In Erbil, der Hauptstadt der nördlichen kurdischen Region des Irak, wird am 8. Dezember die römisch-katholische Universität offiziell eröffnet.

Zu diesem Ereignis lädt die chaldäisch-katholische Erzeparchie Erbil alle ein, „die sich einem Bildungsweg anschließen wollen, der viele zu einer Zukunft des Wohlergehens und des Friedens geleiten wird". Der Grundstein für die Universität in Erbils Vorort Ankawa war vor zwei Jahren gelegt worden. Die Universität entstand auf einem 30.000 Quadratmeter großen Grundstück, das die chaldäisch-katholische Kirche zur Verfügung stellte. Zusammen mit der libanesischen römisch-katholischen Universität Saint-Esprit in Kaslik wurde ein den Erfordernissen entsprechendes akademisches Angebot entwickelt. Das Projekt sollte insbesondere auch jungen irakischen Christen die Möglichkeit geben, „in ihrer Heimat Zeugnis von ihrem Glauben abzulegen". Auch die dramatischen Erschütterungen im Norden des Irak und die Ankunft zahlreicher christlicher Flüchtlinge aus der Ebene von Ninive in Erbil konnte das Projekt nicht aufhalten. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die irakischen Christen trotz alledem zuversichtlich in die Zukunft blicken und ein harmonisches Zusammenleben mit den Muslimen erhoffen, schreibt die vatikanische Nachrichtenagentur "Fides". (KAP vom 3. 12.; JA vom 13. 12.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der Vatikan und die Kairoer Universität al-Azhar haben den Vereinten Nationen in New York vorgeschlagen, einen neuen „Welttag der menschlichen Geschwisterlichkeit“ einzurichten. Kurienkardinal Miguel Ayuso und al-Azhar-Richter Muhammad Abd al-Salam haben am 5. Dezember UN-Generalsekretär Antonio Guterres eine gemeinsame Botschaft des Papstes und des Groß-Imams Ahmad al-Tayyeb übergeben. Darin regen die Beiden an, den 4. Februar jährlich als weltweiten Gedenk- und Aktionstag im Zeichen der Geschwisterlichkeit zu begehen. Zudem schlagen sie ein Weltgipfeltreffen zur menschlichen Geschwisterlichkeit vor. Laut der Vatikanmitteilung hat Generalsekretär Guterres den Vorschlag anerkennend entgegengenommen und signalisiert, die Initiative unterstützen zu wollen. Er habe seinen Sonderberater für die Verhütung von Völkermord, den Senegalesen Adama Dieng, beauftragt, mit dem „Komitee zur menschlichen Geschwisterlichkeit“ zusammenzuarbeiten, das der Vatikan und die al-Azhar gegründet hatten zur Umsetzung der Grundsätze des gemeinsamen Dialog-Dokumentes vom 4. Februar 2019 in Abu Dhabi. Der Vatikan und die al-Azhar-Lehrautorität des sunnitischen Islam verpflichten sich in diesem „Dokument zur menschlichen Brüderlichkeit“ zum Einsatz für Dialog und Frieden sowie zu Gewaltverzicht und zum Schutz der Schöpfung. (vn v. 5. 12.; JA v. 15. 12.)

     

  • Der Bischof von Hildesheim, Heiner Wilmer, setzt Hoffnungen auf den gestarteten „Synodalen Weg“ zur Erneuerung der römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Er sei „zuversichtlich, dass die katholische Kirche am Ende eine andere sein wird als jetzt“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“-Zeitung. „Die Kirche der Zukunft wird deutlich partizipativer und weiblicher sein. […] Wir brauchen das Zusammenspiel von männlicher und weiblicher Perspektive“. Als Beispiel verwies er auf sein Bistum Hildesheim, wo er die Leitung der Pfarrgemeinden umstellen werde. „Wir wollen in Teams unterwegs sein. Es ist nicht mehr nur der Pfarrer, der alles entscheidet.“ Damit es nie wieder zu sexualisierter Gewalt durch Kleriker komme, brauche die Kirche „Gewaltenteilung und eine Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit und dem Staat“. Der Bischof regte insbesondere ein Überdenken der hartnäckigen Vorstellung von der Kirche als „perfekter Gesellschaft“ an. Denn diese Vorstellung habe dazu beigetragen, „dass bestimmte Dinge nicht sein durften und man sie unter den Tisch gekehrt hat: Bloß nicht darüber reden, um nicht das Image der Kirche zu beschädigen!“ (Augsburger Allgemeine u. vn v. 2. 12.)

     

  • Der orthodoxe Erzbischof Job von Telmessos (Getcha), Ko-Vorsitzender der Dialogkommission zwischen Orthodoxen und Katholiken und Vertreter des Ökumenischen Patriarchats beim Weltkirchenrat in Genf, weist Spekulationen über das Scheitern des Dialogs zurück. Der offizielle theologische Dialog zwischen römisch-katholischer und orthodoxer Kirche ist „erfolgreich“. Im norditalienischen Kloster Bose hatte das Koordinierungskomitee Mitte November eine revidierte Fassung der Erklärung über „Primat und Synodalität im Zweiten Jahrtausend und heute“ diskutiert, im kommenden Jahr soll die Diskussion fortgesetzt werden. In seiner Stellungnahme erinnert Erzbischof Job daran, dass der 1980 begonnene „bedeutungsvolle“ bilaterale katholisch-orthodoxe Dialog einen wesentlichen Beitrag zur Klärung theologischer Dispute der Vergangenheit geleistet habe. In seinem Artikel für den Newsletter "Blogospäre“ betont er, dass der von der Kommission in Gang gesetzte theologische Dialog „erfolgreich und bedeutungsvoll“ sei. Es handle sich um eine „ernsthafte und genaue“ Arbeit, die Zeit brauche. Die Mitglieder seien kompetente Theologen und seriöse Repräsentanten der Kirchen. (pro oriente u. vn [=Vatican News] v. 2. 12.)

     

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