Zusammenarbeit und Dialog mit den (Welt-)Religionen: (Islam u.a.)

Marokko sagt dem religiösen Extremismus den Kampf an. Vor allem der Inhalt der Schulbücher soll reformiert werden. König Mohammed VI. ergriff die Initiative zur dieser Präventionsarbeit. Er rief seine Islam-gelehrten dazu auf, „Lehrmittel und Unterrichtsprogramme mutig auf Inhalte zu überprüfen, welche zu Radikalismus anstacheln könnten“ Innerhalb weniger Monate wurden die in Frage kommenden Schulbücher durch neue ersetzt. Zur zentralen Frage, wer den „Jihad“ ausrufen darf, halten die marokkanischen Gelehrten fest, dass dies nur der „Große Imam“ d.h. der oberste Gelehrte tun darf, keinesfalls ein Imam einer Hinterhofmosche oder ein selbsternannter Kalif. Vordenker dieser Reform ist Ahmed Assid. Er fordert seit 20 Jahren, die Lehrpläne umzustellen und sie auf Inhalte zu überprüfen, die nicht mit demokratischen Prinzipien vereinbar sind. Jetzt wird in den neuen Schulbüchern das Verhältnis Christentum-Islam objektiver dargestellt: „Die Kommission hat zum Beispiel die 48. Sure ‚al-Fath‘, zu Deutsch ‚der Sieg‘, die zum sogenannten heiligen Krieg gegen die Ungläubigen aufruft, aus den Lehrmitteln entfernt“, sagt Assid. Diese Reform impliziert, dass der Koran in Hinkunft zeitgemäß gelesen und interpretiert werden muss. (Neue Zürcher Zeitung vom 1. 2.)

 

Franziskus hat den Anschlag auf eine Moschee in Québec (Kanada) verurteilt. Angesichts der Gewalt müssten Christen und Muslime im Gebet vereint sein, erinnerte der Papst bei einem Treffen mit dem Erzbischof der kanadischen Stadt und dem Primas von Kanada, Kardinal Gérald Cyprien. Der Päpstliche Rat für interreligiösen Dialog verurteilte die Tat als „sinnlosen Akt“ der Gewalt. Damit seien „die Heiligkeit des menschlichen Lebens und der Respekt für eine Gemeinschaft im Gebet und für ihre Kultstätte verletzt worden“. In Québec waren am 30. Jänner sechs Männer bei einer Schießerei in einer Moschee getötet worden. (www.de.radiovaticana.va v. 30. 1.)

 

Ein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus in all seinen Formen hat Papst Franziskus abgelegt. Bei einem Treffen mit Vertretern der jüdischen „Anti-Defamation-League“ im Vatikan betonte er am 9. Februar die guten Beziehungen und Fortschritte im Dialog mit den Juden und bekräftigte die Aufgabe der römisch-katholischen Kirche, gegen antisemitische Tendenzen vorzugehen. „Wenn die Kultur der Begegnung und der Versöhnung Leben schafft und Hoffnung macht, so sät die Nicht-Kultur des Hasses Tod und Verzweiflung. … Leider jedoch ist der Antisemitismus, den ich erneut in jeder seiner Formen missbillige und als den christlichen Prinzipien widersprechend betrachte, auch heute noch weit verbreitet. Ich wiederhole, dass die katholische Kirche sich besonders verpflichtet fühlt, zusammen mit unseren jüdischen Freunden alles zu tun, um antisemitische Tendenzen einzudämmen“, so der Papst zu der rund 40-köpfigen Delegation. (www.de.radiovaticana.va v. 9. 2.)

 

Der Oberste Rat der „Ulama“ des Landes Marokko, legt den Abfall vom Islam neu aus: Glaubensabfall (Apostasie) soll nicht mehr mit dem Tod bestraft werden. Aus dem Dokument über die Neuauslegung geht hervor, dass Apostasie in einem kriegerischen Kontext der damaligen Zeit als politischer und nicht als religiöser Verrat an der Gemeinschaft zu verstehen ist. Für den Jesuitenpater Samir Khalil Samir ist die Entscheidung ein „sehr wichtiger Schritt“. Das äußerte der Professor für Islamwissenschaften am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Asia News“ vom 9. Februar. Nach dem Obersten Rat werde Abfall vom Islam im Jenseits bestraft, nicht aber im diesseitigen Leben. Es gehe nun nicht mehr darum, das islamische Recht wörtlich auszulegen, sondern im aktuellen Kontext neu zu interpretieren. Der Ansatz der marokkanischen Religionsgelehrten könnte ein Wegweiser für Saudi Arabien, Afghanistan, Iran, Pakistan, Somalia oder den Sudan sein, wo auf Apostasie die Todesstrafe steht. (cath.ch u. www.de.radiovaticana.va v. 11. 2.)

