Nach dem Treffen mit dem Papst sprach am 24. Mai der Großimam Ahmad al-Tayyeb von der Al-Azhar-Universität in Kairo mit Radio Vatikan.

Er sei dem Papst sehr dankbar für dieses Treffen. „Der Papst ist ein Mann des Friedens, ein Mann, der der Lehre des Christentums folgt und die eine Religion der Liebe und des Friedens ist“, so al-Tayyeb. Er würdigte den Papst auch als „Mann des Dialogs“, der sich um die Benachteiligten der Welt kümmere. „Wer eine Religionsgemeinschaft leitet, trägt eine große Verantwortung. Wir wissen auch, dass alle Philosophien und sozialen Ideologien der Moderne, die die Menschheit versucht haben zu leiten und von der Religion entfernt waren, kläglich gescheitert sind und sogar zu Blutvergießen geführt haben“, so der Großimam weiter. Der Mensch ohne Religion sei eine Gefahr für seine Mitmenschen. Das gelte auch für den Islam. Deshalb setze die Al-Azhar-Universität viel auf Bildung. Die Weltgemeinschaft müsse „sich zusammentun und die Reihen schließen, um gegen den Terrorismus vorzugehen und ihm ein Ende zu setzen“. In jeder Glaubensrichtung gebe es leider auch eine irregeleitete Gruppe, „die das Banner der Religion erhebt, um in ihrem Namen zu töten“. Die Zeit für die Vertreter der großen Glaubensrichtungen sei gekommen, „entschieden und konkret“ für Humanität und Frieden zusammenzuarbeiten. Die Menschen des 21. Jahrhunderts suchten wieder nach „weisen Führern, die sie in die richtige Richtung leiten können. […] Ich befinde mich im Herzen Europas und will die Gelegenheit nutzen […] alle dazu aufzurufen, gemeinsam gegen den Terrorismus jeglicher Art einzustehen.“ Weiter sagte der Großimam, dass die sunnitische Al-Azhar-Universität und der Vatikan wieder einen regulären Dialog aufnehmen wollten. Man habe „einen richtigen Schritt in die richtige Richtung“ vereinbart, so al-Tayyeb im Interview mit Radio Vatikan. (www.de.radiovaticana.va und kap vom 24. 5.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Fall der entführten und zwangsverheirateten 14-jährigen Christin Maira Shahbaz aus Islamabad (Pakistan) gibt es Hoffnung auf eine Befreiung. Der Großmufti der sunnitischen Rizvi-Jammah Moschee in Faisalabad, Muhammad Asad Ali Rizvi Efi, hat mit einem muslimischen Rechtsurteil (Fatwa) die vom mutmaßlichen Entführer Mohamad Nakash vorgelegte Heiratsurkunde als gefälscht bezeichnet. Nakash behauptet, mit dem minderjährigen Mädchen gültig verheiratet zu sein. Dazu sagte Lala Robin Daniel, Menschenrechtsaktivistin aus Faisalabad, gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“: „Die Stellungnahme des Großmuftis ist von Bedeutung. Die Heiratsurkunde ist zweifellos gefälscht. Die Unterschrift des Imams, der die Trauung angeblich durchgeführt hat, ist falsch. Die bestehende Ehe von Nakash wird nicht erwähnt. All das zeigt deutlich, dass es sich um einen Betrug handelt.“ Der christliche Anwalt der Familie hofft auf eine baldige Wiederaufnahme des Verfahrens. Das Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt und begleitet aktuell den Fall eines weiteren 14-jährigen Mädchens, der Katholikin Huma Younus. Sie wurde im Oktober 2019 aus ihrem Elternhaus in Karatschi verschleppt. Auch hier läuft ein Revisionsverfahren. (www.kirche-in-not.de u. vn v. 8.

     

  • Nach einer entsprechenden Ausbildung und der Ermächtigung durch Bischof Josef Marketz (Diözese Gurk-Klagenfurt) können auch Frauen und Männer aus dem Laienstand ab März 2021 Begräbnisse leiten. Der erste „Lehrgang zur Leitung von Begräbnissen für theologisch und pastoral qualifizierte Laien“ soll kommenden Herbst beginnen. „Trauernde zu trösten und Tote zu begraben sind Werke der Barmherzigkeit, die jeder Christin und jedem Christen, aber auch der Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden, aufgetragen sind“, so Bischof Marketz. Mit der neuen Ausbildung wolle die römisch-katholische Kirche Kärntens einerseits Priester und Diakone in ihrem Dienst unterstützen. Im Erzbistum Wien werden bereits seit längerem Laien mit dieser Aufgabe betraut. (vn v. 2. 7.)

     

  • Ein „historischer Moment“ war laut Katharina Rogenhofer, Sprecherin des österreichischen Klimaschutz-Volksbegehrens, der am 24. Juni bei einer Pressekonferenz in Wien erfolgte Schulterschluss der österreichischen Religionsgemeinschaften und der gemeinsame Aufruf zur Unterzeichnung. Kardinal Christoph Schönborn sagte in seinem Statement, dass er und die weiteren fünf Religionsvertreter die „Zukunft sichern“ wollten. Mit ihm waren am Podium: der lutherische Bischof Michael Chalupka, der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic sowie die Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Buddhistischen Religionsgesellschaft, Oskar Deutsch, Ümit Vural und Gerhard Weissgrab. (JA v. 5. 7.)

     

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