Ökumene

Für den römischen Kurienkardinal Kurt Koch ist das Bemühen um die Einheit der Christen „wesentlich Versöhnungsarbeit". Eine solche ökumenische Versöhnung sei „das Gebot der Stunde", sagte der Präsident des päpstlichen Einheitsrats am 3. April im Ulmer Münster. Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sagte, der von Martin Luther entwickelte Grundsatz von der Rechtfertigung der Menschen allein durch den Glauben bedeute nicht, dass die konkreten Werke überflüssig seien. Vielmehr stehe die Freiheit eines Christenmenschen dafür, nie das Schicksal der anderen ignorieren zu dürfen. Die beiden Theologen sprachen am Rande des Kongresses von „Unita dei Cristiani". Der 2001 gegründete Verein mit 300 Mitgliedern unterstützt Initiativen zur Förderung der Einheit der Christen. Koch ist als Prokurator eine Art Ehrenvorsitzender. Stellvertretende Prokuratoren sind die württembergischen Bischöfe der beiden großen Kirchen, Gebhard Fürst und Frank Otfried July. (www.kathpress.at/ vom 4. 4.)

 

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Heinrich Bedford-Strohm, glaubt an ein baldiges Ende der Kirchenspaltung. In einem Vortrag am 2. April zum Thema „Luther 500 Jahre danach“ nannte er dessen Grundanliegen „eine religiöse Erneuerungsbewegung, die zurückführen wolle zu Christus selbst“. In den entscheidenden Punkten der Theologie Luthers gebe es inzwischen ein gemeinsames Verständnis. Besonders für das Eintreten von Papst Franziskus für Arme und Versöhnung hätte Luther „seine Freude gehabt“. (JA v. 16. 4.) Ein evangelischer Bischof lebt vier Wochen in der Kommunität der Jesuiten in Rom: Der lutherische Bischof von Schaumburg-Lippe, Karl-Hinrich Manzke dazu: „Ich habe mich selber eingeladen […] da war ich der erste Ketzerbischof, der das durfte […] Ich habe vor der Synode der EKD [=Evangelische Kirche in Deutschland] darüber berichtet als ein Beispiel dafür, dass im Reformationsjubiläumsjahr 2017 auch hier in der weltweit verbreiteten Jesuitenzeitschrift die Spiritualität von Ignatius von Loyola mit der von Martin Luther verglichen wird“. Sein Fazit: „Ökumene bewegt sich auch über Begegnung. Sich der Tradition und Spiritualität des Anderen stellen und aussetzen und sie verstehen…“ (JA v. 9. 4.)

 

Eine ranghohe Vatikandelegation hat dem ägyptischen Koptenpapst Tawadros II. persönlich die Beileidsbekundungen von Papst Franziskus für das doppelte Attentat am 9. April auf ägyptische Christen überbracht. Das meldet die Nachrichtenagentur Ansa. Tawadros selbst ist nur knapp dem Anschlag auf die Markuskirche in Alexandrien entkommen. Die Delegation, die bei Tawadros vorstellig wurde, bestand aus Kurienkardinal Kurt Koch vom Einheitsrat, dem Apostolischen Nuntius in Ägypten Bruno Musaró und dem Privatsekretär von Papst Franziskus, Yoannis Lahzi Gaid, der aus Ägypten stammt. Unterdessen haben die ägyptischen Sicherheitskräfte Medienangaben zufolge mehr als 30 Verdächtige festgenommen. (ansa u. www.de.radiovaticana.va [=rv] v. 12. 4.)

 

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, kann sich einen Ehrenprimat des Papstes auch für Lutherische Kirchen vorstellen. „Dass ein Mensch wie Papst Franziskus weltweit große Aufmerksamkeit genießt, kann auch für Christen anderer Konfessionen fruchtbar sein“, sagte er dem Magazin „Focus“. (kna u rv v. 15. 4.; JA v. 23.4.)

