Berlins Erzbischof Heiner Koch hält es „für gut, wenn man in manchen Fragen die Entscheidung den einzelnen Bischofskonferenzen überließe.

“ In einem Interview mit der deutschen Nachrichtenagentur KNA sieht Koch in der Dezentralisierung der Kirche eine Lösungsmöglichkeit vieler pastoraler Probleme in den Diözesen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass angesichts der unterschiedlichen Sichtweisen, die ich erlebe, alle Fragen in Rom geklärt werden. […] Wenn man wirklich eine offene Synode und einen offenen Austausch will, muss man damit leben, dass es verschiedene Vorschläge, Bewertungen und Sichtweisen gibt. Ich hielte es nicht für gut und sinnvoll, eine Synode danach zu bewerten, ob sie 100 Prozent Einigkeit in allen Fragen findet. Wir müssen dem Papst auch die unterschiedlichen Punkte und Sichtweisen vorlegen. Es ist sein schwerer Dienst an der Einheit, das zusammenzuhalten.“ Und zur Zulassung wiederverheiratet Geschiedener zu den Sakramenten sagte Koch: „Ich hoffe, dass es uns gelingt, die Botschaft von Ehe und Familie in einer einladenden Sprache, in einer narrativen, in einer nicht nur juristisch geprägten Sprache zu formulieren. […] Dann erwarte ich mir ein grundsätzliches Wort der Synode zu theologische Grundfragen: Wie kann es sein, dass ein Mensch, dessen Leben Brüche aufweist – etwa wegen einer gebrochenen Ehe – , dass der ein Leben lang nicht den Zugang zum Tisch des Herrn findet? Denn die Eucharistie ist ja auch eine Feier zur Vergebung der Sünden. Sie ist für Menschen da, die Kraft und eine Aufrichtung brauchen.“ Und zur Homosexualität: „Ich fand es bemerkenswert, dass ein afrikanischer Bischof in seiner Wortmeldung das Recht auf Wertschätzung homosexueller Menschen zur Sprache gebracht hat. Es hieß ja zuvor immer wieder, gerade die Afrikaner seien in dieser Frage hart. Daher war dies ein interessantes Zeichen.“ (de.radiovaticana.va vom 11. 10.; KNA v. 11. 10.)

 

 

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