Papst Franziskus hat öffentlich um Vergebung für Skandale in der römisch-katholischen Kirche gebeten.

„Ich möchte Sie im Namen der Kirche um Vergebung bitten für die Skandale, die in diesen jüngsten Zeiten sowohl in Rom als auch im Vatikan vorgefallen sind“, sagte das Kirchenoberhaupt am 14. Oktober bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz. Franziskus bezog sich indirekt auf den Wirbel rund um das Outing des homosexuell fühlenden polnischen Theologen Krzystof Charamsa und um das Beschwerdeschreiben einer Gruppe von 13 Kardinälen an den Papst. Im Internet war am 12. Oktober ein Schreiben konservativer Kardinäle an den Papst veröffentlicht worden. Darin beschweren sich die Kardinäle darüber, dass der Ausgang der laufenden Bischofssynode über die Familie bereits feststehe. Zahlreiche Synodenteilnehmer hätten den Eindruck, dass die neue Arbeitsweise der Synode erdacht worden sei, "um vorherbestimmte Ergebnisse in wichtigen kontroversen Fragen zu erleichtern", heißt es in dem Schreiben, das die italienische Zeitschrift „L'Espresso" am 12. 10. auf ihrer Internetseite im Wortlaut veröffentlichte. (http://www.nzz.ch vom 14. 10.; http://www.wienerzeitung.at v. 14. 10.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Konkrete Maßnahmen gegen Hassreden, will das „Internationale Dialogzentrum König-Abdullah“ (KAICIID) in Wien setzen. Dafür werden knapp 1,5 Millionen Euro im Jahr 2020 zur Verfügung gestellt. Das gab der Generalsekretär des KAICIID, Faisal Bin Muaamar, in einer Aussendung bekannt. Unterstützt werden Projekte in Europa und dem Nahen Osten, in Myanmar, Nigeria und der Zentralafrikanischen Republik. Die Initiative ist auf einer KAICIID-Tagung zum Thema „The Power of Words“ in Wien ins Leben gerufen worden. An der Tagung haben mehr als 150 Führungspersönlichkeiten aus den Bereichen Religion, Politik, Kultur und Medien teilgenommen, darunter der Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Kardinal Miguel Ayuso Guixot. (kap u. vn v. 1. 11.)

     

  • Die Grundform des priesterlichen Dienstes in der römisch-katholischen Kirche wird die ehelose Lebensform bleiben, betonte Kardinal Christoph Schönborn in einem Fernsehinterview. Er habe sich trotzdem bei der Amazonien-Synode für die Weihe bewährter verheirateter Männer zu Priestern in Ausnahmefällen ausgesprochen und für diesen Vorschlag im Schlussdokument votiert. (kap u. vn v. 4. 11.)

     

  • Es ist eine ökumenische Premiere in Österreich: Erstmals tagen die Mitglieder der römisch-katholischen sowie der orthodoxen Bischofskonferenz gemeinsam. Das Treffen findet ab 4. November im Wiener Erzbischöflichen Palais statt. Nach einem Austausch über Themen, die für beiden Kirchen relevant sind, wird um 18.30 Uhr eine gemeinsame Vesper in der griechisch-orthodoxen Kathedrale (Fleischmarkt 13, 1010 Wien) gefeiert, zu der alle Gläubigen eingeladen sind. Der gemeinsame Teil der Tagung endet mit einem Empfang des griechisch-orthodoxen Metropoliten Arsenois (Kardamakis), der auch Vorsitzender der orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich ist. Danach diskutierte der rein römisch-katholische Episkopat u. a. die Ergebnisse der Amazonien-Synode, an der Kardinal Schönborn teilgenommen hatte. (kap u. vn v. 3. 11.)

     

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