Innerkirchliche Reformansätze: (Frauen, Zölibat, wiederverheiratet Geschiedene, Moral ..)

Der aus Deutschland stammende Bischof des brasilianischen Amazonas-Bistums Obidos, Johannes Bahlmann, kann sich verheiratete Männer als Priester vorstellen. In seiner rund 182.000m² großen Diözese gebe es Gemeinden, die „nur zwei- oder dreimal im Jahr die Messe feiern können", sagte er der Wochenzeitung „Kirche & Leben". Es sei aber wichtig, dass es Priester vor Ort gebe. Ihr Dienst beschränke sich nicht auf die Feier der Eucharistie, sondern umfasse auch Nächstenliebe und Glaubensstärkung. Bei der Amazonas-Synode im Oktober in Rom müsse auch über Gemeindeleitung durch Nicht-Priester gesprochen werden. In seinem Bistum habe er gute Erfahrungen damit gemacht. Dort leiteten zu 80 Prozent Frauen Gemeinden mit bis zu 3.000 Gläubigen. Jede Pfarrei bestehe aus rund 150 Gemeinden. Da sei es „unmöglich, dass der Priester in jeder Gemeinde Verantwortung übernimmt". Bahlmann nimmt an der von Papst Franziskus einberufenen Amazonas-Synode vom 6. bis 27. Oktober teil. (kna u. vn v. 4. 9.; JA v. 15. 9.)

 

Nach dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, wurde „durch die Präsenz von Frauen während der Beratungen der Bischofskonferenz und Bischofssynoden aufgebrochen, dass Nichtgeweihte dann auch mit abstimmen. Das lässt Kirchenrecht wahrscheinlich [noch] nicht zu. Doch es ändert ja schon die Perspektive, wenn zuvor Frauen und Männer gemeinsam diskutiert haben. Hier sehe ich noch erheblichen Spielraum.“ In dem Interview in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zeigt sich der Erzbischof von München und Freising auch offen für eine Einschränkung der Zölibatspflicht. Er könne sich „durchaus vorstellen, dass man zu dem Ergebnis kommen kann, dass es sinnvoll ist, unter bestimmten Voraussetzungen in bestimmten Regionen verheiratete Priester zuzulassen“. Auf der Amazonas-Bischofssynode im Oktober soll über eine regional begrenzte Zulassung verheirateter Priester beraten werden. (fas u. vn v. 8. 9.)

 

Eine höhere Gewichtung des Engagements von Laien als Träger des Evangeliums hat der Abt des Benediktinerstifts Göttweig, Columban Luser, gefordert. „Ich denke, dass die Priester-Zentrierung der Kirche aufs Gesamte gesehen nicht guttut", sagte er in einem Interview mit den „Niederösterreichischen Nachrichten" anlässlich seines 10-Jahre-Jubiläums als Abt des Stifts. „Ich bin überzeugt davon, dass die Kirche morgen eine ganz andere als die heutige sein wird." (kap v. 11. 9.)

 

Österreichs Kirchenreform-Bewegungen erwarten von der vom 6. bis 27. Oktober anstehenden Bischofssynode zu Amazonien auch für die Kirche in Europa relevante Ergebnisse: Eine Öffnung in der Frage des Zölibats und des Priestertums für Frauen sei zwar „nicht unwahrscheinlich", so die Einschätzung des Obmanns der „Pfarrer-Initiative", Helmut Schüller. Einige Bischöfe aus Brasilien unter der Führung des aus Vorarlberg stammenden Bischof Erwin Kräutler werden dem Papst ein vom Missionsbischof Fritz Lobinger und dem Theologen Paul M. Zulehner entwickeltes Modell für die Beauftragung von Gemeindemitgliedern zur Feier der Eucharistie vorschlagen. Aufgrund des Mangels an Priestern in der Amazonas-Region werde die Kirche nicht umhinkommen, neue Formen für die Versammlung der Gemeinden zu finden. Worauf er hoffe, sei zumindest eine Öffnung für eine Region „ad experimentum". Werde der Vorschlag abgeschmettert, werde der Druck weltweit steigen. In österreichischen Pfarrgemeinden werde man dann zur „Selbsthilfe" greifen und „Männer und Frauen vorschlagsreif auf priesterliche Dienste vorbereiten". Martha Heizer, die Vorsitzende von „Wir sind Kirche - Österreich" erwartet eine Bewegung in der Kirche hinsichtlich der Frage des Frauenpriestertums. Frauen seien in Amazonien die wichtigsten Träger für das Gemeindeleben und müssten daher von der Kirche Aufwertung und Anerkennung als vollwertige Mitglieder erfahren. Auch der „Priester ohne Amt"-Vorsitzende Herbert Bartl sowie der „Laieninitiative"-Vorsitzende Peter Pawlowsky stimmten in ihren Statements diesen Hoffnungen zu. (kap v. 12. 9.; JA v. 22. 9.)

