Ökumene

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hat im Vorfeld seines Vatikanbesuchs das Wirken von Papst Franziskus gewürdigt. „Ich betrachte das Wirken dieses Papstes mit großer Dankbarkeit. Die Impulse, die er gibt, sind auch für die Ökumene eine große Chance“, so Bedford-Strohm gegenüber der „Heilbronner Stimme“ in der Ausgabe vom 4. Februar. Der evangelische Landesbischof wird zusammen mit Kardinal Reinhard Marx am 6. Februar den Papst besuchen. Der gemeinsame Besuch mit Kardinal Marx beim Papst sei ein Novum und „damit auch ein ökumenisches Signal“, so Bedford-Strohm. In Rom werden sie über die ökumenischen Erfahrungen von Katholiken und Lutheranern in Deutschland anlässlich des Reformationsjubiläums sprechen, (www.de.radiovaticana.va v. 4. 2.)

 

Die römisch-katholische Kirche ist solidarisch mit den Staatsbürgern von muslimischen Ländern, denen die Einreise in die USA durch ein Dekret des US-Präsidenten Donald Trump verboten wurde. Als Zeichen für diese Solidarität hat der Bostoner Kardinal Sean O’Malley eine Gruppe muslimischer Religionsführer getroffen. Zu dem Treffen in O’Malleys Bischofskirche in Boston kamen auch der Gouverneur von Massachussets und Vertreter anderer christlicher Konfessionen. (www.de.radiovaticana.va v. 4. 2.)

 

Es war ein besonderer Moment für die Ökumene: Eine Delegation der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) war am 6. Februar zusammen mit dem Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, bei Papst Franziskus zu Gast. Der Papst würdigte in seiner Ansprache die „langjährige Zusammenarbeit“ und „gereifte ökumenische Beziehung“ der deutschen Kirchen. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf diesem segensreichen Weg des geschwisterlichen Miteinanders vorankommen und mutig und entschlossen auf eine immer vollkommenere Einheit hin fortschreiten. Wir haben die gleiche Taufe: Wir müssen zusammengehen, ohne müde zu werden.“ Allerdings müsse man die schmerzhafte Vergangenheit „in Demut und mit Freimut angehen“; darum sei es richtig, dass die Kirchen bald einen Buß- und Versöhnungsgottesdienst feiern wollten, um die „Erinnerung zu heilen … Zugleich wissen wir – in der Wirklichkeit der einen Taufe, die uns zu Brüdern und Schwestern macht, und im gemeinsamen Hören auf den Geist – in einer bereits versöhnten Verschiedenheit die geistlichen und theologischen Gaben zu schätzen, die wir von der Reformation empfangen haben“, sagte der Papst. (www.de.radiovaticana.va v. 6. 2.)

 

Die anglikanische und orthodoxe Kirche haben in einer gemeinsamen Erklärung in Istanbul moderne Formen der Sklaverei verurteilt. Nach einer gemeinsamen Konferenz am 8. Februar mit dem Titel „Sünde vor unseren Augen“ gaben der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, und der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., die gemeinsame Erklärung ab. In der heutigen Zeit wuchere die Sklaverei stärker als jemals zuvor, so Welby. Bartholomaios appellierte an die internationale Staatengemeinschaft, alle modernen Formen der Sklaverei durch passende Gesetze zu bekämpfen. Die beiden Kirchenoberhäupter bekannten in ihrer Erklärung, die Kirchen hätten nicht genug getan, um die heutige Sklaverei zu bekämpfen. Um Möglichkeiten zu finden, das gemeinsame Engagement bei diesem Thema zu stärken, wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. (kna u. www.de.radiovaticana.va v. 10. 2.)

 

„Uns eint mehr als uns trennt“. Mit der Studie „Gott und die Würde des Menschen“ liegt das Ergebnis der dritten ökumenischen Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VEKD) – unter dem Vorsitz von Bischof Gerhard Feige, Vorsitzender der Ökumene-Kommission der DBK sowie dem evangelischen Landesbischof Karl-Hinrich Manzke – vor. „Wir sind in unserem langen und intensiven Gesprächsprozess zu dem Ergebnis gekommen, dass es eine grundlegende Übereinstimmung in der Anthropologie und ebenso eine breite Gemeinsamkeit in der Ethik gibt. Auch hier gilt: Uns eint mehr als uns trennt“, erklärte Bischof Feige. „Die bestehenden Unterschiede in ethischen Einzelfragen werden in der Studie als ein begrenzter Dissens qualifiziert, der aber die fundamentalen Gemeinsamkeiten nicht aufhebt.“ Bischof Manzke, Landesbischof von Schaumburg-Lippe und Catholica-Beauftragter der VKED, ist der Überzeugung, dass die Ausführungen des abschließenden Berichts den Kirchen „neue Impulse geben können, gemeinsam für die Würde des Menschen einzutreten“. (www.de.radiovaticana.va v. 15. 2.)

