Katholische Professoren pochen auf die Freiheit der wissenschaftlichen Theologie

Der Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff und der Freiburger Fundamentaltheologe Magnus Striet wenden sich in der neuen Ausgabe der "Zeit"-Beilage "Christ und Welt" gegen Äußerungen des Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer, der eine stärkere Unterordnung der Theologie unter das Lehramt der Bischöfe gefordert hatte. Nach ihm habe das bischöfliche Lehramt darüber zu wachen, ob "eine bestimmte theologische Lehre noch mit der Lehre der Schrift und der Tradition übereinstimmt". Schockenhoff hingegen spricht der theologischen Wissenschaft ein eigenes Wärter-Amt zu: Sie könne "Fehlentwicklungen dieses Glaubens" identifizieren und neue Wege zu einem zeitgemäßen Glaubensverständnis aufzeigen. Der Dienst einer eigenständigen wissenschaftlichen Theologie, die "frei von fremder Einflussnahme arbeiten kann, [sei] für die Kirche selbst von unersetzbarem Wert". Der Fundamentaltheologe Striet erinnerte daran, dass das Lehramt immer wieder geirrt habe. Deshalb benötige es ein kritisches Gegenüber. Er verwies etwa auf den "theologischen Antijudaismus" und auf die "Verurteilung der Freiheitsrechte durch die Päpste des 19. Jahrhunderts [   ] Um arbeiten zu können, braucht die wissenschaftliche Theologie Freiheit.“ Sonst sei sie als Wissenschaft nicht ernst zu nehmen. "Und woher bezieht eigentlich das bischöfliche Lehramt seine Erkenntnisse, wenn nicht aus dem Ringen der Theologie?" fragte Striet. (KAP und KNA vom 3. 2.)

 

 

Artikelempfehlungen

In einer Audienz am 10. Februar konnte der Papst die Lage der Christen in Irak mit Ministerpräsident Haydar al-Abadi...
Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und...
Gemeinsam gegen Extremismus: Der Papstbesuch in Ägypten im April kann wichtige Impulse liefern, um ein gemeinsames...