 

Religiöse und moralische Werte sind mehr denn je notwendig für die nationale Einheit und den Kampf gegen Fundamentalismus und Terrorismus. Das sagten der Großimam von al-Azhar, Ahmed al-Tayyeb, und der koptisch-orthodoxe Patriarch, Tawadros II. zum Auftakt einer Konferenz zur gesellschaftlichen Bedeutung ethischer Werte am 14. Februar in der Kairoer al-Azhar-Universität, berichtet die vatikanische Zeitung „L’Osservatore Romano“ am 15. Februar. Der Großimam, einer der ranghöchsten Gelehrten des sunnitischen Islams, unterstrich in seiner Eröffnungsrede, wie wichtig die Bildung der Jugend für die Entwicklung einer Gesellschaft sei. Auch das Oberhaupt der orthodoxen Kopten sprach von der Notwendigkeit, die Bildungsstruktur des Landes zu verbessern. Der ägyptische Präsident Al-Sisi hatte angesichts der Häufung islamistisch motivierter Attentate in der jüngeren Vergangenheit mehrfach dazu aufgerufen, einem extremistischen Gedankengut in Gesellschaft und Religion entgegen zu treten. (or u. www.de.radiovaticana.va v. 16. 2.)

 

Um Religionsfreiheit und staatlichen Laizismus geht es auf einer hochkarätigen interreligiösen Tagung, die die Kairoer al-Azhar-Universität ab dem 27. Februar ausrichtet. Auf Einladung des sunnitischen Großimams Ahmed el-Tayeb diskutieren christliche und muslimische Religionsvertreter, Wissenschaftler und Politiker am 27. und 28. Februar über die zivile Natur des Staates, Staatsbürgerschaft, Gleichheit vor dem Gesetz und Respekt vor Diversität – Themen, die für das Zusammenleben der Religionen in Ägypten von Bedeutung sind. Die Kairoer al-Azhar-Universität will mit der Konferenz einen „aufgeklärten und gemäßigten Islam fördern“, fasst die Nachrichtenagentur Asianews das Anliegen der Tagung zusammen. Es gehe um einen gewaltfreien Islam, der im Dialog mit der Moderne stehe. Geplant ist ein gemeinsames Abschlussdokument des Konferenzkomitees, in dem muslimische wie christliche Religionsvertreter sitzen. Eingeladen zur Konferenz sind der libanesische Präsident Michel Aoun, der einzige christliche Staatschef in der arabischen Welt, sowie die wichtigsten Religionsführer des Libanon, darunter der maronitische Patriarch Bechara Rai und der griechisch-katholische Patriarch Gregorius III. (asianews u. www.de.radiovaticana.va v. 20. 2.)

 

Mit vereinten Kräften wollen der Vatikan und die Kairoer Al-Azhar-Universität gegen Fanatismus, Extremismus und Gewalt im Namen der Religion angehen: Zu diesem Zweck findet am 22. und 23. Februar am Sitz der sunnitischen Lehreinrichtung in Kairo ein Dialogseminar statt. Angeführt wird die Vatikandelegation vom Präsidenten des Päpstlichen Rates für Interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran, sowie dessen Sekretär, Miguel Ayuso Guixot. Für den Vatikan nehmen zudem der jordanische Islamexperte Khaled Boutros Akasheh sowie der Apostolische Nuntius in Ägypten, Erzbischof Bruno Musarò, teil. Die muslimische Seite steuert mit Vertretern des Al-Azhar-Al-Sharif-Dialogzentrums zu den Gesprächen bei. Papst Johannes Paul II. hatte am 24. Februar 2000 die Al-Azhar-Universität besucht. Das aktuelle Dialogtreffen findet in Erinnerung an die historische Visite statt, gab der Vatikan an. (www.de.radiovaticana.va v. 21. 2.; KircheIn 3/2017)

 

Die vatikanischen Museen und das jüdische Museum von Rom organisieren eine gemeinsame Ausstellung zum jüdischen Symbol der Menora, dem siebenarmigen Leuchter. Es ist die erste Ausstellung dieser Art. Mehr als 130 Ausstellungsstücke werden gleichzeitig im Vatikan und der römischen Synagoge gezeigt. Die Ausstellung findet zwischen dem 15. Mai und dem 23. Juli 2017 statt. (cath.ch v. 22. 2.)