 

Es war ein ökumenischer Meilenstein und eine historische Premiere im Burgenland: Erstmals in der Geschichte des Landes wurde der Oster-Hirtenbrief gemeinsam von einem römisch-katholischen Bischof und einem evangelischen Superintendenten verfasst und an alle evangelischen und katholischen Pfarren des Burgenlandes zur Verkündigung an Ostern 2017 übermittelt. Der Brief enthält einen leidenschaftlichen Appell vom „Miteinander der Konfessionen zum Füreinander in jener Liebe, die Christus uns aufgetragen hat [ … Der] „jahrhundertelange Weg unserer christlichen Konfessionen [… führte] von Religionskriegen über Polemiken und Vorurteilen" schließlich zur ökumenisch bahnbrechenden Vergebungsbitte „und zu immer stärker werdender Verbundenheit". Schließlich ist das konkrete Osterfest "gemeinsame Grundlage des christlichen Glaubens und Lebens". Das Ostereignis und das Erlebnis der Emmausjünger müssten deshalb als Wegweiser für „den gemeinsamen ökumenischen Weg der Zukunft" gesehen werden. Die Orientierung am Evangelium und dessen Übersetzung „in Taten der Liebe" überwinde ein egozentrisches Pochen auf Rechthaberei: "Denn ‘Recht‘ hat jeder, der sein Leben im Glauben an Jesus Christus lebt". (Kathpress v. 15. 4.; aktuell.martinus.at vom 18. 4.)

 

„Frohe Ostern“ ökumenisch: Die christlichen Kirchen Jerusalems haben anschließend an die liturgischen Zeremonien in der Heiligen Stadt mit den traditionellen gegenseitigen Besuchen begonnen, um die Osterwünsche auszutauschen. Nach Einschätzung von Beobachtern hat die nicht immer konfliktfreie Ökumene in Jerusalem durch die gemeinsam erfolgreich durchgeführte Restaurierung der Auferstehungskapelle in der Grabeskirche positive Impulse erhalten. Den Anfang des Besucherreigens bildete am Osterdienstag der Besuch von hohen Abordnungen aller Kirchen im griechisch-orthodoxen Patriarchat unter Patriarch Theofilos III. Er genießt unter den christlichen Gemeinschaften der Stadt einen Ehrenvorrang. Danach statteten die Kirchenführer dem lateinischen Patriarchat unter dessen Administrator Pierbattista Pizzaballa ihren Besuch ab. Am 3. April erfolgte zunächst der Besuch des griechischen und dann des armenischen Patriarchats bei den Lateinern. Am 4. April nimmt schließlich der armenische Patriarch Nourhan Manougian die Festtagswünsche seiner geistlichen Amtskollegen entgegen. Am gleichen Tag will auch Israels Staatspräsident Reuven Rivlin den christlichen Kirchen bei einem Besuch im lateinischen Patriarchat seine Festtagswünsche übermitteln. (kap u. rv v. 18. 4.)

 

Protestanten und Katholiken aus Norddeutschland wollen in Schwerin gemeinsam der Reformation vor 500 Jahren gedenken. Unter dem Motto „Gemeinsam die Stimme erheben“ sind ein ökumenischer Gottesdienst im Schweriner Dom und ein anschließendes gemeinsames Essen auf dem Marktplatz geplant, wie die evangelische Nordkirche und das römisch-katholische Erzbistum Hamburg am 19. April mitteilten. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) werde die Tischrede halten. Erwartet würden rund 1000 Christen aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Der evangelische Landesbischof Gerhard Ulrich betonte die Gemeinsamkeiten: „Wir wollen stärken, was uns vereint - in der Hoffnung, dass überwunden werden kann, was uns noch trennt.“ Erzbischof Stefan Heße sagte, Reformation sei heute ein ökumenischer Ruf, der an alle ergehe. (www.welt.de v. 21. 4.)

 

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich gegen ein Kopftuch-Verbot ausgesprochen. Der „Welt am Sonntag“ sagte Schuster: „Ich halte ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst für problematisch. Im Übrigen glaube ich nicht, dass es mit dem Grundgesetz vereinbar ist.“ Schusters Nein für ein Kopftuchverbot gilt auch für Staatsvertreter. Beamte sollten „die Zeichen ihrer Religion so lange tragen dürfen, so lange sie ihre Entscheidungen neutral fällen und sich neutral verhalten“, sagte er. Auch von einem Islamgesetz, dessen Verabschiedung einige CDU-Politiker fordern, hält der Repräsentant der Juden in Deutschland nichts. „Wir sollten davon absehen, für einzelne Religionsgemeinschaften spezielle Gesetze zu schaffen.“ Zur Vollverschleierung äußerte er sich nicht. Allerdings müsse angestrebt werden, dass in allen Gotteshäusern in Deutschland auf Deutsch gepredigt werde. (rv v. 22. 4.)

