Zusammenarbeit und Dialog mit den (Welt-)Religionen: (Islam u.a.)

Zum diesjährigen muslimischen Fastenmonat Ramadan wünscht der päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog im Namen des Papstes allen Muslimen „Gelassenheit, Freude und zahlreiche geistliche Gaben“. In der Glückwunschbotschaft wird auch daran erinnert, dass sich am 19. Mai 1964 Papst Paul VI. als erster Papst während zum Ende des Fastenmonats an die Muslime wandte. In der diesjährigen Botschaft aus dem Vatikan wird auf die Enzyklika ‚Laudato Si‘ Bezug genommen. Die Zerstörung der Umwelt sei ein Problem sei eine Herausforderung, die über die Religionszugehörigkeit hinausgehe. Der interreligiöse Dialog-Rat des Vatikan hoffe deshalb, dass Katholiken und Muslime gemeinsam für die Erhaltung der Schöpfung einstünden. Die Botschaft wurde vom Präsidenten des Rates, Kardinal Jean-Louis Tauran, und dem Ratssekretär Miguel Ángel Ayuso Guixot am 19. Mai unterzeichnet. (rv v. 2. 6.)

 

Auf dem Gelände der Landwirtschafts-Universität von Faisalabad (Pakistan) entsteht derzeit die erste römisch-katholische Universitätskirche des Landes. Bei der Grundsteinlegung im Mai bezeichnete der Bischof der Stadt, Joseph Arshad, den Bau als einen „bedeutenden“ Schritt gegen die Benachteiligung der römisch-katholischen Minderheit: „Dieses seltene Beispiel von interreligiöser Harmonie wird unser Land besser darstellen. Andere Universitäten sollten das Gleiche tun.“ Der Kirchenbau soll über 500 Quadratmeter groß werden. Den Großteil der Kosten übernimmt die Diözese von Faisalabad, berichtet die Nachrichtenagentur „asianews“. Auch die Verwaltung der muslimischen Universität will Geld zur Verfügung stellen, schreiben pakistanische Medien unter Berufung auf den Vizerektor der Bildungseinrichtung, Iqrar Ahmad Khan. Dieser hatte bereits bei Ankündigung des Bauprojekts im Jahr 2011 von einer „Botschaft des Friedens, der Eintracht und der Gleichheit zwischen allen Religionsgemeinschaften und ethnischen Gruppen“ gesprochen. Damals übergab die Universitätsleitung auch 40 neu gebaute Wohnanlagen an christliche Studenten der Universität. An der Universität studieren laut asianews zahlreiche Christen. Über 300 Angestellte sind christlichen Glaubens. (asianews u. rv v. 8. 6.)

 

Britische Muslime stehen dem Attentat auf unschuldige Passanten auf der London-Bridge mit Abscheu gegenüber und warnen vor überstürzten emotionalen Reaktionen auf die Vorfälle. Am 3. Juni hatten drei Attentäter einen Van auf den Fußweg der London Bridge gesteuert und zahlreiche Menschen umgefahren, anschließend stiegen sie aus und stachen auf Passanten ein. Sieben Tote und rund 50 Verletzte. Britische Imame reagierten nun mit der Ankündigung, den Attentätern das muslimische Totengebet um Vergebung der Sünden und damit den Eintritt ins Paradies zu verweigern, berichtet die Süddeutsche Zeitung am 6. Juni. Zahlreiche Muslime kamen am Tatort zusammen, um ihrer Solidarität mit den Opfern Ausdruck zu verleihen. Scheich Ibrahim Mogra, der Vizevorsitzende des Britian’s Christian Muslim Forum, betonte im Interview mit Radio Vatikan, dass seine Gemeinschaft mit allen Teilen der britischen Gesellschaft zusammenarbeite, um Extremismus zu bekämpfen und die demokratischen Werte des Landes zu bewahren. Es werde ihm „übel und er sei am Boden zerstört darüber, dass einige Muslime im heiligen Monat Ramadan, wenn alle anderen Muslime in ganz Großbritannien in die Moscheen strömen und beten“, solch einen schlimmen Angriff auf Menschen ausübten, so Scheich Mogra. Er sei „dem allmächtigen Gott“ dankbar dafür, dass alle Glaubensgemeinschaften eng zusammenstünden, wie dies bereits bei den voran gegangenen Attentaten der Fall gewesen sei. Es sei wichtig zu sehen, dass der Islam eine Religion sei, „die diese Grausamkeiten verurteilt“. (rv v. 6. 6.)

