Der orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic würdigt die Familiensynode:

Beeindruckt von der vatikanischen Familiensynode hat sich der Wiener serbisch-orthodoxe Bischof gezeigt. Der Vertreter der Orthodoxie auf der Synode würdigte im „Kathpress"-Gespräch, dass sich Papst und Bischöfe ganze drei Wochen "für dieses so wichtige Thema" Zeit genommen hätten. Viele der angesprochenen Themen würden auch die orthodoxe Kirche betreffen. „Die Säkularisierung macht auch vor der Orthodoxie nicht Halt", sagte der Bischof. Zudem zeigte er sich von der Gesprächskultur und der großen gegenseitigen Wertschätzung unter den Synodenteilnehmern beeindruckt – auch wenn die Teilnehmer bei manchen Themen unterschiedliche Standpunkte vertreten hätten. Er habe die Einladung zur Teilnahme nicht nur als einen Akt der Höflichkeit erlebt. Sowohl im Plenum als auch in der deutschsprachigen Arbeitsgruppe habe er das Wort ergreifen können und auch immer wieder zu bestimmten Themen die orthodoxe Sicht dargelegt. So seien etwa Jesus Worte von der Unauflöslichkeit der Ehe als Gebot und nicht als Gesetz zu verstehen, an dem nicht gerüttelt werden dürfe. Die Orthodoxie wolle jenen, die gescheitert sind, Barmherzigkeit erweisen. Deshalb gebe es die Möglichkeit einer weiteren Eheschließung. Freilich unterscheide die orthodoxe Kirche zwischen erster und zweiter Ehe. Durch die drei Wochen in Rom habe sich auch sein Papstbild verändert. Man merke, dass Franziskus nicht nur das Oberhaupt der römisch-katholischen Weltkirche sei, sondern vor allem auch „Hirte der Gemeinde von Rom". Er glaube, dass die Synode unter Beteiligung anderer Kirchen wieder ein Schritt hin zu mehr Kircheneinheit darstelle, sagte er im „Kathpress"-Interview. (Kathweb/KAP vom 1. 11.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Fall der entführten und zwangsverheirateten 14-jährigen Christin Maira Shahbaz aus Islamabad (Pakistan) gibt es Hoffnung auf eine Befreiung. Der Großmufti der sunnitischen Rizvi-Jammah Moschee in Faisalabad, Muhammad Asad Ali Rizvi Efi, hat mit einem muslimischen Rechtsurteil (Fatwa) die vom mutmaßlichen Entführer Mohamad Nakash vorgelegte Heiratsurkunde als gefälscht bezeichnet. Nakash behauptet, mit dem minderjährigen Mädchen gültig verheiratet zu sein. Dazu sagte Lala Robin Daniel, Menschenrechtsaktivistin aus Faisalabad, gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“: „Die Stellungnahme des Großmuftis ist von Bedeutung. Die Heiratsurkunde ist zweifellos gefälscht. Die Unterschrift des Imams, der die Trauung angeblich durchgeführt hat, ist falsch. Die bestehende Ehe von Nakash wird nicht erwähnt. All das zeigt deutlich, dass es sich um einen Betrug handelt.“ Der christliche Anwalt der Familie hofft auf eine baldige Wiederaufnahme des Verfahrens. Das Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt und begleitet aktuell den Fall eines weiteren 14-jährigen Mädchens, der Katholikin Huma Younus. Sie wurde im Oktober 2019 aus ihrem Elternhaus in Karatschi verschleppt. Auch hier läuft ein Revisionsverfahren. (www.kirche-in-not.de u. vn v. 8.

     

  • Nach einer entsprechenden Ausbildung und der Ermächtigung durch Bischof Josef Marketz (Diözese Gurk-Klagenfurt) können auch Frauen und Männer aus dem Laienstand ab März 2021 Begräbnisse leiten. Der erste „Lehrgang zur Leitung von Begräbnissen für theologisch und pastoral qualifizierte Laien“ soll kommenden Herbst beginnen. „Trauernde zu trösten und Tote zu begraben sind Werke der Barmherzigkeit, die jeder Christin und jedem Christen, aber auch der Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden, aufgetragen sind“, so Bischof Marketz. Mit der neuen Ausbildung wolle die römisch-katholische Kirche Kärntens einerseits Priester und Diakone in ihrem Dienst unterstützen. Im Erzbistum Wien werden bereits seit längerem Laien mit dieser Aufgabe betraut. (vn v. 2. 7.)

     

  • Ein „historischer Moment“ war laut Katharina Rogenhofer, Sprecherin des österreichischen Klimaschutz-Volksbegehrens, der am 24. Juni bei einer Pressekonferenz in Wien erfolgte Schulterschluss der österreichischen Religionsgemeinschaften und der gemeinsame Aufruf zur Unterzeichnung. Kardinal Christoph Schönborn sagte in seinem Statement, dass er und die weiteren fünf Religionsvertreter die „Zukunft sichern“ wollten. Mit ihm waren am Podium: der lutherische Bischof Michael Chalupka, der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic sowie die Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Buddhistischen Religionsgesellschaft, Oskar Deutsch, Ümit Vural und Gerhard Weissgrab. (JA v. 5. 7.)

     

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