 

Erstmals in der modernen Geschichte Ägyptens führt eine Frau die Regierung einer Provinz an. Präsident al-Sisi ernannte die 73 Jahre alte Chemikerin und Managerin Nadia Abdou zur Regierungschefin der Provinz Béheira im Nordwesten Ägyptens, wie die Agentur AsiaNews am 22. Februar meldet. Al-Sisi macht mit dieser Ernennung einen ersten Schritt, um die in der Verfassung verlangte „angemessene Vertretung“ von Frauen in öffentlichen Ämtern zu erreichen. Die neue Gouverneurin will auf Investitionen und Tourismus setzen, um die Wirtschaft in der Region anzukurbeln. Prioritäten für die neue Regierung sind der chronische Wassermangel und die mangelnde Infrastruktur. Die letzte Frau in einem vergleichbaren öffentlichen Amt war Hekmat Abou Zeid, die 1962 Sozialministerin wurde. (asianews u. www.de.radiovaticana.va v. 23. 2.)

 

Als „gefestigt und wirkungsvoll“ hat Papst Franziskus den Religionsdialog zwischen Juden und Christen bezeichnet. Es bestehe ein beständiger Austausch, sagte er am 23. Februar im Vatikan gegenüber Mitarbeitern einer neuen Ausgabe der jüdischen Thora. Das internationale Thora-Projekt, an dem neben jüdischen auch christliche Wissenschaftler beteiligt waren, würdigte der Papst als konkreten Beitrag zum Dialog: Dieser zeige sich schließlich „nicht allein in Worten, sondern auch Gesten“, so Franziskus. Die Thora sei die „lebendige Lehre des lebendigen Gottes“, hielt er in seiner Rede weiter fest. Begleitet wurden die Forscher vom argentinischen Rabbiner Abraham Skorka aus Buenos Aires, einem langjährigen Freund des Papstes. (www.de.radiovaticana.va v. 23. 2.)

 

Der Islam lehne jede Form von Diskriminierung ab, sagte der Großimam der Al-Azhar-Moschee, Scheich Ahmad Mohammad al-Tayyeb, in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ vom 25. Februar. Als Beispiel dafür nannte er die islamische Gesellschaft zur Zeit des Propheten Mohammed in Medina: Dies sei eine Zeit „einer wahren Koexistenz zwischen verschiedenen Völkern und Religionen in einem Kontext des gegenseitigen Respekts und der Gleichberechtigung“ gewesen, so der Imam. Das Wesentliche im Dialog zwischen jungen Muslimen und Christen, den auch die Universität al-Azhar fördere, sei der Kampf gegen Hass und Radikalismus. Der Dialog öffne Möglichkeiten, grundlegende Fragen zum universalen Frieden und dem friedlichen Zusammenleben zwischen Ost und West zu diskutieren. (www.de.radiovaticana.va v. 25. 2.)