 

Die beiden großen Kirchen Deutschlands laden anlässlich des Reformationsjubiläums zu einem ökumenischen Fest ein. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 14. Februar hervor. Unter dem Leitwort „Wie im Himmel, so auf Erden“ soll am 16. September in Bochum „ein Zeichen der Verbundenheit untereinander und der Sendung in der Welt“ gesetzt werden, so die Mitteilung. Neben der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sind auch der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) sowie das Zentralkomitee der Katholiken in Deutschland (ZdK) an der Ausrichtung des Tages beteiligt. Im Mittelpunkt der eintägigen Veranstaltung soll das gemeinsame, aus dem Glauben getragene Engagement der Christen für die Gestaltung von Politik und Gesellschaft stehen. Zum Abschluss werden der Vorsitzende der DBK, Kardinal Reinhard Marx, sowie der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, einen ökumenischen Gottesdienst feiern. (www.de.radiovaticana.va v. 16. 2.)

 

Der Grazer Liturgiewissenschaftler Basilious J. Groen ortet vielversprechende Ansätze und praktische Umsetzungen auf dem Weg zu einem gemeinsamen Osterdatum der christlichen Konfessionen. In Teilen Indiens etwa werde Ostern bereits an einem gemeinsamen Termin gefeiert, so Groen kürzlich bei einer internationalen Ökumene-Tagung an der Katholischen Privatuniversität Linz. Hoffnungsvoll stimmten auch diesbezügliche Gespräche zwischen Papst Franziskus und dem koptisch-orthodoxen Papst Tawadros II. Im Weg stünden einem gemeinsamen Ostertermin weiterhin über Jahrhunderte gewachsene Vorbehalte zwischen den Kirchen. Dabei wäre ein gemeinsamer Ostertermin gerade für konfessionsgemischte Familien eine deutliche Erleichterung, so Groen. (kap v. 17. 2.)

 

Die Renovierung der Grabkapelle in der Jerusalemer Grabeskirche ist ein Zeichen für die Zusammenarbeit von Christen verschiedener Konfessionen. Das sagte der Franziskanerkustos Francesco Patton, der von römisch-katholischer Seite für die Stätten im Heiligen Land zuständig ist, am 22. Februar. Finanziert wird die Restauration, deren Gesamtkosten sich auf 3,4 Millionen Euro belaufen, ungefähr zur Hälfte aus privaten Spenden und aus dem World Monuments Fund (WMF). Die Verantwortung für die Grabeskirche liegt bei sechs christlichen Konfessionen. Drei der sechs Konfessionen, nämlich die griechisch-orthodoxe, armenische und die römisch-katholische Kirche, haben die Instandsetzungsarbeiten zum ersten Mal gemeinsam geleistet. (kna v. 22. 2.)

 

Dem Katholischen am Evangelischen waren am 23. Februar im Albert Schweitzer Haus in Wien der römisch-katholische Theologe Martin Jäggle und der evangelische Wiener Superintendent Hansjörg Lein auf der Spur. Die Evangelische Akademie Wien und das Katholische Bildungswerk Wien hatten zu dem Dialog eingeladen. „Ökumene muss herausfordernd sein“, sagte Jäggle. Erst wenn es Probleme gebe, dann werde Toleranz evident, dann könne Neues entstehen und wachsen. „Der Aspekt des Voneinander-Lernens ist mir wichtig“, sagte Lein. Die Osternacht zu feiern oder das Ritual der Osterkerze, das nannte er als Beispiel für etwas „Katholisches“ am Evangelischen. „Das Wasser zur Tauferinnerung in den katholischen Kirchen rührt mich immer wieder an“, so der Wiener Superintendent. Beide waren sich einig, dass die „versöhnte Verschiedenheit“ im Kontext von Schmerz und Veränderung ein zentrales Moment der Ökumene sei. (kap v. 24. 2. u. www.evang-wien.at v. 27. 2.)

