Die Frage nach der Erlaubnis vom Kondomen beantwortet Papst Franziskus während seiner Pressekonferenz am 30. November auf dem Rückflug von seiner ersten Afrika-Reise mit einem neuen Ansatz:

Die römisch-katholische Kirche stehe vor einem „Dilemma“. Es gelte abzuwägen zwischen der Verteidigung des Lebens und der Offenheit des Sexualaktes für das Leben: „Entweder das fünfte Gebot oder das sechste". Er verwies auf die Frage der Pharisäer an Jesus, ob heilen auch am Sabbat erlaubt sei. Franziskus kommentierte dies mit den Worten "Es gibt die Pflicht zu heilen". Während des Rückflugs von den Philippinen im Jänner 2015 antwortete er zu dieser Frage mit dem berühmten Satz, Katholiken müssten sich „nicht wie Karnickel“ vermehren, und forderte eine verantwortungsbewusste Elternschaft. In dieser Frage sei an das Interview-Buch von Papst Benedikt XVI. aus dem Jahr 2010 erinnert: Wenn es darum gehe die Ansteckungsgefahr zu verringern, könne die Benutzung von Kondomen im „begründeten Einzelfall" ein „erster Schritt sein auf dem Weg hin zu einer anders gelebten, menschlicheren Sexualität", schrieb Papst Benedikt XVI. (KAP vom 1. 12.; JA vom 13. 12.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Syrien alles dafür tun werde, um Frieden und Versöhnung zu fördern. Für die Christen in Syrien hat 2020 mit einer Friedensmesse begonnen. Die Kirche sei überall präsent, auch dort, wo die Sunniten bewusst alles zerstört hätten. „In Aleppo haben die Menschen die wahre Haltung der Kirche entdeckt und zwar jene der Nächstenliebe. Es geht um die Hilfe für die Armen, es geht um den Respekt gegenüber Menschen. Das ist der Dialog des Lebens. Das ist das Schöne hier, trotz des Krieges. Die Christen haben diese Berufung und zwar mit einer Dynamik der Einheit. […] Wir müssen diese Dynamik der Einheit schaffen, was viel Kraft, spiritueller Glaube und Hoffnung bedarf.“ (vn v. 3. 1.)

     

  • Der Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Münster, Clemens Leonhard, plädiert für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: In den derzeitigen Vorschriften für eine Trauung wird z. B. für ältere Leute der Hinweis auf Kinder weggelassen. Sonderregelungen im Segensgebet gibt es ebenso bei Trauungen mit Christen anderer Konfessionen oder Religionen oder sogar für Atheisten. Warum also nicht auch für Homosexuelle, wenn es nur eine Segnung ist, fragt Leonhard. Es geht ja in den Trauungstexten „um das Glück der konkreten Menschen“ und er zitiert: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander verzeihen, einander ertragen, wird deine Treue sichtbar.“ Diesen Satz könnte man doch auf „zwei Frauen oder zwei Männern“ umschreiben. Dem Wunsch der Homosexuellen nach einer Segnung gehört „nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Gerechtigkeit“ entsprochen. (Die Furche v. 2. 1.)

     

  • Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und orthodoxen Ostkirchen gratuliert. „Für sie und ihre Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden von Christus, dem Retter“, sagte er beim Mittagsgebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Er lud die Anwesenden zu einem Applaus für die ostkirchlichen Getauften ein, die ihr Weihnachtsfest am 7. Januar feiern.  (vn v. 6. 1.)

     

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