 

Am 14. Juni wollen rund 300 Imame der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) eine Deklaration gegen Extremismus unterzeichnen. Dazu wollen sie im islamischen Zentrum in Wien-Floridsdorf zusammenkommen. Die Deklaration soll an alle Parlamentarier, Medien und andere Religionsgemeinschaften übermittelt werden. Für den Sommer plant die IGGiÖ eine Menschenkette vom Islamischen Zentrum über die Brigittenauer Donaubrücke zur nächsten römisch-katholischen Pfarrkirche. (Die Presse v. 8. 6.; JA v. 25. 6.)

 

Die römisch-katholische Kirche in Ägypten hat die Entscheidung der muslimischen Al-Azhar-Universität begrüßt, zum ersten Mal einen christlichen Studenten aufzunehmen. Es sei ein „positiver“ Schritt, der eine „interessante Entwicklung“ nicht nur für die Hochschule, sondern auch für das ganze Land haben könnte. So äußerte sich der Sprecher der römisch-katholischen Kirche Ägyptens, Rafic Greiche, gegenüber der Nachrichtenagentur „asianews“. Ab dem kommenden Monat wird der koptische Medizinstudent Abanoub Guirguis Naeem sein „Praktisches Jahr“ an der Fakultät für Zahnmedizin an der Al-Azhar-Universität absolvieren. Die Hochschule gilt als die bedeutendste sunnitische Lehreinrichtung, die sich für einen modernen Islam und für interreligiösen Dialog einsetzt. Papst Franziskus hatte die Universität im April 2017 besucht. (asianews u. rv vom 9. 6.; JA v. 25. 6.)

 

In mehreren Bundesstaaten Indiens regt sich Widerstand gegen das Schlachtverbot für Kühe, das die indische Regierung im Mai per Gesetz angeordnet hatte. Das Parlament von Kerala hat das Verbot jetzt für den ganzen südwestlichen Bundesstaat aufgehoben: Das Gesetz sei ein Angriff auf die Essgewohnheiten vor allem von Christen und Muslimen, so die Begründung. Im Glauben der Hindus ist die Kuh heilig. Im Landesvergleich gibt es in Kerala aber deutlich mehr nicht-hinduistische Bürger, z. B. über 25 Prozent Muslime und ca. 18 Prozent Christen. (asianews u. rv v. 9. 6.)

 

Die Kämpfe zwischen Islamisten und Regierungstruppen um die Stadt Marawi auf der südphilippinischen Insel Mindanao halten weiter an. Um den Flüchtlingen zu helfen, haben religiöse Organisationen und Menschenrechtsgruppen – Christen und Muslime – die „Nationale interreligiöse humanitäre Mission“ gestartet. „Wir besuchen Opfer von Zwangsevakuierungen, stellen Hilfsgüterpakete bereit und leisten psychosoziale Betreuung“, erklärte eine Sprecherin der Vereinigung, die den Namen „Kalinaw“ trägt. „Das bedeutet Frieden, nach dem wir in Mindanao streben“, ergänzte sie. Auch wollen die religionsübergreifenden Freiwilligen die Schäden durch Luftangriffe der Armee und durch das Kriegsrecht dokumentieren. (reuters u. rv v. 16. 6.)

 

Wie kann im mehrheitlich muslimischen Pakistan die Diskriminierung und Verfolgung religiöser Minderheiten beendet werden? Darüber haben sich Kirchenvertreter und Mitarbeiter bei einem Treffen in Lahore ausgetauscht. Die Teilnehmer zeigten sich überzeugt, das gelinge nur mit Dialog und einer gemeinsamen Strategie mit den Muslimen. „Die religiösen Minderheiten brauchen den interreligiösen Dialog für ihr Überleben“, sagte der frühere Geschäftsführer der römisch-katholischen Kommission für Interreligiösen Dialog und Ökumene des Landes, Javed William. Eine „gemeinschaftliche Strategie“ der unterschiedlichen religiösen Gruppen in Pakistan forderte auch Pater Jamil Albert von der Kommission für Dialog der Franziskaner. „Wir haben schon viel in unsere Beziehung mit den Muslimen durch unsere Bildungs- und Religionsforen investiert, aber […] es braucht mehr Anstrengungen für interreligiöse Harmonie.“ Die Gemeinschaft der Franziskaner von Lahore hatte in den 1980er-Jahren das christlich-muslimische Dialogforum initiiert. (ucanews u. rv v. 19. 6.)