 

Eine weitere starke ökumenische Geste von Papst Franziskus: Am 26. Februar besuchte er als erster Papst überhaupt die anglikanische Gemeinde Roms. In der All Saints-Kirche traf er die Gläubigen und Vertreter der größten anglikanischen Gemeinde Italiens und nahm am Abendgebet teil. Seit genau zweihundert Jahren gibt es diese anglikanische Gemeinde in der Stadt. Dieses Jubiläum war Anlass für den Besuch. „Heute erkennen wir uns als das an, was wir sind: Schwestern und Brüder in Christus durch unsere gemeinsame Taufe […] Der Fortschritt zu einer vollen Gemeinschaft mag manchmal langsam und unsicher erscheinen, aber heute können wir aus dieser Begegnung hier Ermutigung ziehen […] Zum ersten Mal besucht ein Bischof Roms eure Gemeinschaft. Es ist eine Gnade und auch eine Verantwortung: Die Verantwortung nämlich, unsere Beziehungen zum Lobe Christi zu verstärken“, so Papst Franziskus. Die gegenseitige Anerkennung und das gemeinsame Zeugnis helfen dabei, die wechselseitigen Vorurteile der Vergangenheit zu überwinden. Der Papst begrüßte die sogenannte „Gemeinde-Partnerschaft“ zwischen All Saints und der römisch-katholischen Gemeinde Ognisanti in Rom. Gewürdigt wurde ausdrücklich die Initiative von Kardinal Walter Kasper, der am Anfang dieser Partnerschaft gestanden hatte. In seinen Begrüßungsworten hatte der Pfarrer der Gemeinde, Jonathan Boardman, die weltweite Vorbildfunktion des Papstes und seinen Einsatz für die Schwächsten, vor allem für die Flüchtlinge und Migranten gelobt. (www.de.radiovaticana.va v. 25. u. 26. 2.)

 

Der orthodoxe Patriarch von Alexandrien, Theodoros II., hat erstmals sechs Frauen zu Diakoninnen geweiht. Sie sollen vor allem in den Bereichen Erwachsenentaufe, Ehevorbereitung und Katechese tätig sein, wie die Stiftung „Pro Oriente“ am 27. Februar berichtete. Theodoros II., der für die orthodoxe Kirche auf dem ganzen afrikanischen Kontinent zuständig ist, weihte am 26. Februar nach dem Gottesdienst in der Kirche St. Nicolas in der Bergbaustadt Kolwezi (Kongo) drei Katechistinnen und drei Nonnen zu Diakoninnen. Der Heilige Synod von Alexandrien hatte bei seiner Tagung von 17. bis 19. November 2016 die Wiedereinführung der Diakoninnen beschlossen und eine bischöfliche Kommission „zur Vertiefung der Frage“ eingesetzt. Konzelebranten des Patriarchen waren die Metropoliten Nicephore (Konstantinou) von Kinshasa, Innocent (Biakatonta) von Bujumbura und Meletios (Grigoriatis) von Lubumbashi. Auf orthodoxen Websites wurde nach der Weihe in Kolwezi daran erinnert, dass die orthodoxe Kirche mehrere heilige Diakoninnen verehre, so die Heilige Tatiana, die Heilige Olympias und die Heilige Phoebe. Bei der liturgischen Gestaltung habe man sich an der Subdiakonatsweihe für Männer orientiert. Der emeritierte Athener Theologe Evangelos Theodorou, der sich viele Jahre wissenschaftlich mit der Geschichte der Diakoninnenweihe befasste, bezeichnete die Vorgangsweise des Patriarchen von Alexandrien als „frischen und wichtigen Schritt“. Theodorou erinnerte zugleich an einen historischen Präzedenzfall: So habe es in den 1930er-Jahren in Athen „Nonnen-Diakoninnen“ für die inhaftierten Frauen in den Gefängnissen gegeben. Die Diskussion über die Diakoninnen war in letzter Zeit in der orthodoxen Kirche intensiv geführt worden. So veranstaltete das griechische Zentrum für ökumenische, missiologische und ökologische Studien „Metropolit Panteleimon Papageorgiou“ eine internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema „Diakoninnen, Frauenweihe und orthodoxe Theologie“. In der Schlussbotschaft der Versammlung unterstrichen die Synodenmitglieder, dass „unterschiedliche Ansätze im Hinblick auf Fragen des Lebens der Kirche für uns keine Abweichungen von der orthodoxen Wahrheit sind, sondern eine Anpassung an die Realität in Afrika“. Der liturgische und karitative Frauendiakonat hatte im christlichen Osten bis in die Neuzeit, in der armenischen Kirche sogar bis zum Genozid im Osmanischen Reich (1915) Bestand. Er wurde kirchenrechtlich nie abgeschafft. Auch in der russisch-orthodoxen Kirche tauchte 1906 bei ersten Vorbereitungen ihres Landeskonzils der Vorschlag auf, den altkirchlichen Frauendiakonat zu erneuern. (religion.ORF.at u. KAP v. 27. 2.; JA v. 12. 3.)

