Mit einer feierlichen Messe am 3. Mai wird in der Kathedrale von Olinda (Brasilien) der Seligsprechungsprozess des früheren brasilianischen Erzbischofs Dom Helder Pessoa Camara (1909-1999) offiziell eröffnet.

Der ehemalige Erzbischof von Recife und Olinda galt während der Militärdiktatur in Brasilien - die wie seine Amtszeit von 1964 bis 85 dauerte - als engagierter Kämpfer gegen soziale Ungerechtigkeit, die er als "kollektive Sünde" brandmarkte. Sein Einsatz für die Armen und die offen ausgesprochene Kritik an den Militärs brachte ihm den Ruf eines "roten" und "kommunistischen" Bischofs ein. Ende Februar hatte die vatikanische Heiligsprechungskongregation der Erzdiözese mitgeteilt, dass der Einleitung des Seligsprechungsprozesses nichts im Wege steht. Dass der Seligsprechungsprozess nun unter dem erst seit zwei Jahren im Amt befindlichen argentinischen Papst Franziskus eingeleitet wurde, sei kein Zufall, so der Theologieprofessor der römisch-katholischen Universität von Sao Paulo, Francisco Borba Neto. "Derzeit wird die Figur des ‚Volks-Märtyrers’ wiederentdeckt, der sein eigenes Leben dem Dienst an den ärmsten Menschen der Gesellschaft verschrieben hat", so Neto. "Unter Papst Franziskus wird diese Figur nun wieder in den Vordergrund geholt." (Kathweb/KAP/KNA v. 30. 4.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Konkrete Maßnahmen gegen Hassreden, will das „Internationale Dialogzentrum König-Abdullah“ (KAICIID) in Wien setzen. Dafür werden knapp 1,5 Millionen Euro im Jahr 2020 zur Verfügung gestellt. Das gab der Generalsekretär des KAICIID, Faisal Bin Muaamar, in einer Aussendung bekannt. Unterstützt werden Projekte in Europa und dem Nahen Osten, in Myanmar, Nigeria und der Zentralafrikanischen Republik. Die Initiative ist auf einer KAICIID-Tagung zum Thema „The Power of Words“ in Wien ins Leben gerufen worden. An der Tagung haben mehr als 150 Führungspersönlichkeiten aus den Bereichen Religion, Politik, Kultur und Medien teilgenommen, darunter der Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Kardinal Miguel Ayuso Guixot. (kap u. vn v. 1. 11.)

     

  • Die Grundform des priesterlichen Dienstes in der römisch-katholischen Kirche wird die ehelose Lebensform bleiben, betonte Kardinal Christoph Schönborn in einem Fernsehinterview. Er habe sich trotzdem bei der Amazonien-Synode für die Weihe bewährter verheirateter Männer zu Priestern in Ausnahmefällen ausgesprochen und für diesen Vorschlag im Schlussdokument votiert. (kap u. vn v. 4. 11.)

     

  • Es ist eine ökumenische Premiere in Österreich: Erstmals tagen die Mitglieder der römisch-katholischen sowie der orthodoxen Bischofskonferenz gemeinsam. Das Treffen findet ab 4. November im Wiener Erzbischöflichen Palais statt. Nach einem Austausch über Themen, die für beiden Kirchen relevant sind, wird um 18.30 Uhr eine gemeinsame Vesper in der griechisch-orthodoxen Kathedrale (Fleischmarkt 13, 1010 Wien) gefeiert, zu der alle Gläubigen eingeladen sind. Der gemeinsame Teil der Tagung endet mit einem Empfang des griechisch-orthodoxen Metropoliten Arsenois (Kardamakis), der auch Vorsitzender der orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich ist. Danach diskutierte der rein römisch-katholische Episkopat u. a. die Ergebnisse der Amazonien-Synode, an der Kardinal Schönborn teilgenommen hatte. (kap u. vn v. 3. 11.)

     

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