Ökumene

Zum Zeichen der Einheit der Orthodoxie wurde in der serbisch-orthodoxen Mariä Geburt-Kirche in Wien-Neulerchenfeld die Panorthodoxe Vesper zum „Sonntag der Orthodoxie" gefeiert. Dem Gottesdienst standen Metropolit Arsenios (Kardamakis) und der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) vor. Mit ihnen feierten viele orthodoxe Geistliche und Gläubige aus unterschiedlichen Jurisdiktionen, darunter auch der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar und stellvertretende Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Nicolae Dura. Metropolit Arsenios sagte in seinem Schlusswort: „Wir sind eine Kirche. Wenn eine Ortskirche leidet, leidet die ganze Orthodoxie mit." Er hob als Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz die gute Situation der Orthodoxie in Österreich hervor. Das sei auch der „brüderlichen Liebe" der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche zu danken. Dankbar erinnerte der Bischof daran, dass die Erzdiözese Wien im Jahr 2010 beschlossen hatte, die Neulerchenfelder Kirche der serbisch-orthodoxen Kirche zu übergeben. (kap v. 9. 3.)

 

Während des Angelus-Gebets hat Papst Franziskus die Weltkirche dazu aufgerufen, der Corona-Pandemie mit der „Universalität des Gebets, des Mitgefühls und der Zärtlichkeit“ entgegenzutreten. Alle Gläubigen waren dazu eingeladen, gemeinsam mit dem Papst um 12 Uhr das Vaterunser zu beten. Auch der „Ökumenische Rat der Kirchen“ in Genf hat die Initiative unterstützt. Das geeinte Gebet in schwerer Zeit erinnere daran, „dass wir eine menschliche Familie sind“, erklärte Weltkirchenrat-Generalsekretär Olav Fykse Tveit. Auch von der ökumenischen Organisation „Konferenz Europäischer Kirchen“ in Brüssel ist die Einladung begrüßt worden. Das Vaterunser habe schon immer das Christentum über Raum und Zeit hinweg vereint, heißt es in einem Statement. „Die Welt von heute ruft uns auf, vereint zu sein“, schrieben KEK-Präsident Christian Krieger und KEK-Generalsekretär Jorgen Skov Sorensen. (vn v. 25. 3.)

 

Die beiden großen Kirchen Deutschlands wenden sich gegen die These, das Coronavirus als Strafe Gottes zu sehen. „Jesus steht für das Leben, und Gott ist ein Gott des Lebens“, so der Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, auf www.bild.de. Der Hildesheimer römisch-katholische Bischof Heiner Wilmer nannte die Rede von einer Strafe Gottes „vollkommen unchristlich“. Die Direktorin des Katholischen Bibelwerks, Katrin Brockmöller, sagte in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur: „Gott straft nicht, sondern Gott rettet.“ Vor allem rechts-konversative Kreise konstruieren einen Zusammenhang zwischen Gott und der Pandemie. Bedford-Strohm betonte, es könne nicht sein, dass Gott ein Virus schicke, um Menschen zu töten, denn Jesus habe geheilt. „Alle, die jetzt helfen und Leben retten, sind so etwas wie die Hände Gottes.“ Die Bibelwerk-Chefin ging auch auf die apokalyptischen Texte der Offenbarung im NT ein und nannte sie Hoffnungsbilder: „Die in Gemälden dargestellten Visionen der apokalyptischen Reiter oder der sieben Engel mit den Schalen des Zorns sind zwar gruselig, aber sie wollen eigentlich Mut machen.“ Bischof Heiner Wilmer betonte im Kölner Stadt-Anzeiger, der Gedanke eines strafenden Gottes, der der Menschheit eine Quittung für Fehlverhalten präsentiere, sei „vollkommen unchristlich. Die Corona-Krise ist keine Strafe Gottes.“ Er rief dazu auf, „ohne Verharmlosung, ohne Vertröstung“ mit Leid umzugehen. Gott sei in den Leidenden und Sterbenden gegenwärtig. (kna v. 30.3.)

 

 

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