 

Die Lebenssituation von Frauen auf den Philippinen steht im Zentrum des diesjährigen ökumenischen Weltgebetstages der Frauen (3. März). Das steht in einer gemeinsamen Presseerklärung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die zur Teilnahme an dem Gebetstag aufrufen. Unter dem Leitwort „Was ist denn fair?“ geht es beim Weltgebetstag in diesem Jahr um globale Gerechtigkeit. Die Unterzeichner der gemeinsamen Presseerklärung würdigen das weibliche Engagement für globale Gerechtigkeit, Frieden und Geschlechtergerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft über Konfessions-, Alters- und Ländergrenzen hinweg: „Nicht nur im Reformationsjahr 2017 ist dieses Engagement von großer Bedeutung für die Einheit der Christen und für ein respektvolles Miteinander der Menschen weltweit“, schreiben die Vizepräsidentin des Kirchenamtes der EKD, Bischöfin Petra Bosse-Huber, und der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Franz-Josef Bode, in der Presseerklärung. (www.de.radiovaticana.va v. 28. 2.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Nach dem Nein des Vatikan zu einer Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren fordert der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck „eine ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität". Die bloße Wiederholung der „Wertung von Homosexualität auf naturrechtlicher Basis" werde heute nicht mehr verstanden und auch nicht mehr akzeptiert, schreibt er in einem Brief an alle Pfarreien. Gerade in den Zuschriften vieler SeelsorgerInnen komme „eine offene Ablehnung der lehramtlichen Position zum Ausdruck, die nicht mehr ignoriert werden darf". Bei aller Wertschätzung von Schriftzeugnis, Lehramt und Tradition müsse es um eine „Übersetzung der Zeichen der Zeit" gehen. Die gesamte Tradition sei „als ein lebendiges Geschehen zu begreifen". Gerade die Segensfeiern seien entstanden aus der seelsorglichen Begleitung der betroffenen Menschen. „Über das Gute ihres Lebens einen Segen zu sprechen, der nicht einer Trauung ähnelt, wohl aber Zeichen der Begleitung ist, soll doch zeigen: Im Namen der Kirche ist Gott in dieser Beziehung gegenwärtig." Ähnlich 2600 Geistliche in Deutschland, zahlreiche Priester in Österreich, sowie die österreichischen Bischöfe Wilhelm Krautwaschl (Graz-Seckau), Josef Markets (Gurk-Klagenfurt), Hermann Glettler (Linz) und der Antwerpener Bischof Johan Bonny. (kna u. zahlreiche Medien ab. 20. 3.)

     

  • Im Irak tätige religiöse Organisationen haben anlässlich der Papstreise vom 5. bis zum 8. März ein gemeinsames Statement für Solidarität, Geschwisterlichkeit und interreligiösen Dialog unterzeichnet. In der interreligiösen Erklärung verpflichten sich die Organisationen, Diskriminierung und Missionierung abzulehnen, die kulturellen Werte und Überzeugungen anderer zu respektieren, den sozialen Zusammenhalt zu fördern und die Zusammenarbeit bei der Hilfe für Bedürftige zu stärken. Sie rufen zudem die Internationale Gemeinschaft auf, dem irakischen Volk zu helfen, die gegenwärtigen Herausforderungen „in einem wahren Geist der menschlichen Geschwisterlichkeit und Solidarität“ zu bewältigen. Die Erklärung unterschrieben unter anderem mehrere Caritas-Einrichtungen, die christlich-muslimische Adyan-Stiftung, Islamic Relief Worldwide und der Lutherische Weltbund. Schon in seiner Enzyklika „Fratelli tutti“ habe Papst Franziskus daran erinnert, dass sich keiner allein retten könne, heißt es in dem Manifest. Als positives Beispiel interreligiöser Zusammenarbeit verweisen die Unterzeichner auf das Abu Dhabi-Dokument von 2019 zur Brüderlichkeit aller Menschen hin , das Papst Franziskus und Großimam Ahmad Mohammad Al-Tayyeb unterzeichneten. „Als glaubensbasierte Organisationen schließen wir uns vollständig dieser Botschaft der Geschwisterlichkeit und des Dialogs an“. (vn v. 3. 3.)