 

Spitzenvertreter aller Religionen haben den Anschlag auf die Moscheebesucher im Londoner Stadtteil Finsbury Park verurteilt. Ein Kleinbus war am 19. Juni kurz nach Mitternacht in eine Menschengruppe vor der Moschee gerast. Ein Muslim kam ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. Augenzeugen berichteten, der 48-jährige Fahrer des gemieteten Kleinbusses habe gerufen: „Ich will alle Muslime töten.“ Der Primas der anglikanischen Kirche von England, Erzbischof Justin Welby, nannte den Anschlag „verabscheuungswürdig“ und betonte seine Solidarität mit der muslimischen Gemeinde. Der Angriff sei ein „Anschlag auf uns alle, unsere Kultur und unsere Werte“. Der römisch-katholische Erzbischof von Westminster, Kardinal Vincent Nichols, zeigte sich „zutiefst schockiert“. Der einzige Weg aus dieser Spirale der Gewalt sei die tägliche Vergegenwärtigung, dass „wir alle Erzeuger von Verständnis, Mitgefühl und Frieden“ sein müssen. Die jüdische Gemeinde verurteilte „den Versuch, die Spannungen in Großbritannien eskalieren zu lassen. […] Ein Anschlag auf eine Religion ist ein Anschlag auf alle Religionen“, so der Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses, Moshe Kantor. Ebenso äußerte sich die britische Vereinigung der Sikhs: Man brauche „einen ehrlichen Dialog und einen Sinneswandel“ mit Blick darauf, wie die britische Regierung mit allen Formen von Hass und Terror umgehe, so der Vorsitzende der Vereinigung, Bhai Amrik Singh. (kna u. rv v. 19. 6.)

 

Die Muslima Seyran Ates, geboren 1963 in Istanbul, gründete mit Gesinnungsfreunden in Berlin eine liberale Muslim-Gemeinde, in deren Moschee Frauen und Männer miteinander beten und wo auch zur Imamin ausgebildete Muslimas die Predigt halten. Die „Ibn Rushd-Goethe-Moschee“ zeigt schon im Namen das Ziel einer Verbindung des östlichen Islam mit der westlichen Kultur und erinnert an Goethes „West-östlichen Diwan“. Im Interview in der Tageszeitung „Der Standard“ vom 24. Juni sagt sie: „Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen Muslimen, Juden und Christen. Auf die wollen wir uns besinnen. […] Wir liberale Muslime müssen mehr am öffentlichen Bild des Islam mitarbeiten. […] An uns ist es, einen friedlichen Islam der Liebe und Barmherzigkeit zu zeigen. Dazu gehört die Vermittlung in die Masse der Muslime hinein. […] Deshalb wollen wir Vorbild sein für alle aufgeklärten Muslime. Wir müssen zeigen, dass es diese schweigende Mehrheit friedlicher Muslime gibt. […] Wir stehen in einer jahrhundertealten Tradition. Unser Vorbild ist die Islamwissenschafterin Amina Wadud. Sie betete 2005 in New York als Imamin vor. Auch in islamischen Ländern praktizieren viele Muslime wie wir in unserer Moschee, dass Männer und Frauen gemeinsam beten und eine Frau vorbetet, die Predigt spricht.“ Sie erzählt in dem Interview auch von den Anfeindungen von muslimischer Seite und von einer innerislamischen „Spaltung“, ist aber „zuversichtlich, die Menschen, die sich uns gegenüber skeptisch zeigen, davon zu überzeugen, dass wir nebeneinander existieren können.“ (Der Standard v. 24. 6.)

 

Erstmals werden zwei muslimische Religionspädagogen auf der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Graz in die wissenschaftliche Forschung eingebunden sein. Ziel des Projekts „Integration durch religiöse Bildung“ ist die Qualitätsentwicklung des islamischen Religionsunterrichts sowie die Organisation von Weiterbildungsmaßnahmen für muslimische ReligionslehrerInnen in der Steiermark und in Kärnten. Außerdem wird ein interreligiöser Religionsunterricht – auch mit muslimischen Schülerinnen und Schülern – in ausgewählten Schulversuchen erprobt und begleitet werden. (JA v. 25. 6.)

 

Im Emirat Katar ist den ca. 14% Christen vieles erlaubt: 2008 konnte eine Kathedrale eingeweiht werden, die 2700 Gläubigen Platz bietet. Die 10 Priester betreuen die Gläubigen mit ca. 33 Messen von Freitag bis Sonntag. Der Pfarrgemeinderat ist international besetzt. (JA v. 25. 6.)

