Die Weltbischofssynode zu Ehe und Familie „bestärkt die seelsorgliche Praxis, die vielerorts zur gelebten Realität in Österreich gehört".

So reagieren Österreichs Bischöfe auf ihrer herbstlichen Bischofskonferenz im Salzburger Stift Michaelbeuern auf das Ergebnis der Weltbischofssynode. Die Bischöfe sehen diese Rückenstärkung namentlich beim Umgang mit den wiederverheirateten Geschiedenen. „Es geht um den aufmerksamen, nüchternen und liebevollen Blick auf die jeweils besondere Situation, um die sorgfältige Unterscheidung und die Begleitung auf dem Weg der Teilnahme am kirchlichen Leben", heißt es in einer Erklärung. Die Synode habe im Blick auf Geschiedene „keine Generallösung" geboten, sondern setze auf den bewährten Dreischritt „hinschauen, unterscheiden, begleiten". „Maßgeblich geprägt" worden sei dieser auf Barmherzigkeit aufbauende „Weg der Begleitung", der lang vor der Frage nach der Zulassung zu den Sakramenten ansetzen müsse. Die einstimmig beschlossenen Texte der deutschsprachigen Synoden-Gruppe haben die Tür für Einzelfall-Lösungen geöffnet. Sie könnten nun „Ausgangspunkt von ortskirchlichen Konkretisierungen sein, bei denen die Verantwortung des Bischofs sowie von Bischofskonferenzen künftig mehr zum Tragen kommt". Der Synodentext habe einen „wohlwollenden Blick" auf die „noch unvollkommenen Formen des Zusammenlebens" nicht ausgeschlossen. „Denn auch außerhalb dieser vollen Verwirklichung im Ehesakrament gibt es positive Elemente und Formen von gelebter Verantwortung und Stabilität", meinen die Bischöfe. Im Hinblick auf Ehe und Familie habe die Synode „eine Sprache gefunden, die nicht verurteilt". (www.katholisch.at/aktuelles vom 13. 11. JA vom 22. 11.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Fall der entführten und zwangsverheirateten 14-jährigen Christin Maira Shahbaz aus Islamabad (Pakistan) gibt es Hoffnung auf eine Befreiung. Der Großmufti der sunnitischen Rizvi-Jammah Moschee in Faisalabad, Muhammad Asad Ali Rizvi Efi, hat mit einem muslimischen Rechtsurteil (Fatwa) die vom mutmaßlichen Entführer Mohamad Nakash vorgelegte Heiratsurkunde als gefälscht bezeichnet. Nakash behauptet, mit dem minderjährigen Mädchen gültig verheiratet zu sein. Dazu sagte Lala Robin Daniel, Menschenrechtsaktivistin aus Faisalabad, gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“: „Die Stellungnahme des Großmuftis ist von Bedeutung. Die Heiratsurkunde ist zweifellos gefälscht. Die Unterschrift des Imams, der die Trauung angeblich durchgeführt hat, ist falsch. Die bestehende Ehe von Nakash wird nicht erwähnt. All das zeigt deutlich, dass es sich um einen Betrug handelt.“ Der christliche Anwalt der Familie hofft auf eine baldige Wiederaufnahme des Verfahrens. Das Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt und begleitet aktuell den Fall eines weiteren 14-jährigen Mädchens, der Katholikin Huma Younus. Sie wurde im Oktober 2019 aus ihrem Elternhaus in Karatschi verschleppt. Auch hier läuft ein Revisionsverfahren. (www.kirche-in-not.de u. vn v. 8.

     

  • Nach einer entsprechenden Ausbildung und der Ermächtigung durch Bischof Josef Marketz (Diözese Gurk-Klagenfurt) können auch Frauen und Männer aus dem Laienstand ab März 2021 Begräbnisse leiten. Der erste „Lehrgang zur Leitung von Begräbnissen für theologisch und pastoral qualifizierte Laien“ soll kommenden Herbst beginnen. „Trauernde zu trösten und Tote zu begraben sind Werke der Barmherzigkeit, die jeder Christin und jedem Christen, aber auch der Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden, aufgetragen sind“, so Bischof Marketz. Mit der neuen Ausbildung wolle die römisch-katholische Kirche Kärntens einerseits Priester und Diakone in ihrem Dienst unterstützen. Im Erzbistum Wien werden bereits seit längerem Laien mit dieser Aufgabe betraut. (vn v. 2. 7.)

     

  • Ein „historischer Moment“ war laut Katharina Rogenhofer, Sprecherin des österreichischen Klimaschutz-Volksbegehrens, der am 24. Juni bei einer Pressekonferenz in Wien erfolgte Schulterschluss der österreichischen Religionsgemeinschaften und der gemeinsame Aufruf zur Unterzeichnung. Kardinal Christoph Schönborn sagte in seinem Statement, dass er und die weiteren fünf Religionsvertreter die „Zukunft sichern“ wollten. Mit ihm waren am Podium: der lutherische Bischof Michael Chalupka, der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic sowie die Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Buddhistischen Religionsgesellschaft, Oskar Deutsch, Ümit Vural und Gerhard Weissgrab. (JA v. 5. 7.)

     

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