 

Der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx ist offen für eine Änderung der Zölibatspflicht. Er könne sich durchaus vorstellen, dass es sinnvoll sei, „unter bestimmten Voraussetzungen in bestimmten Regionen verheiratete Priester zuzulassen", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Darüber soll in der Amazonien-Synode im Vatikan (6. – 27. Oktober) beraten werden. Das Vorbereitungsdokument stellt fest, „dass in vielen Gemeinden wegen des Priestermangels keine regelmäßigen Eucharistiefeiern möglich" seien. Damit eng verbunden ist die Frage, wie weit Ortskirchen eigene Wege gehen könnten, ohne die Einheit der Kirche in Frage zu stellen. Marx plädiert hier für mehr Entscheidungsbefugnisse der Ortskirchen. (www.sueddeutsche.de v. 8. 9.)

 

Die Franziskanerinnen-Oberin Katharina Ganz kritisiert eine asymmetrische Kommunikation „von oben nach unten“ innerhalb der römisch-katholischen Kirche. Die Deutungshoheit über das, was Kirche sei, hätten leider nur geweihte Männer, sagte sie im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und fragt: „Warum soll die geschlechtliche Männlichkeit eine notwendige Bedingung sein, um den Mann Christus zu repräsentieren, wenn umgekehrt die Kirche die Braut des Bräutigams Christi sein soll? Dann dürfte die Kirche doch nur aus Frauen bestehen.“ Wer meine, aus symbolischer Sprache Machtverhältnisse ableiten zu können, sei nicht gut beraten. Der Ausschluss von Frauen von der Ordination sei kein Dogma. „In zahlreichen Ländern wirken sich die gegenwärtigen Zulassungsbedingungen so aus, dass es kaum noch junge Priester gibt. Das verändert die Kirche vielleicht viel grundlegender als manches, was Frauen denken und wollen“, sagte sie. „Die Kirche marginalisiert sich selbst.“ (kna u. vn v. 13. 9.; JA v. 29. 9.)

 

Unter dem Motto „Macht Euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche!“ will sich die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) u. a. für den „Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern“ in der Kirche einsetzen. Zeitgleich mit der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda von 23. bis 26. September will die kfd – der mit 450.000 Mitgliedern größte römisch-katholische Frauenverband in Deutschland – „vor Ort die deutschen Bischöfe zum Handeln auffordern“. Online und auf der Straße sollen dafür Unterschriften gesammelt werden. Außerdem ist ein großer Demonstrationszug zum Tagungsort der Bischöfe geplant. Die kfd-Vorsitzende Mechthild Heil im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): „Jetzt ist die Zeit gekommen, dass wir uns mit diesem Thema, das die gesamte Gesellschaft bewegt, auseinandersetzen. Da bricht im Moment etwas auf.“ (vn u. religion.ORF.at u. kna v. 17. 9.)

 

Die Benachteiligung von Frauen in der römisch-katholischen Kirche sei an den Hochschulen nicht mehr vermittelbar, erklärte die Konferenz für Katholische Hochschulpastoral in Deutschland (KHP). Es brauche „eine Gleichberechtigung von Frauen und Männern auf allen Ebenen der Kirche". Dies betreffe „insbesondere den Zugang zu allen Weiheämtern". Dass Frauen von der Spendung von einigen Sakramenten ausgeschlossen sind, habe eine starke Symbolwirkung, hieß es. Studentinnen wünschten sich „eine Kirche, mit der sie sich als emanzipierte junge Frauen identifizieren können". Dazu brauche es ein „neues Frauenbild im Lehramt". Auf einer KHP-Frauentagung in Würzburg erklärte die an der Universität Regensburg lehrende Kirchenrechtlerin Sabine Demel: „Sowohl theologisch-inhaltlich als auch formal-rechtlich spricht alles dafür und so gut wie nichts dagegen.“ Die KHP vertritt eigenen Angaben zufolge alle hauptamtlich tätigen pastoralen MitarbeiterInnen in den rund 125 römisch-katholischen Hochschulgemeinden in Deutschland. (vn u. kna v. 19. 9.)

