Beim Weihnachtsempfang vor leitenden Mitarbeitern der Vatikan-Verwaltung prangert Papst Franziskus 15 kuriale Krankheiten an.

So etwas sei „bisher noch nie vorgekommen“, sagte Kardinal Giovanni Lajolo, der frühere Präsident der Päpstlichen Kommission für den Staat Vatikanstadt sowie des Governatorats der Vatikanstadt. Normalerweise war immer ein Rückblick über die wichtigsten kirchlichen Ereignisse des vergangenen Jahres das Thema dieser weihnachtlichen Rede. Folgende Vorwürfe erhob der Papst: 1. Die Krankheit, sich „unsterblich“, „immun“ oder geradezu „unersetzlich“ zu fühlen. 2. Die Krankheit des „Martalismmus“, d. h. der übertriebenen Arbeitswut und Geschäftemacherei. 3. Die Krankheit der geistigen und geistlichen „Versteinerung“. 4. Die Krankheit der ausufernden Planung und des Funktionalismus. 5. Die Krankheit der schlechten Absprache untereinander. 6. Die Krankheit des „geistlichen Alzheimer“, d.h. der Vergesslichkeit der eigenen spirituellen Wurzeln. 7. Die Krankheit der Rivalität und der Ruhmsucht. 8. Die Krankheit der schizophrenen Existenz d. h. ein Doppelleben zu führen als Bürokrat in einer „Scheinwelt“ der Vatikanischen Bürokratie. 9. Die Krankheit des Geschwätzes, Gemurmels und Tratschens. 10. Die Krankheit der Vergötterung der Vorgesetzten. 11. Die Krankheit der Gleichgültigkeit gegenüber anderen. 12. Die Krankheit des Beerdigunggesichts. 13. Die Krankheit des Sammelns, d.h. Dinge anzuhäufen, die man eigentlich nicht braucht. 14. Die Krankheit der geschlossenen Kreise durch Gruppen- und Grüppchenbildungen. 15. Die Krankheit des sich Zur-Schau-Stellens und des weltlichen Profits. (http://de.radiovaticana.de vom 22. 12; Katweb/KAP v. 23. 12; Die Furche v. 23. 12. JA v. 4.1. 2015; u.v.a.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Fall der entführten und zwangsverheirateten 14-jährigen Christin Maira Shahbaz aus Islamabad (Pakistan) gibt es Hoffnung auf eine Befreiung. Der Großmufti der sunnitischen Rizvi-Jammah Moschee in Faisalabad, Muhammad Asad Ali Rizvi Efi, hat mit einem muslimischen Rechtsurteil (Fatwa) die vom mutmaßlichen Entführer Mohamad Nakash vorgelegte Heiratsurkunde als gefälscht bezeichnet. Nakash behauptet, mit dem minderjährigen Mädchen gültig verheiratet zu sein. Dazu sagte Lala Robin Daniel, Menschenrechtsaktivistin aus Faisalabad, gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“: „Die Stellungnahme des Großmuftis ist von Bedeutung. Die Heiratsurkunde ist zweifellos gefälscht. Die Unterschrift des Imams, der die Trauung angeblich durchgeführt hat, ist falsch. Die bestehende Ehe von Nakash wird nicht erwähnt. All das zeigt deutlich, dass es sich um einen Betrug handelt.“ Der christliche Anwalt der Familie hofft auf eine baldige Wiederaufnahme des Verfahrens. Das Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt und begleitet aktuell den Fall eines weiteren 14-jährigen Mädchens, der Katholikin Huma Younus. Sie wurde im Oktober 2019 aus ihrem Elternhaus in Karatschi verschleppt. Auch hier läuft ein Revisionsverfahren. (www.kirche-in-not.de u. vn v. 8.

     

  • Nach einer entsprechenden Ausbildung und der Ermächtigung durch Bischof Josef Marketz (Diözese Gurk-Klagenfurt) können auch Frauen und Männer aus dem Laienstand ab März 2021 Begräbnisse leiten. Der erste „Lehrgang zur Leitung von Begräbnissen für theologisch und pastoral qualifizierte Laien“ soll kommenden Herbst beginnen. „Trauernde zu trösten und Tote zu begraben sind Werke der Barmherzigkeit, die jeder Christin und jedem Christen, aber auch der Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden, aufgetragen sind“, so Bischof Marketz. Mit der neuen Ausbildung wolle die römisch-katholische Kirche Kärntens einerseits Priester und Diakone in ihrem Dienst unterstützen. Im Erzbistum Wien werden bereits seit längerem Laien mit dieser Aufgabe betraut. (vn v. 2. 7.)

     

  • Ein „historischer Moment“ war laut Katharina Rogenhofer, Sprecherin des österreichischen Klimaschutz-Volksbegehrens, der am 24. Juni bei einer Pressekonferenz in Wien erfolgte Schulterschluss der österreichischen Religionsgemeinschaften und der gemeinsame Aufruf zur Unterzeichnung. Kardinal Christoph Schönborn sagte in seinem Statement, dass er und die weiteren fünf Religionsvertreter die „Zukunft sichern“ wollten. Mit ihm waren am Podium: der lutherische Bischof Michael Chalupka, der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic sowie die Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Buddhistischen Religionsgesellschaft, Oskar Deutsch, Ümit Vural und Gerhard Weissgrab. (JA v. 5. 7.)

     

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