Kanadischer Erzbischof fordert auf der Weltbischofsynode erneut mehr Würde für die Frau in Kirche und Welt sowie die (Wieder-)Einführung des Frauendiakonats.

Die Kirche müsse entschieden klarstellen, dass die Heilige Schrift keine Gewalt des Mannes über die Frau rechtfertige. Das sagte der kanadische Erzbischof Paul Andre Durocher bei der Familiensynode im Vatikan. Drei Vorschläge brachte Durocher in die Synode ein. Zum Einen sprach er sich dafür aus, mehr Frauen in entscheidende Positionen im Vatikan und in den Diözesen zu berufen. Zweitens regte er an, gut vorbereiteten Ehepaaren zu erlauben, in der Sonntagspredigt zu sprechen: „Sie könnten die Verbindung zwischen Schrift und ihrer gelebten Erfahrung als verheiratete Paare und Eltern einbringen“. Und drittens: „Jetzt könnte die Zeit gekommen sein, ernsthaft zu untersuchen, ob wir in der Kirche das Diakonat für Frauen öffnen können. Denn dieses Thema wurde nie abschließend geklärt, es ist immer noch ein offenes Feld.“ Er wünsche sich, dass diese Vorschläge „nicht weggewischt werden aus Angst vor anderen Themen“. Kritiker hatten beanstandet, ein Diakonat für Frauen sei das Einfallstor für die Forderung nach der Priesterweihe für Frauen. „Nehmen wir die Vorschläge als das, was sie sind, und nicht als Verschwörung, um andere Ziele zu erreichen“, so Durocher. (de.radiovaticana.va vom 20. 10.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Syrien alles dafür tun werde, um Frieden und Versöhnung zu fördern. Für die Christen in Syrien hat 2020 mit einer Friedensmesse begonnen. Die Kirche sei überall präsent, auch dort, wo die Sunniten bewusst alles zerstört hätten. „In Aleppo haben die Menschen die wahre Haltung der Kirche entdeckt und zwar jene der Nächstenliebe. Es geht um die Hilfe für die Armen, es geht um den Respekt gegenüber Menschen. Das ist der Dialog des Lebens. Das ist das Schöne hier, trotz des Krieges. Die Christen haben diese Berufung und zwar mit einer Dynamik der Einheit. […] Wir müssen diese Dynamik der Einheit schaffen, was viel Kraft, spiritueller Glaube und Hoffnung bedarf.“ (vn v. 3. 1.)

     

  • Der Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Münster, Clemens Leonhard, plädiert für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: In den derzeitigen Vorschriften für eine Trauung wird z. B. für ältere Leute der Hinweis auf Kinder weggelassen. Sonderregelungen im Segensgebet gibt es ebenso bei Trauungen mit Christen anderer Konfessionen oder Religionen oder sogar für Atheisten. Warum also nicht auch für Homosexuelle, wenn es nur eine Segnung ist, fragt Leonhard. Es geht ja in den Trauungstexten „um das Glück der konkreten Menschen“ und er zitiert: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander verzeihen, einander ertragen, wird deine Treue sichtbar.“ Diesen Satz könnte man doch auf „zwei Frauen oder zwei Männern“ umschreiben. Dem Wunsch der Homosexuellen nach einer Segnung gehört „nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Gerechtigkeit“ entsprochen. (Die Furche v. 2. 1.)

     

  • Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und orthodoxen Ostkirchen gratuliert. „Für sie und ihre Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden von Christus, dem Retter“, sagte er beim Mittagsgebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Er lud die Anwesenden zu einem Applaus für die ostkirchlichen Getauften ein, die ihr Weihnachtsfest am 7. Januar feiern.  (vn v. 6. 1.)

     

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