 

Die Laienvertretung im Bistum Hildesheim hat der Protestbewegung „Maria 2.0“ bei ihrem Ruf nach grundlegenden Reformen in der römisch-katholischen Kirche den Rücken gestärkt. Der Diözesanrat unterstützet die Forderung nach einem Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern, der Aufhebung des Eheverbots für Priester, der Modernisierung der Sexualmoral und einer uneingeschränkten Kooperation mit der Justiz bei Missbrauchsfällen. „Wir sind der Meinung, dass diese Forderungen wegweisend sind, wenn die römisch-katholische Kirche im Bistum Hildesheim und in Deutschland eine Zukunft haben will.“ (dpa u. www.welt.de v. 19. 9.)

 

Ein deutliches Plädoyer für die Diakonatsweihe von Frauen kommt kurz vor dem Beginn der Amazonien-Synode im Vatikan vom österreichischen Amazonasbischof Erwin Kräutler. „Die Synode für Amazonien muss nicht nur die pastorale Arbeit der Frauen würdigen, sondern Frauen zur Diakonatsweihe zulassen,“ sagte er im Interview mit dem Adveniat-Magazin „Blickpunkt Lateinamerika“. Es brauche eine grundlegende Veränderung in der Kirche. „Frauen spielen eine untergeordnete Rolle, obwohl die allermeisten Basisgemeinden in Amazonien von Frauen geleitet werden. [… Sie] stehen dem Sonntagskult vor, legen Lesungen und das Evangelium aus, bereiten als Katechetinnen ihre Gemeindemitglieder auf Taufe, Erstkommunion, Firmung und Hochzeit vor. Und kommt ein Priester, sind sie es, die die Eucharistiefeiern vorbereiten.“ So wie Frauen in Politik als Ministerinnen oder Präsidentinnen Verantwortung übernehmen, müsse auch die Kirche sich der Emanzipation öffnen. Es sei ein „kircheninternes Ärgernis“, dass 90 Prozent der ländlichen Gemeinden im Amazonasgebiet nur ein, zwei, drei oder vier Mal im Jahr Eucharistie feiern könnten. „Und es verstößt gegen den ausdrücklichen Willen des Herrn: ‚Tut dies zu meinem Gedächtnis!‘ Wenn wir weiterhin von der Eucharistiefeier als ‚Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens‘ predigen, dann darf der Zugang zum Weihepriestertum nicht länger auf zölibatäre Männer beschränkt bleiben“, betont Bischof Kräutler. Ein weiteres Thema des Interviews war der neue Präsident Brasiliens, der Amazonien den multinationalen Konzernen für weitere Zerstörungswellen überlassen will. (vn v. 20. 9.)

 

Die römisch-katholische Kirche in der Schweiz plant einen „Prozess zur Erneuerung der Kirche". Das hat der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Felix Gmür, zum Abschluss der dieswöchigen Vollversammlung der Schweizer Episkopats in St. Maurice bestätigt. Ziel des Prozesses sei es, die aktuelle Glaubwürdigkeitskrise zu überwinden, sagte Gmür laut dem Portal „kath.ch". Die Schweizer Bischöfe schlagen folgende Themen zur Behandlung vor: Glaube und Glaubensweitergabe, Rolle der Frauen, Zölibat und „viri probati", sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch. SBK-Generalsekretär Erwin Tanner verwies auf den „Sensus ecclesiae", den gemeinsamen Glaubenssinn der Kirche, den auch Papst Franziskus in seinem Ende Juni veröffentlichten Brief an das „pilgernde Volk Gottes in Deutschland" mehrfach angemahnt hatte. (kath.ch u. kap v. 20. 9.; vn v. 22. 9.)

 

Die internationale Initiative "Voices of Faith" (VdF) hat ein Stimmrecht für Ordensfrauen bei Bischofssynoden gefordert. Nachdem bei den Bischofstreffen 2015 und 2018 im Vatikan auch Ordensleute, die Nichtpriester waren, abstimmen durften, sollten bei der Amazonien-Synode (6.-27. Oktober) Ordensfrauen das gleiche Recht haben, forderte die Initiative. „Bei den vergangenen beiden Synoden wurde das Stimmrecht auch auf nicht geweihte Katholiken ausgeweitet. Das heißt, dass Priesterschaft nicht länger ein Kriterium ist – das Geschlecht scheint aber nach wie vor eine Rolle zu spielen", so die VdF. Sie will mit zwei Veranstaltungen in Rom vor der Amazonien-Synode Aufmerksamkeit schaffen: am 1. Oktober eine Pressekonferenz und am 3. Oktober lädt die Organisation zu einer Veranstaltung unter dem Titel „And You Sister...What do you say" in die Vallicelliana-Bibliothek. Dort soll der Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz, der Basler Bischof Felix Gmür, über Gleichberechtigung von Frauen in der römisch-katholischen Kirche berichten. Auf der Rednerliste steht auch die deutsche Theologin und ehemalige Ordensfrau Doris Wagner. (kap v. 20. 9.)