Offizielle islamische Autoritäten in Ägypten verurteilen die gezielte Tötung von koptischen Christen auf der Sinai-Halbinsel. Das Haus der Fatwa (Dar al Ifta al Misryah), die zuständige Institution für Stellungnahmen zur korrekten Interpretation von Koranversen, wendet sich in einer Mitteilung scharf gegen die Tötung von Christen. Die Gewalt von Dschihadisten gegen die einheimischen Christen ziele eindeutig darauf, die nationale Einheit zu untergraben, warnt die einflussreiche Institution. Auch radikal-islamische Parteien wie al-Nur verurteilten die Tötungen. Sie verstießen gegen die „gegen die Lehre des Islam“, so ein Sprecher der salafistischen Partei. Über die Situation der Kopten auf der Sinai-Halbinsel und die Notwendigkeit, weitere Maßnahmen zu ihrem Schutz zu ergreifen, haben sich bei einem Telefongespräch auf der koptische Patriarch Tawadros II. und der ägyptische Ministerpräsident Sherif Ismail ausgetauscht. Am 25. Februar hatte sich Staatspräsident al-Sisi zu Wort gemeldet und den ägyptischen Familien, die aus Angst vor weiteren Gewalttaten aus der Provinzhauptstadt Al-Arish geflohen sind, seine Unterstützung zugesichert. (fides u. www.de.radiovaticana.va v. 27. 2.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Nach dem Nein des Vatikan zu einer Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren fordert der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck „eine ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität". Die bloße Wiederholung der „Wertung von Homosexualität auf naturrechtlicher Basis" werde heute nicht mehr verstanden und auch nicht mehr akzeptiert, schreibt er in einem Brief an alle Pfarreien. Gerade in den Zuschriften vieler SeelsorgerInnen komme „eine offene Ablehnung der lehramtlichen Position zum Ausdruck, die nicht mehr ignoriert werden darf". Bei aller Wertschätzung von Schriftzeugnis, Lehramt und Tradition müsse es um eine „Übersetzung der Zeichen der Zeit" gehen. Die gesamte Tradition sei „als ein lebendiges Geschehen zu begreifen". Gerade die Segensfeiern seien entstanden aus der seelsorglichen Begleitung der betroffenen Menschen. „Über das Gute ihres Lebens einen Segen zu sprechen, der nicht einer Trauung ähnelt, wohl aber Zeichen der Begleitung ist, soll doch zeigen: Im Namen der Kirche ist Gott in dieser Beziehung gegenwärtig." Ähnlich 2600 Geistliche in Deutschland, zahlreiche Priester in Österreich, sowie die österreichischen Bischöfe Wilhelm Krautwaschl (Graz-Seckau), Josef Markets (Gurk-Klagenfurt), Hermann Glettler (Linz) und der Antwerpener Bischof Johan Bonny. (kna u. zahlreiche Medien ab. 20. 3.)

     

  • Im Irak tätige religiöse Organisationen haben anlässlich der Papstreise vom 5. bis zum 8. März ein gemeinsames Statement für Solidarität, Geschwisterlichkeit und interreligiösen Dialog unterzeichnet. In der interreligiösen Erklärung verpflichten sich die Organisationen, Diskriminierung und Missionierung abzulehnen, die kulturellen Werte und Überzeugungen anderer zu respektieren, den sozialen Zusammenhalt zu fördern und die Zusammenarbeit bei der Hilfe für Bedürftige zu stärken. Sie rufen zudem die Internationale Gemeinschaft auf, dem irakischen Volk zu helfen, die gegenwärtigen Herausforderungen „in einem wahren Geist der menschlichen Geschwisterlichkeit und Solidarität“ zu bewältigen. Die Erklärung unterschrieben unter anderem mehrere Caritas-Einrichtungen, die christlich-muslimische Adyan-Stiftung, Islamic Relief Worldwide und der Lutherische Weltbund. Schon in seiner Enzyklika „Fratelli tutti“ habe Papst Franziskus daran erinnert, dass sich keiner allein retten könne, heißt es in dem Manifest. Als positives Beispiel interreligiöser Zusammenarbeit verweisen die Unterzeichner auf das Abu Dhabi-Dokument von 2019 zur Brüderlichkeit aller Menschen hin , das Papst Franziskus und Großimam Ahmad Mohammad Al-Tayyeb unterzeichneten. „Als glaubensbasierte Organisationen schließen wir uns vollständig dieser Botschaft der Geschwisterlichkeit und des Dialogs an“. (vn v. 3. 3.)

     

