Der Wiener emeritierte Weihbischof Helmut Krätzl ist für mehr ökumenische eucharistische Gastfreundschaft und für die Priesterheirat.

In einem Interview in der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag“  plädierte er für „mehr Großzügigkeit“ und „ökumenische Gastfreundschaft“. Er habe die Erneuerung der Ökumene auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) selbst miterleben dürfen und hoffe, dass die Konfessionen sich annähern, wenn sie den Tisch füreinander öffnen- „noch dazu, wo doch eigentlich der Herr der Gastgeber ist“. Zum evangelischen Verständnis des Amts fragte er: „Können wir wirklich sagen, dass das evangelische Amt nicht doch mehr ist als eine bloße ‚Funktion’, oder dass im evangelischen Amt nicht doch auch der Geist Gottes heilsam wirksam ist?“ Und zum Priestermangel bzw. zum Pflichtzölibat: „Wir nehmen einen – zum Teil schon bedrohlichen – Eucharistiemangel  hin, weil wir nicht bereit sind, die Zugänge zum Priestertum zu verändern. Ich halte das für unverantwortlich.“ (Kathweb/KAP v. 20. 6.)

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Konkrete Maßnahmen gegen Hassreden, will das „Internationale Dialogzentrum König-Abdullah“ (KAICIID) in Wien setzen. Dafür werden knapp 1,5 Millionen Euro im Jahr 2020 zur Verfügung gestellt. Das gab der Generalsekretär des KAICIID, Faisal Bin Muaamar, in einer Aussendung bekannt. Unterstützt werden Projekte in Europa und dem Nahen Osten, in Myanmar, Nigeria und der Zentralafrikanischen Republik. Die Initiative ist auf einer KAICIID-Tagung zum Thema „The Power of Words“ in Wien ins Leben gerufen worden. An der Tagung haben mehr als 150 Führungspersönlichkeiten aus den Bereichen Religion, Politik, Kultur und Medien teilgenommen, darunter der Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Kardinal Miguel Ayuso Guixot. (kap u. vn v. 1. 11.)

     

  • Die Grundform des priesterlichen Dienstes in der römisch-katholischen Kirche wird die ehelose Lebensform bleiben, betonte Kardinal Christoph Schönborn in einem Fernsehinterview. Er habe sich trotzdem bei der Amazonien-Synode für die Weihe bewährter verheirateter Männer zu Priestern in Ausnahmefällen ausgesprochen und für diesen Vorschlag im Schlussdokument votiert. (kap u. vn v. 4. 11.)

     

  • Es ist eine ökumenische Premiere in Österreich: Erstmals tagen die Mitglieder der römisch-katholischen sowie der orthodoxen Bischofskonferenz gemeinsam. Das Treffen findet ab 4. November im Wiener Erzbischöflichen Palais statt. Nach einem Austausch über Themen, die für beiden Kirchen relevant sind, wird um 18.30 Uhr eine gemeinsame Vesper in der griechisch-orthodoxen Kathedrale (Fleischmarkt 13, 1010 Wien) gefeiert, zu der alle Gläubigen eingeladen sind. Der gemeinsame Teil der Tagung endet mit einem Empfang des griechisch-orthodoxen Metropoliten Arsenois (Kardamakis), der auch Vorsitzender der orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich ist. Danach diskutierte der rein römisch-katholische Episkopat u. a. die Ergebnisse der Amazonien-Synode, an der Kardinal Schönborn teilgenommen hatte. (kap u. vn v. 3. 11.)

     

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