 

Das „immense Leid der Rohingya“ berührt den burmesischen Kardinal Charles Maung Bo. Das teilte er in einer Botschaft zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan mit. Die Rohingya sind eine mehrheitlich muslimische Bevölkerungsgruppe in Myanmar. „Mit dem Blick des Glaubens, der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit engagiere ich mich gegen jede Art von Unterdrückung in diesem Land“, so Kardinal Bo. Diese Sorge teile auch Papst Franziskus, „der seine Stimme für die muslimischen Rohingya erhob”. Er erinnert an das „große Potential“ und an die „große Zukunft“ Myanmars, dem aber vielen Herausforderungen gegenüber stünden. „Die ganze Welt wird die Regierung danach beurteilen, wie die Minderheiten […] behandelt werden“, so Kardinal Bo. (fides u. rv v. 27. 6.)

 

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Nach dem Nein des Vatikan zu einer Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren fordert der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck „eine ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität". Die bloße Wiederholung der „Wertung von Homosexualität auf naturrechtlicher Basis" werde heute nicht mehr verstanden und auch nicht mehr akzeptiert, schreibt er in einem Brief an alle Pfarreien. Gerade in den Zuschriften vieler SeelsorgerInnen komme „eine offene Ablehnung der lehramtlichen Position zum Ausdruck, die nicht mehr ignoriert werden darf". Bei aller Wertschätzung von Schriftzeugnis, Lehramt und Tradition müsse es um eine „Übersetzung der Zeichen der Zeit" gehen. Die gesamte Tradition sei „als ein lebendiges Geschehen zu begreifen". Gerade die Segensfeiern seien entstanden aus der seelsorglichen Begleitung der betroffenen Menschen. „Über das Gute ihres Lebens einen Segen zu sprechen, der nicht einer Trauung ähnelt, wohl aber Zeichen der Begleitung ist, soll doch zeigen: Im Namen der Kirche ist Gott in dieser Beziehung gegenwärtig." Ähnlich 2600 Geistliche in Deutschland, zahlreiche Priester in Österreich, sowie die österreichischen Bischöfe Wilhelm Krautwaschl (Graz-Seckau), Josef Markets (Gurk-Klagenfurt), Hermann Glettler (Linz) und der Antwerpener Bischof Johan Bonny. (kna u. zahlreiche Medien ab. 20. 3.)

     

  • Im Irak tätige religiöse Organisationen haben anlässlich der Papstreise vom 5. bis zum 8. März ein gemeinsames Statement für Solidarität, Geschwisterlichkeit und interreligiösen Dialog unterzeichnet. In der interreligiösen Erklärung verpflichten sich die Organisationen, Diskriminierung und Missionierung abzulehnen, die kulturellen Werte und Überzeugungen anderer zu respektieren, den sozialen Zusammenhalt zu fördern und die Zusammenarbeit bei der Hilfe für Bedürftige zu stärken. Sie rufen zudem die Internationale Gemeinschaft auf, dem irakischen Volk zu helfen, die gegenwärtigen Herausforderungen „in einem wahren Geist der menschlichen Geschwisterlichkeit und Solidarität“ zu bewältigen. Die Erklärung unterschrieben unter anderem mehrere Caritas-Einrichtungen, die christlich-muslimische Adyan-Stiftung, Islamic Relief Worldwide und der Lutherische Weltbund. Schon in seiner Enzyklika „Fratelli tutti“ habe Papst Franziskus daran erinnert, dass sich keiner allein retten könne, heißt es in dem Manifest. Als positives Beispiel interreligiöser Zusammenarbeit verweisen die Unterzeichner auf das Abu Dhabi-Dokument von 2019 zur Brüderlichkeit aller Menschen hin , das Papst Franziskus und Großimam Ahmad Mohammad Al-Tayyeb unterzeichneten. „Als glaubensbasierte Organisationen schließen wir uns vollständig dieser Botschaft der Geschwisterlichkeit und des Dialogs an“. (vn v. 3. 3.)