 

Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, gibt den Bemühungen Martin Luthers recht, den damaligen Ablasshandel zu kritisieren: „Der Ablasshandel war ein Betrug an den Gläubigen“, sagte Müller in einem Interview mit der ARD. (JA v. 23. 4.)

 

Der orthodoxe Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel hat am 25. April erstmals die ökumenische Gemeinschaft von Taizé (Frankreich) besucht. Dabei appellierte er an die Christen, sich ihrer Verantwortung als „echte Akteure der Versöhnung“ zu stellen. Das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie habe bereits seit vielen Jahren den Wunsch gehegt, die Brudergemeinschaft von Taizé zu besuchen, die für Ökumene, Versöhnung und Begegnung stehe. Der Patriarch würdigte in seiner Ansprache in Taizé besonders die großen europäischen Jugendtreffen, die jeweils zu Jahresende durchgeführt werden. Sie trügen dazu bei, unter Jugendlichen die Einheit der Christen zu fördern und ein Verständnis von Versöhnung zu entwickeln. Der Gastgeber und Prior der Gemeinde, der Deutsche Frère Alois, sagt im Gespräch mit Radio Vatikan: „In unserer Gemeinschaft gibt es Geschwister aus den verschiedenen christlichen Kirchen. Es gibt zwar keine orthodoxen Mitbrüder, es sind vor allem Katholiken und Protestanten dabei. Wir wollen aber ein kleines Zeichen der Versöhnung sein […] Es gibt zwar heute noch Unterschiede in der Glaubenslehre, über die man selbstverständlich reden muss, aber wir spüren, dass in allen Kirchen der Wunsch groß ist, die Einheit endlich zu vollbringen.“ (kna u. rv v. 26. 4.; JA v. 7. 5.)

 

Der neue Sammelband „Martin Luther im Widerstreit der Konfessionen" (herausgegeben von Jan-Heiner Tück und Christian Danz) zeigt zur Halbzeit des Reformationsgedenkens 1517/2017 die ganze Spannweite des Konflikts auf: Während Kardinal Koch ein neues Bemühen um Kircheneinheit einfordert, deutet Friedrich Wilhelm Graf den konfessionellen Pluralismus als notwendiges Zeichen der Zeit. Graf, emeritierter protestantischer Professor für Systematische Theologie und Ethik an der Universität München, weist ein römisch-katholisches Heimholen Martin Luthers strikt von sich. Die „Pluralität konkurrierender Geschichtsbilder" sei letztlich „unhintergehbar" - und auch die Tatsache, dass das Christentum heute „organisationsstrukturell" gesehen „immer bunter und vielfältiger" werde, zeuge davon, dass die aus der Reformation hervorgegangene konfessionelle Pluralität prinzipiell wertzuschätzen sei: „Legitime Vielfalt, nicht neoromantisch mythisierte Einheit ist die Signatur des Christlichen in der Moderne", so die These Grafs. Wenn also der Protestantismus das Reformationsjubiläum tatsächlich als Jubiläum begehe, so in dem Sinne, dass die konfessionelle Spaltung nicht etwa beklagt wird, sondern sie „als Differenzierung und Pluralisierung" begrüßt werde. (www.kathpress v. 28. April)

 

