Der deutsche römisch-katholische Moraltheologe Eberhard Schockenhoff tritt erneut für eine Neubewertung der Homosexualität ein:

„Wo immer Werte wie Freundschaft, Verlässlichkeit, Treue, Füreinander-Einstehen und Verantwortung gelebt werden, verdient dies moralische Anerkennung, unabhängig davon, unter dem Vorzeichen welcher sexuellen Orientierung dies geschieht.“ Diese moralische Anerkennung gelte dann nicht nur den jeweiligen Partnern als Individuen oder Privatleuten, „sondern auch der öffentlichen Lebensform (eingetragene Lebenspartnerschaft), die sie gewählt haben, um ihrem Zusammensein rechtliche Verbindlichkeit und institutionellen Schutz zu geben“. Die naturrechtliche Betrachtungsweise – der Naturzweck der Sexualität ist die Zeugung von Nachkommenschaft – vermöge nicht zu erklären, warum die nicht realisierte Fortpflanzungsfunktion menschlicher Sexualität die anderen Sinndimensionen entwertet, die ebenso zur Bedeutungsfülle menschlicher Sexualität gehören: die Lustfunktion, die Beziehungsfunktion und die „identitätsverbürgende Funktion im Sinne der existenziellen Erfahrung von Intimität und Geborgenheit“. Der Moraltheologe stellt hier für seine theologische Disziplin einen „Wechsel in der Argumentationsweise“ in Richtung einer „Beziehungsethik“ fest. Nimmt man die Grundthese der mehrdimensionalen Sinnhaftigkeit menschlicher Sexualität ernst, führe dies zur „Abkehr von einer objektivistischen Aktmoral“, schrieb er in einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe der Linzer „Theologisch-praktischen Quartalschrift“ (ThPQ). (religion.ORF.at vom 21. 10.; KAP vom 21. 10.)

 

 

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