 

Die Münsteraner Theologin Dorothea Sattler hält es für theologisch möglich, dass Gott auch als Frau hätte Mensch werden können, sagte sie im Interview mit welt.de. Allerdings sei es angesichts der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vor rund 2.000 Jahren von Gott klug gewesen, als Mann Mensch zu werden. Sattler leitet mit dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode beim geplanten „Synodalen Weg“ das Forum zum Thema Frauen. Mit Blick auf die Erlösungslehre im Christentum spielt für Sattler das Geschlecht Jesu keine Rolle: „Da ging es immer um die Menschwerdung Gottes, nicht um sein Mannwerden. Die Frage nach der Geschlechtlichkeit hatte in der Traditionsgeschichte überhaupt keine erlösungstheologische Relevanz.“ Die Tatsache, dass Jesus ein Mann und keine Frau war, spielt erst ab der kirchlichen Debatte über die Möglichkeit einer Priesterweihe für Frauen eine Rolle. (kna u. vn v 23. 9.)

 

Der Münchner Kardinal und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, sagte beim Eröffnungsgottesdienst der Herbstvollversammlung: „Es wäre es schön, in die Vergangenheit zu reisen, um einen Moment in der Zeit Jesu zu leben. Dann würden wir Zeugen dessen, was Jesus verkündigt hat. Dann könnten wir ihn erleben, wie er aufgebrochen ist, um neue Wege zu gehen". Er erinnerte daran, dass es der Auftrag der Kirche sei, sich immer wieder auf den Anfang zurückzubesinnen. „Die Forderung Jesu lautet: Jetzt ist die Stunde, jetzt ist die Zeit, heute wird getan oder auch vertan worauf es ankommt." Die Bischöfe wollen bei ihrem Treffen die Weichen stellen für den „Synodalen Weg“, der am 1. Dezember 2019 beginnt. Dabei geht es um den Umgang der Kirche mit Macht, die kirchliche Sexualmoral, den Pflichtzölibat und um die Position von Frauen in der Kirche.( www. sueddeutsche.de v. 24. 9.)

 

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker sucht eine Verständigung mit der auf Kirchenreformen drängenden Initiative „Maria 2.0“ und der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Schließlich gehe es um „echte Anliegen“ eines „wichtigen Teiles der Kirche“, erklärte er am Rande des Herbsttreffens der deutschen Bischöfe in Fulda. Maria 2.0 und die kfd kämpfen für die Gleichberechtigung von Frauen in der römisch-katholischen Kirche und für den Zugang zu den Weiheämtern. Becker lobte das Engagement der Frauen. Die „lebendige Weitergabe des christlichen Glaubens und eine menschenfreundliche Kirche“ seien wichtige gemeinsame Ziele. Mit den engagierten Frauen wolle er im Erzbistum Paderborn „ausloten, was wir tun können“. Dazu gehörten neben der Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche Themen wie Machtverteilung, Partizipationsmöglichkeiten, Gestaltung der priesterlichen Lebensform oder Reformen der römisch-katholischen Sexualmoral. (kna u. vn v. 25. 9.)

 

Der Generalsekretär des kirchlichen Pan-Amazonien-Netzwerks „Repam“, Mauricio Lopez, hofft auf einen Wandel durch die bevorstehende Amazonien-Synode im Vatikan. Papst Franziskus wolle „die Peripherie ins Zentrum" stellen, sagte er im Interview mit der katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er wies die Kritik von den Kardinälen Gerhard Ludwig Müller oder Walter Brandmüller zurück, die in der bevorstehenden Synode ein Instrument für einen fehlgeleiteten Umbau der Weltkirche sehen. Denn es gehe nicht primär um die Abschaffung des priesterlichen Zölibats. „Aber wir brauchen daneben neue Formen, um etwas gegen den Priestermangel unternehmen zu können. […] Die entscheidende Frage lautet: Passen wir uns in bestimmten Dingen an, oder entfernen wir uns weiter von den Menschen, denen wir helfen wollen?" (kna u. kap v. 25. 9.)