  • Die Enzyklika „Fratelli tutti“ über Geschwisterlichkeit und soziale Freundschaft steht im Zentrum eines Web-Seminars, bei dem weibliche Führungspersönlichkeiten unterschiedlicher Religionen und Kulturen zu Wort kommen. Organisiert wurde das ökumenische und interreligiöse Seminar von der Weltunion katholischer Frauenverbände (WUCWO) anlässlich des internationalen Weltfrauentags am 8. März. Zwei Vatikangremien wirken dabei mit: der weibliche Beraterstab des päpstlichen Kulturrates und der Päpstliche Rat für Interreligiösen Dialog. Neben einer Videobotschaft der ehemaligen UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova, die als weibliches Mitglied im „Hohen Komitee für die Brüderlichkeit unter den Menschen“ im islamisch-christlichen Dialog engagiert ist, sind Beiträge weiterer Vertreterinnen aus Christentum, Judentum und Islam, Buddhismus und Hinduismus vorgesehen. Das Wort ergreifen etwa die Soziologieprofessorin und Vatikanberaterin Consuelo Corradi, Leiterin des Frauenrates im Päpstlichen Kulturrat, sowie die muslimische Theologin Shahrzad Houshmand, die ebenfalls dort Mitglied ist. Auch sprechen die Präsidentin des Interreligiösen und Interkulturellen Komitees des Internationalen Rates der Jüdischen Frauen, Nadine Iarchy. Weitere Beiträge kommen von Elena Seishin Viviani von der Buddhistischen Union und Svamini Hamsananda Ghiri von der Hinduistischen Union in Italien. Grußworte sprechen Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident der Päpstlichen Kulturrates, und Kardinal Miguel Ángel Ayuso Guixot, Präfekt des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog. „Wir sind dann im Jahr 2020 zu einer gemeinsamen Erklärung gekommen und haben festgestellt, dass es gemeinsame Punkte gibt, um menschliche Geschwisterlichkeit gemäß den vom Papst angegebenen Richtlinien durch Frauen in der Welt zu verwirklichen. In diesem Jahr 2021 hoffen wir, diesen Weg des Dialogs einen Schritt weiterzugehen und zu konkretisieren - es geht jetzt darum, von Erklärungen zu Fakten überzugehen“, sagt die Argentinierin Maria Lia Zervino, Präsidentin der WUCWO, im Interview mit Radio Vatikan. (vn v. 3. 3.)

     

  • Der Innsbrucker Pastoraltheologe Christian Bauer fordert eine Neuausrichtung der Priesterausbildung. Es brauche „einen anderen, postklerikalen Geist", schreibt er in einem Gastbeitrag für das Portal katholisch.de. Angehende Priester müssten „aus ihrer persönlichen Komfortzone heraus“. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) habe es „durchaus bemerkenswerte Neuansätze" gegeben. Unter dem heutigen Papst ergäben sich neue Möglichkeiten, da Franziskus die Synodalität als gemeinsames Vorangehen aller Getauften propagiere. Bislang führe die Priesterausbildung häufig zu einem „Hineinsozialisieren in einen klerikalen Habitus, der längst als ein wesentlicher Grund des geistlichen Missbrauchs bis hin zu sexualisierter Gewalt identifiziert ist". In Priesterseminaren entstehe oft ein „verhängnisvoller klerikaler Korpsgeist". Es brauche jedoch individuelle Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln, fordert der Pastoraltheologe. Zudem sollten „angehende Priester, Gemeinde- und Pastoralreferent*innen" nicht in „XXL-Seminaren" abgeschottet sein, sondern in dezentralen Wohngemeinschaften am ‚normalen' Studierendenleben" teilhaben. Prof. Bauer äußerte sich deshalb, weil eine Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz ein Reformkonzept vorgelegt hat, wonach die Priesterausbildung nur noch an wenigen Standorten in Deutschland erfolgen soll. Dies stieß zum Teil auf heftige Kritik. (kna u. kap v. 2. 3.)

     

  • Der deutsche Ökumenische Kirchentag (ÖKT) 2021 wird anders als alle Kirchentage bisher. Ein Beispiel dafür ist „Schaut hin – Von der Krise zur Vision“, das Anfang März veröffentlichte gemeinsame Magazin der römisch-katholischen und evangelischen Kirche für den Religionsunterricht. Konkret arbeiteten hier das Dezernat Schule und Bildung im Bistum Limburg und das Religionspädagogische Institut der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) zusammen. Das Heft bietet für Schulen Unterrichtsmaterialien zu den zentralen Themen des ÖKTs an: von Glaube und Spiritualität über die Bewahrung der Schöpfung bis hin zu Wirtschaft. „Es ist so wichtig, dass gerade Kinder und Jugendliche erkennen können, dass Christ-Sein nicht bedeutet, weltfern zu sein“, schreiben in ihrem Geleitwort der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, sowie die Bischöfin von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, und der Kirchenpräsident der EKHN, Volker Jung. (vn [=Vatican News] v. 2. 3.)

     

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