     

  • Die Enzyklika „Fratelli tutti“ über Geschwisterlichkeit und soziale Freundschaft steht im Zentrum eines Web-Seminars, bei dem weibliche Führungspersönlichkeiten unterschiedlicher Religionen und Kulturen zu Wort kommen. Organisiert wurde das ökumenische und interreligiöse Seminar von der Weltunion katholischer Frauenverbände (WUCWO) anlässlich des internationalen Weltfrauentags am 8. März. Zwei Vatikangremien wirken dabei mit: der weibliche Beraterstab des päpstlichen Kulturrates und der Päpstliche Rat für Interreligiösen Dialog. Neben einer Videobotschaft der ehemaligen UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova, die als weibliches Mitglied im „Hohen Komitee für die Brüderlichkeit unter den Menschen“ im islamisch-christlichen Dialog engagiert ist, sind Beiträge weiterer Vertreterinnen aus Christentum, Judentum und Islam, Buddhismus und Hinduismus vorgesehen. Das Wort ergreifen etwa die Soziologieprofessorin und Vatikanberaterin Consuelo Corradi, Leiterin des Frauenrates im Päpstlichen Kulturrat, sowie die muslimische Theologin Shahrzad Houshmand, die ebenfalls dort Mitglied ist. Auch sprechen die Präsidentin des Interreligiösen und Interkulturellen Komitees des Internationalen Rates der Jüdischen Frauen, Nadine Iarchy. Weitere Beiträge kommen von Elena Seishin Viviani von der Buddhistischen Union und Svamini Hamsananda Ghiri von der Hinduistischen Union in Italien. Grußworte sprechen Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident der Päpstlichen Kulturrates, und Kardinal Miguel Ángel Ayuso Guixot, Präfekt des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog. „Wir sind dann im Jahr 2020 zu einer gemeinsamen Erklärung gekommen und haben festgestellt, dass es gemeinsame Punkte gibt, um menschliche Geschwisterlichkeit gemäß den vom Papst angegebenen Richtlinien durch Frauen in der Welt zu verwirklichen. In diesem Jahr 2021 hoffen wir, diesen Weg des Dialogs einen Schritt weiterzugehen und zu konkretisieren - es geht jetzt darum, von Erklärungen zu Fakten überzugehen“, sagt die Argentinierin Maria Lia Zervino, Präsidentin der WUCWO, im Interview mit Radio Vatikan. (vn v. 3. 3.)

     

  • Der Innsbrucker Pastoraltheologe Christian Bauer fordert eine Neuausrichtung der Priesterausbildung. Es brauche „einen anderen, postklerikalen Geist", schreibt er in einem Gastbeitrag für das Portal katholisch.de. Angehende Priester müssten „aus ihrer persönlichen Komfortzone heraus“. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) habe es „durchaus bemerkenswerte Neuansätze" gegeben. Unter dem heutigen Papst ergäben sich neue Möglichkeiten, da Franziskus die Synodalität als gemeinsames Vorangehen aller Getauften propagiere. Bislang führe die Priesterausbildung häufig zu einem „Hineinsozialisieren in einen klerikalen Habitus, der längst als ein wesentlicher Grund des geistlichen Missbrauchs bis hin zu sexualisierter Gewalt identifiziert ist". In Priesterseminaren entstehe oft ein „verhängnisvoller klerikaler Korpsgeist". Es brauche jedoch individuelle Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln, fordert der Pastoraltheologe. Zudem sollten „angehende Priester, Gemeinde- und Pastoralreferent*innen" nicht in „XXL-Seminaren" abgeschottet sein, sondern in dezentralen Wohngemeinschaften am ‚normalen' Studierendenleben" teilhaben. Prof. Bauer äußerte sich deshalb, weil eine Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz ein Reformkonzept vorgelegt hat, wonach die Priesterausbildung nur noch an wenigen Standorten in Deutschland erfolgen soll. Dies stieß zum Teil auf heftige Kritik. (kna u. kap v. 2. 3.)

     

  • Der deutsche Ökumenische Kirchentag (ÖKT) 2021 wird anders als alle Kirchentage bisher. Ein Beispiel dafür ist „Schaut hin – Von der Krise zur Vision“, das Anfang März veröffentlichte gemeinsame Magazin der römisch-katholischen und evangelischen Kirche für den Religionsunterricht. Konkret arbeiteten hier das Dezernat Schule und Bildung im Bistum Limburg und das Religionspädagogische Institut der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) zusammen. Das Heft bietet für Schulen Unterrichtsmaterialien zu den zentralen Themen des ÖKTs an: von Glaube und Spiritualität über die Bewahrung der Schöpfung bis hin zu Wirtschaft. „Es ist so wichtig, dass gerade Kinder und Jugendliche erkennen können, dass Christ-Sein nicht bedeutet, weltfern zu sein“, schreiben in ihrem Geleitwort der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, sowie die Bischöfin von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, und der Kirchenpräsident der EKHN, Volker Jung. (vn [=Vatican News] v. 2. 3.)

     

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