 

Das internationale Kirchenreform-Netzwerk „ICRN“ (International Church Reform Network) unterstützt die thematischen Schwerpunkte der am 6. Oktober beginnenden Amazonas-Synode. Man sei „voll Hoffnung“, dass die geplanten Themen vollständig umgesetzt werden könnten, heißt es in einer Erklärung des Netzwerks, zu dem auch die deutsche und österreichische Initiative „Wir sind Kirche“ gehören. Dabei stehe man in „fester Solidarität“ zu Papst Franziskus, der sich bemühe, eine synodale Kirche zu schaffen. Das ICRN traf sich jüngst in Warschau zu seiner Jahreskonferenz. Dabei wurde auch beschlossen, Pfarreien zu unterstützen, in denen Frauen und Männer berufen und ausgebildet werden, um Eucharistiefeiern vorzustehen. „Diese Leitung beinhaltet, verantwortlich zu sein für Seelsorge und Sakramente innerhalb der Gemeinde, wie es in der frühen Kirche Brauch war, bevor die priesterliche Weihe eingeführt wurde“, heißt es in der Abschlusserklärung. (www.die-tagespost.de v. 30. 9.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der Vatikan gratuliert Buddhisten zu ihrem Vesakh/Hanamatsuri-Fest. „Buddhisten und Christen – bauen wir eine Kultur des Mitleids und der Geschwisterlichkeit auf“ lautet der Titel der vatikanischen Grußbotschaft. Religionen könnten gemeinsam zur Friedensarbeit und zum Aufbau einer Kultur des Mitleids, der Geschwisterlichkeit und der Begegnung beitragen, hält das Dokument des päpstlichen Rates für interreligiösen Dialog fest. Dabei gelte es, einen „Stil der Nähe“ zu pflegen, der in einen konkreten gemeinsamen Einsatz für die Ärmsten und den Schutz der Schöpfung münden könne, heißt es mit Verweis auf Papst Franziskus weiter. Er hatte dazu im November 2019 bei einer Begegnung mit dem höchsten Buddhisten-Patriarchen in Bangkok aufgerufen. Die Grußbotschaft anlässlich des höchsten buddhistischen Festes verweist darüber hinaus auf den „Globalen Bildungspakt“, der im Oktober im Vatikan unterzeichnet werden soll, sowie auf das christlich-muslimische „Dokument über die Geschwisterlichkeit aller Menschen“ vom Februar 2019, das die friedensstiftende Rolle der Religionen hervorhebt. Mit dem Vesakh-Fest feiern Buddhisten die Geburt, Erleuchtung und den Tod des Buddhas. (vn v. 2. 4.)

     

  • Papst Franziskus hat eine neue Studienkommission zur Untersuchung des Frauendiakonats eingerichtet. Mit Barbara Hallensleben und Manfred Hauke gehören dem Gremium zwei deutsche, in der Schweiz lehrende Dogmatiker an. Insgesamt besteht die Studienkommission aus zehn Sachverständigen, je fünf Frauen und Männer. Zum Vorsitzenden bestimmte der Papst den italienischen Kardinal Giuseppe Petrocchi, Erzbischof von L’Aquila. Es ist bereits die zweite Studienkommission zum Frauendiakonat, die Papst Franziskus einrichtet. Die erste hatte Franziskus 2016 auf Anregung von Ordensoberinnen ins Leben gerufen. Diese Kommission kam zu keinem eindeutigen Ergebnis über die Realität des Frauendiakonats in der frühen Kirche. Einige römisch-katholische Ortskirchen äußern weiterhin Bedarf am Frauendiakonat. Bei der Amazonien-Synode im vergangenen Oktober kam das Thema häufig auf; das mit Zweidrittelmehrheit der Synodenväter gebilligte Schlussdokument schlägt vor, die Möglichkeit des Frauendiakonats weiterhin zu prüfen. In der Orthodoxie hatte zuletzt das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel eine Wiederbelebung des Frauendiakonats ins Spiel gebracht. (vn v. 8. 4.)

     

  • Die römisch-katholischen und evangelischen Kirchengemeinden in Deutschland wollen mit einem ökumenischen Glockenläuten ein Zeichen der Zuversicht in Zeiten der Corona-Pandemie setzen. Am Abend des Palmsonntags sollen zu Beginn der Karwoche um 19.30 Uhr alle Kirchenglocken in Deutschland ebenso läuten wie am Ostersonntag um 12.00 Uhr. Für den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, soll das Läuten Hoffnung vermitteln, im Sinn der Osterbotschaft: „Der Tod hat keine Macht über das Leben“. „Läuten wir, um die Herzen der Menschen zu erreichen“, sagt der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing. (vn v. 3. 4.)

     

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