Die römisch-katholische und die koptisch-orthodoxe Kirche haben eine historische Vereinbarung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe beschlossen. In Kairo unterzeichneten Papst Franziskus und Patriarch Tawadros II. am 28. April eine gemeinsame Erklärung, in der sie „in gleicher Gesinnung und einmütig“ ihre Absicht festhalten, „die Taufe nicht zu wiederholen, die in einer unserer Kirchen einer Person gespendet wurde“. Beide Kirchenführer berufen sich dabei auf den „Gehorsam gegenüber den Heiligen Schriften und dem Glauben der drei Ökumenischen Konzile in Nicäa, Konstantinopel und Ephesus […] Das Geschenk, dass wir hier in Ägypten zusammen sein können, ist ein Zeichen, dass die Festigkeit unserer Beziehung Jahr für Jahr zunimmt und dass wir in der Verbundenheit, dem Glauben und der Liebe Christi, unseres Herrn, wachsen.“ Es wird an die gemeinsame Erklärung von Papst Paul VI. und Patriarch Shenuda III. vom 10. Mai 1973 erinnert: „In dieser Erklärung anerkannten unsere Kirchen, dass sie getreu der apostolischen Tradition „einen Glauben an den einen, dreifaltigen Gott“ und „an die Gottheit des einziggeborenen Sohnes Gottes“. […Dies fordert] uns heraus, unter der Führung des Heiligen Geistes unsere gemeinsamen Bemühungen zu intensivieren, um im Streben nach sichtbarer Einheit in Verschiedenheit beständig fortzuschreiten“, so die Erklärung vom 28. April (rv. 28. u. 29. 4.; JA v. 7. 5.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Nach dem Nein des Vatikan zu einer Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren fordert der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck „eine ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität". Die bloße Wiederholung der „Wertung von Homosexualität auf naturrechtlicher Basis" werde heute nicht mehr verstanden und auch nicht mehr akzeptiert, schreibt er in einem Brief an alle Pfarreien. Gerade in den Zuschriften vieler SeelsorgerInnen komme „eine offene Ablehnung der lehramtlichen Position zum Ausdruck, die nicht mehr ignoriert werden darf". Bei aller Wertschätzung von Schriftzeugnis, Lehramt und Tradition müsse es um eine „Übersetzung der Zeichen der Zeit" gehen. Die gesamte Tradition sei „als ein lebendiges Geschehen zu begreifen". Gerade die Segensfeiern seien entstanden aus der seelsorglichen Begleitung der betroffenen Menschen. „Über das Gute ihres Lebens einen Segen zu sprechen, der nicht einer Trauung ähnelt, wohl aber Zeichen der Begleitung ist, soll doch zeigen: Im Namen der Kirche ist Gott in dieser Beziehung gegenwärtig." Ähnlich 2600 Geistliche in Deutschland, zahlreiche Priester in Österreich, sowie die österreichischen Bischöfe Wilhelm Krautwaschl (Graz-Seckau), Josef Markets (Gurk-Klagenfurt), Hermann Glettler (Linz) und der Antwerpener Bischof Johan Bonny. (kna u. zahlreiche Medien ab. 20. 3.)

     

  • Im Irak tätige religiöse Organisationen haben anlässlich der Papstreise vom 5. bis zum 8. März ein gemeinsames Statement für Solidarität, Geschwisterlichkeit und interreligiösen Dialog unterzeichnet. In der interreligiösen Erklärung verpflichten sich die Organisationen, Diskriminierung und Missionierung abzulehnen, die kulturellen Werte und Überzeugungen anderer zu respektieren, den sozialen Zusammenhalt zu fördern und die Zusammenarbeit bei der Hilfe für Bedürftige zu stärken. Sie rufen zudem die Internationale Gemeinschaft auf, dem irakischen Volk zu helfen, die gegenwärtigen Herausforderungen „in einem wahren Geist der menschlichen Geschwisterlichkeit und Solidarität“ zu bewältigen. Die Erklärung unterschrieben unter anderem mehrere Caritas-Einrichtungen, die christlich-muslimische Adyan-Stiftung, Islamic Relief Worldwide und der Lutherische Weltbund. Schon in seiner Enzyklika „Fratelli tutti“ habe Papst Franziskus daran erinnert, dass sich keiner allein retten könne, heißt es in dem Manifest. Als positives Beispiel interreligiöser Zusammenarbeit verweisen die Unterzeichner auf das Abu Dhabi-Dokument von 2019 zur Brüderlichkeit aller Menschen hin , das Papst Franziskus und Großimam Ahmad Mohammad Al-Tayyeb unterzeichneten. „Als glaubensbasierte Organisationen schließen wir uns vollständig dieser Botschaft der Geschwisterlichkeit und des Dialogs an“. (vn v. 3. 3.)

     

