Papst Franziskus ernennt für die kommende Familien-Synode zwei progressive US-Bischöfe.

Die Delegation der US-Bischöfe zur Familiensynode im Herbst wird laut Medienberichten durch zwei enge Gefolgsleute von Papst Franziskus ergänzt. Eine Ernennung von Chicagos Erzbischof Blase Cupich und des schwarzen Bischofs von Youngstown, George Murry, als Delegierte für die vatikanische Familiensynode im Vatikan stehe kurz bevor, berichtete die Catholic News Agency (CNA; Denver) am 11. August. Der Papst wolle Unterstützern seines Erneuerungskurses Sitz und Stimme in der Synode geben, heißt es. Der Papst hat das Recht, neben den von den nationalen Bischofskonferenzen bestellten Delegierten zusätzliche zu ernennen. Sollten sich die nun bekannt gewordenen Informationen bestätigen, macht er in den USA davon Gebrauch, indem er den vier Vertretern der US-Bischöfe aus dem eher konservativen Lager zwei Reformer an die Seite stellt. Chicagos Erzbischof Cupich stand zusammen mit dem konservativen Erzbischof Salvatore Cordileone aus San Francisco als Ersatzdelegierter auf der Liste der Bischofskonferenz. Indem Papst Franziskus nun Cordileone übergangen und neben Cupich mit Bischof Murry einen weiteren Reformer zu der Synode eingeladen habe, habe er vor seinem USA-Besuch im September ein unübersehbares Signal gesetzt, meinen Beobachter. Bereits während der ersten Monate in Chicago profilierte sich Cupich als Führer der Reformer innerhalb der US-Bischofskonferenz und setzte auch in seiner Diözese Akzente: Wie Papst Franziskus rückte er die soziale Gerechtigkeit ins Zentrum seiner Verkündigung. Cupich gilt als Anwalt für die Rechte von Einwanderern und reagierte auf die Umweltenzyklika des Papstes mit einer ehrgeizigen Klima-Initiative. Bischof Murry kommt als Jesuit (und Ordensbruder des Papstes) aus derselben Tradition. (Kathweb/KAP/KNA v. 11. 8.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Fall der entführten und zwangsverheirateten 14-jährigen Christin Maira Shahbaz aus Islamabad (Pakistan) gibt es Hoffnung auf eine Befreiung. Der Großmufti der sunnitischen Rizvi-Jammah Moschee in Faisalabad, Muhammad Asad Ali Rizvi Efi, hat mit einem muslimischen Rechtsurteil (Fatwa) die vom mutmaßlichen Entführer Mohamad Nakash vorgelegte Heiratsurkunde als gefälscht bezeichnet. Nakash behauptet, mit dem minderjährigen Mädchen gültig verheiratet zu sein. Dazu sagte Lala Robin Daniel, Menschenrechtsaktivistin aus Faisalabad, gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“: „Die Stellungnahme des Großmuftis ist von Bedeutung. Die Heiratsurkunde ist zweifellos gefälscht. Die Unterschrift des Imams, der die Trauung angeblich durchgeführt hat, ist falsch. Die bestehende Ehe von Nakash wird nicht erwähnt. All das zeigt deutlich, dass es sich um einen Betrug handelt.“ Der christliche Anwalt der Familie hofft auf eine baldige Wiederaufnahme des Verfahrens. Das Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt und begleitet aktuell den Fall eines weiteren 14-jährigen Mädchens, der Katholikin Huma Younus. Sie wurde im Oktober 2019 aus ihrem Elternhaus in Karatschi verschleppt. Auch hier läuft ein Revisionsverfahren. (www.kirche-in-not.de u. vn v. 8.

     

  • Nach einer entsprechenden Ausbildung und der Ermächtigung durch Bischof Josef Marketz (Diözese Gurk-Klagenfurt) können auch Frauen und Männer aus dem Laienstand ab März 2021 Begräbnisse leiten. Der erste „Lehrgang zur Leitung von Begräbnissen für theologisch und pastoral qualifizierte Laien“ soll kommenden Herbst beginnen. „Trauernde zu trösten und Tote zu begraben sind Werke der Barmherzigkeit, die jeder Christin und jedem Christen, aber auch der Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden, aufgetragen sind“, so Bischof Marketz. Mit der neuen Ausbildung wolle die römisch-katholische Kirche Kärntens einerseits Priester und Diakone in ihrem Dienst unterstützen. Im Erzbistum Wien werden bereits seit längerem Laien mit dieser Aufgabe betraut. (vn v. 2. 7.)

     

  • Ein „historischer Moment“ war laut Katharina Rogenhofer, Sprecherin des österreichischen Klimaschutz-Volksbegehrens, der am 24. Juni bei einer Pressekonferenz in Wien erfolgte Schulterschluss der österreichischen Religionsgemeinschaften und der gemeinsame Aufruf zur Unterzeichnung. Kardinal Christoph Schönborn sagte in seinem Statement, dass er und die weiteren fünf Religionsvertreter die „Zukunft sichern“ wollten. Mit ihm waren am Podium: der lutherische Bischof Michael Chalupka, der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic sowie die Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Buddhistischen Religionsgesellschaft, Oskar Deutsch, Ümit Vural und Gerhard Weissgrab. (JA v. 5. 7.)

     

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