplanung für die Jahre 2020 bis 2023 aufgenommen. Im gleichen Passus des Dokuments setzt sich die RKZ dafür ein, dass die Kirche den Frauen aufgrund ihrer gleichen Würde auch gleiche Rechte einräumt und das Volk Gottes an Entscheidungen beteiligt. Die Zustimmung der am 28. November per Videokonferenz abgehaltenen Plenarversammlung zu dem Antrag der Landeskirche Baselland erfolgte mit gut zwei Dritteln der Stimmen, teilte Landeskirchenratspräsident Ivo Corvini der Baselbieter Synode mit. Die Landeskirche Baselland ist seit ihrer Gleichstellungsinitiative von 2014 durch ihre Kirchenverfassung verpflichtet, sich für dieses Anliegen einzusetzen. (www.kirche-heute.ch v. 2. 12.)

     

  • Der theologische Dialog zwischen römisch-katholischer und orthodoxer Kirche sollte von Initiativen des gemeinsamen Zeugnisses begleitet werden. Das betonte der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. nach Angaben der Stiftung „Pro Oriente“ in der Liturgie zum Andreas-Fest im Istanbuler Phanar. Bei diesen „Initiativen des Zeugnisses" gehe es um Aktionen in gegenseitigem Vertrauen. An dem Gottesdienst in der St. Georgskathedrale nahm auch eine „brüderliche Delegation" aus dem Vatikan mit Kardinal Kurt Koch teil. Der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) in Gang gekommene Dialog schreite mit „Beharrlichkeit, Realismus und vollem Vertrauen in die Göttliche Vorsehung" auf jenem Weg voran, der zum Ziel der so sehr ersehnten vollen Einheit führen werde. Das werde trotz der Einwände jener geschehen, die entweder den Wert der Theologie gering schätzten oder die Ökumene für eine Utopie hielten. Die jüngsten „tragischen Ereignisse der Gewalt im Namen Gottes und der Religion" machten den Wert und die Bedeutung des interreligiösen Dialogs deutlich. Der Patriarch ist überzeugt, dass die Ausarbeitung einer allgemein akzeptierten christlichen Anthropologie eine wichtige Unterstützung für die Beziehungen von orthodoxer und römisch-katholischer Kirche bedeuten würde. Denn erst dann werden die Kirchen auf dem Weg der Wahrheit und der Liebe, den Quellen wahren Lebens und wahrer Freiheit in Christus, voranschreiten. (kap v. 2. 12.)

     

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