  • Die Enzyklika „Fratelli tutti“ über Geschwisterlichkeit und soziale Freundschaft steht im Zentrum eines Web-Seminars, bei dem weibliche Führungspersönlichkeiten unterschiedlicher Religionen und Kulturen zu Wort kommen. Organisiert wurde das ökumenische und interreligiöse Seminar von der Weltunion katholischer Frauenverbände (WUCWO) anlässlich des internationalen Weltfrauentags am 8. März. Zwei Vatikangremien wirken dabei mit: der weibliche Beraterstab des päpstlichen Kulturrates und der Päpstliche Rat für Interreligiösen Dialog. Neben einer Videobotschaft der ehemaligen UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova, die als weibliches Mitglied im „Hohen Komitee für die Brüderlichkeit unter den Menschen“ im islamisch-christlichen Dialog engagiert ist, sind Beiträge weiterer Vertreterinnen aus Christentum, Judentum und Islam, Buddhismus und Hinduismus vorgesehen. Das Wort ergreifen etwa die Soziologieprofessorin und Vatikanberaterin Consuelo Corradi, Leiterin des Frauenrates im Päpstlichen Kulturrat, sowie die muslimische Theologin Shahrzad Houshmand, die ebenfalls dort Mitglied ist. Auch sprechen die Präsidentin des Interreligiösen und Interkulturellen Komitees des Internationalen Rates der Jüdischen Frauen, Nadine Iarchy. Weitere Beiträge kommen von Elena Seishin Viviani von der Buddhistischen Union und Svamini Hamsananda Ghiri von der Hinduistischen Union in Italien. Grußworte sprechen Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident der Päpstlichen Kulturrates, und Kardinal Miguel Ángel Ayuso Guixot, Präfekt des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog. „Wir sind dann im Jahr 2020 zu einer gemeinsamen Erklärung gekommen und haben festgestellt, dass es gemeinsame Punkte gibt, um menschliche Geschwisterlichkeit gemäß den vom Papst angegebenen Richtlinien durch Frauen in der Welt zu verwirklichen. In diesem Jahr 2021 hoffen wir, diesen Weg des Dialogs einen Schritt weiterzugehen und zu konkretisieren - es geht jetzt darum, von Erklärungen zu Fakten überzugehen“, sagt die Argentinierin Maria Lia Zervino, Präsidentin der WUCWO, im Interview mit Radio Vatikan. (vn v. 3. 3.)

     

  • Der Innsbrucker Pastoraltheologe Christian Bauer fordert eine Neuausrichtung der Priesterausbildung. Es brauche „einen anderen, postklerikalen Geist", schreibt er in einem Gastbeitrag für das Portal katholisch.de. Angehende Priester müssten „aus ihrer persönlichen Komfortzone heraus“. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) habe es „durchaus bemerkenswerte Neuansätze" gegeben. Unter dem heutigen Papst ergäben sich neue Möglichkeiten, da Franziskus die Synodalität als gemeinsames Vorangehen aller Getauften propagiere. Bislang führe die Priesterausbildung häufig zu einem „Hineinsozialisieren in einen klerikalen Habitus, der längst als ein wesentlicher Grund des geistlichen Missbrauchs bis hin zu sexualisierter Gewalt identifiziert ist". In Priesterseminaren entstehe oft ein „verhängnisvoller klerikaler Korpsgeist". Es brauche jedoch individuelle Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln, fordert der Pastoraltheologe. Zudem sollten „angehende Priester, Gemeinde- und Pastoralreferent*innen" nicht in „XXL-Seminaren" abgeschottet sein, sondern in dezentralen Wohngemeinschaften am ‚normalen' Studierendenleben" teilhaben. Prof. Bauer äußerte sich deshalb, weil eine Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz ein Reformkonzept vorgelegt hat, wonach die Priesterausbildung nur noch an wenigen Standorten in Deutschland erfolgen soll. Dies stieß zum Teil auf heftige Kritik. (kna u. kap v. 2. 3.)

     

  • Der deutsche Ökumenische Kirchentag (ÖKT) 2021 wird anders als alle Kirchentage bisher. Ein Beispiel dafür ist „Schaut hin – Von der Krise zur Vision“, das Anfang März veröffentlichte gemeinsame Magazin der römisch-katholischen und evangelischen Kirche für den Religionsunterricht. Konkret arbeiteten hier das Dezernat Schule und Bildung im Bistum Limburg und das Religionspädagogische Institut der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) zusammen. Das Heft bietet für Schulen Unterrichtsmaterialien zu den zentralen Themen des ÖKTs an: von Glaube und Spiritualität über die Bewahrung der Schöpfung bis hin zu Wirtschaft. „Es ist so wichtig, dass gerade Kinder und Jugendliche erkennen können, dass Christ-Sein nicht bedeutet, weltfern zu sein“, schreiben in ihrem Geleitwort der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, sowie die Bischöfin von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, und der Kirchenpräsident der EKHN, Volker Jung. (vn [=Vatican News] v. 2. 3.)

     

Artikelempfehlungen

Der Bischof von Hildesheim, Heiner Wilmer, setzt Hoffnungen auf den gestarteten „Synodalen Weg“ zur Erneuerung der...