Der Vatikan installiert erstmals ein weibliches Beratungsgremium für eine Kurienbehörde, und zwar für den Päpstlichen Kulturrat.

Ins Leben gerufen wurde das Gremium vom Präsidenten des Päpstlichen Kulturrats, Kardinal Gianfranco Ravasi. Rund 20 Frauen, darunter Professorinnen, Mütter, Diplomatinnen, Journalistinnen und politische Aktivistinnen sollen dem vatikanischen Kulturministerium laufend Tipps und Anregungen aus der Sicht von Frauen vermitteln. Unter den Mitgliedern ist auch die italienische Franziskanerin Sr. Mary Melone, die erste Rektorin der Päpstlichen Universität Antonianum in Rom. In seiner Begrüßungsansprache sagte Kardinal Ravasi, er freue sich darauf, den Rat der Frauen anzuhören und sich von ihren Einsichten herausfordern zu lassen. Er gilt als einer der Kurienkardinäle, die sich für mehr Frauen an der Kirchenspitze einsetzen. Im April hatte Sr. Melone in einem "Radio Vatikan"-Interview mit ihrem Vorschlag einer "Synode der Frauen" analog zur katholischen Weltbischofssynode aufhorchen lassen. In diesem Beratungsorgan müssten Frauen aktiven Raum erhalten, um in der Kirche mitgestalten zu können. Frauen bräuchten eine Stimme, "die als Autorität anerkannt ist", sagte die Theologin und Philosophin damals in dem Interview. Ein stärkerer weiblicher Einfluss im Bereich der kirchlichen Bildung sei unabdingbar für eine neue Vision in der Kirche. Dazu zählte Sr. Melone etwa den häufigeren Einsatz weiblicher Lehrkräfte in Priesterseminaren und eine Vertiefung der sogenannten "Theologie der Frau". Letzteres hat auch Papst Franziskus bereits gefordert. Es gehe nicht darum, über die Frauen zu sprechen, sondern mit ihnen. (Kathweb/KAP v. 24. 6.; JA v. 5. 7.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Fall der entführten und zwangsverheirateten 14-jährigen Christin Maira Shahbaz aus Islamabad (Pakistan) gibt es Hoffnung auf eine Befreiung. Der Großmufti der sunnitischen Rizvi-Jammah Moschee in Faisalabad, Muhammad Asad Ali Rizvi Efi, hat mit einem muslimischen Rechtsurteil (Fatwa) die vom mutmaßlichen Entführer Mohamad Nakash vorgelegte Heiratsurkunde als gefälscht bezeichnet. Nakash behauptet, mit dem minderjährigen Mädchen gültig verheiratet zu sein. Dazu sagte Lala Robin Daniel, Menschenrechtsaktivistin aus Faisalabad, gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“: „Die Stellungnahme des Großmuftis ist von Bedeutung. Die Heiratsurkunde ist zweifellos gefälscht. Die Unterschrift des Imams, der die Trauung angeblich durchgeführt hat, ist falsch. Die bestehende Ehe von Nakash wird nicht erwähnt. All das zeigt deutlich, dass es sich um einen Betrug handelt.“ Der christliche Anwalt der Familie hofft auf eine baldige Wiederaufnahme des Verfahrens. Das Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt und begleitet aktuell den Fall eines weiteren 14-jährigen Mädchens, der Katholikin Huma Younus. Sie wurde im Oktober 2019 aus ihrem Elternhaus in Karatschi verschleppt. Auch hier läuft ein Revisionsverfahren. (www.kirche-in-not.de u. vn v. 8.

     

  • Nach einer entsprechenden Ausbildung und der Ermächtigung durch Bischof Josef Marketz (Diözese Gurk-Klagenfurt) können auch Frauen und Männer aus dem Laienstand ab März 2021 Begräbnisse leiten. Der erste „Lehrgang zur Leitung von Begräbnissen für theologisch und pastoral qualifizierte Laien“ soll kommenden Herbst beginnen. „Trauernde zu trösten und Tote zu begraben sind Werke der Barmherzigkeit, die jeder Christin und jedem Christen, aber auch der Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden, aufgetragen sind“, so Bischof Marketz. Mit der neuen Ausbildung wolle die römisch-katholische Kirche Kärntens einerseits Priester und Diakone in ihrem Dienst unterstützen. Im Erzbistum Wien werden bereits seit längerem Laien mit dieser Aufgabe betraut. (vn v. 2. 7.)

     

  • Ein „historischer Moment“ war laut Katharina Rogenhofer, Sprecherin des österreichischen Klimaschutz-Volksbegehrens, der am 24. Juni bei einer Pressekonferenz in Wien erfolgte Schulterschluss der österreichischen Religionsgemeinschaften und der gemeinsame Aufruf zur Unterzeichnung. Kardinal Christoph Schönborn sagte in seinem Statement, dass er und die weiteren fünf Religionsvertreter die „Zukunft sichern“ wollten. Mit ihm waren am Podium: der lutherische Bischof Michael Chalupka, der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic sowie die Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Buddhistischen Religionsgesellschaft, Oskar Deutsch, Ümit Vural und Gerhard Weissgrab. (JA v. 5. 7.)

     

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