     

  • Die Enzyklika „Fratelli tutti“ über Geschwisterlichkeit und soziale Freundschaft steht im Zentrum eines Web-Seminars, bei dem weibliche Führungspersönlichkeiten unterschiedlicher Religionen und Kulturen zu Wort kommen. Organisiert wurde das ökumenische und interreligiöse Seminar von der Weltunion katholischer Frauenverbände (WUCWO) anlässlich des internationalen Weltfrauentags am 8. März. Zwei Vatikangremien wirken dabei mit: der weibliche Beraterstab des päpstlichen Kulturrates und der Päpstliche Rat für Interreligiösen Dialog. Neben einer Videobotschaft der ehemaligen UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova, die als weibliches Mitglied im „Hohen Komitee für die Brüderlichkeit unter den Menschen“ im islamisch-christlichen Dialog engagiert ist, sind Beiträge weiterer Vertreterinnen aus Christentum, Judentum und Islam, Buddhismus und Hinduismus vorgesehen. Das Wort ergreifen etwa die Soziologieprofessorin und Vatikanberaterin Consuelo Corradi, Leiterin des Frauenrates im Päpstlichen Kulturrat, sowie die muslimische Theologin Shahrzad Houshmand, die ebenfalls dort Mitglied ist. Auch sprechen die Präsidentin des Interreligiösen und Interkulturellen Komitees des Internationalen Rates der Jüdischen Frauen, Nadine Iarchy. Weitere Beiträge kommen von Elena Seishin Viviani von der Buddhistischen Union und Svamini Hamsananda Ghiri von der Hinduistischen Union in Italien. Grußworte sprechen Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident der Päpstlichen Kulturrates, und Kardinal Miguel Ángel Ayuso Guixot, Präfekt des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog. „Wir sind dann im Jahr 2020 zu einer gemeinsamen Erklärung gekommen und haben festgestellt, dass es gemeinsame Punkte gibt, um menschliche Geschwisterlichkeit gemäß den vom Papst angegebenen Richtlinien durch Frauen in der Welt zu verwirklichen. In diesem Jahr 2021 hoffen wir, diesen Weg des Dialogs einen Schritt weiterzugehen und zu konkretisieren - es geht jetzt darum, von Erklärungen zu Fakten überzugehen“, sagt die Argentinierin Maria Lia Zervino, Präsidentin der WUCWO, im Interview mit Radio Vatikan. (vn v. 3. 3.)

     

  • Der Innsbrucker Pastoraltheologe Christian Bauer fordert eine Neuausrichtung der Priesterausbildung. Es brauche „einen anderen, postklerikalen Geist", schreibt er in einem Gastbeitrag für das Portal katholisch.de. Angehende Priester müssten „aus ihrer persönlichen Komfortzone heraus“. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) habe es „durchaus bemerkenswerte Neuansätze" gegeben. Unter dem heutigen Papst ergäben sich neue Möglichkeiten, da Franziskus die Synodalität als gemeinsames Vorangehen aller Getauften propagiere. Bislang führe die Priesterausbildung häufig zu einem „Hineinsozialisieren in einen klerikalen Habitus, der längst als ein wesentlicher Grund des geistlichen Missbrauchs bis hin zu sexualisierter Gewalt identifiziert ist". In Priesterseminaren entstehe oft ein „verhängnisvoller klerikaler Korpsgeist". Es brauche jedoch individuelle Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln, fordert der Pastoraltheologe. Zudem sollten „angehende Priester, Gemeinde- und Pastoralreferent*innen" nicht in „XXL-Seminaren" abgeschottet sein, sondern in dezentralen Wohngemeinschaften am ‚normalen' Studierendenleben" teilhaben. Prof. Bauer äußerte sich deshalb, weil eine Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz ein Reformkonzept vorgelegt hat, wonach die Priesterausbildung nur noch an wenigen Standorten in Deutschland erfolgen soll. Dies stieß zum Teil auf heftige Kritik. (kna u. kap v. 2. 3.)

     

  • Der deutsche Ökumenische Kirchentag (ÖKT) 2021 wird anders als alle Kirchentage bisher. Ein Beispiel dafür ist „Schaut hin – Von der Krise zur Vision“, das Anfang März veröffentlichte gemeinsame Magazin der römisch-katholischen und evangelischen Kirche für den Religionsunterricht. Konkret arbeiteten hier das Dezernat Schule und Bildung im Bistum Limburg und das Religionspädagogische Institut der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) zusammen. Das Heft bietet für Schulen Unterrichtsmaterialien zu den zentralen Themen des ÖKTs an: von Glaube und Spiritualität über die Bewahrung der Schöpfung bis hin zu Wirtschaft. „Es ist so wichtig, dass gerade Kinder und Jugendliche erkennen können, dass Christ-Sein nicht bedeutet, weltfern zu sein“, schreiben in ihrem Geleitwort der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, sowie die Bischöfin von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, und der Kirchenpräsident der EKHN, Volker Jung. (vn [=Vatican News] v. 2. 3.)

     

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