Die Weltbischofssynode zu Ehe und Familie „bestärkt die seelsorgliche Praxis, die vielerorts zur gelebten Realität in Österreich gehört".

So reagieren Österreichs Bischöfe auf ihrer herbstlichen Bischofskonferenz im Salzburger Stift Michaelbeuern auf das Ergebnis der Weltbischofssynode. Die Bischöfe sehen diese Rückenstärkung namentlich beim Umgang mit den wiederverheirateten Geschiedenen. „Es geht um den aufmerksamen, nüchternen und liebevollen Blick auf die jeweils besondere Situation, um die sorgfältige Unterscheidung und die Begleitung auf dem Weg der Teilnahme am kirchlichen Leben", heißt es in einer Erklärung. Die Synode habe im Blick auf Geschiedene „keine Generallösung" geboten, sondern setze auf den bewährten Dreischritt „hinschauen, unterscheiden, begleiten". „Maßgeblich geprägt" worden sei dieser auf Barmherzigkeit aufbauende „Weg der Begleitung", der lang vor der Frage nach der Zulassung zu den Sakramenten ansetzen müsse. Die einstimmig beschlossenen Texte der deutschsprachigen Synoden-Gruppe haben die Tür für Einzelfall-Lösungen geöffnet. Sie könnten nun „Ausgangspunkt von ortskirchlichen Konkretisierungen sein, bei denen die Verantwortung des Bischofs sowie von Bischofskonferenzen künftig mehr zum Tragen kommt". Der Synodentext habe einen „wohlwollenden Blick" auf die „noch unvollkommenen Formen des Zusammenlebens" nicht ausgeschlossen. „Denn auch außerhalb dieser vollen Verwirklichung im Ehesakrament gibt es positive Elemente und Formen von gelebter Verantwortung und Stabilität", meinen die Bischöfe. Im Hinblick auf Ehe und Familie habe die Synode „eine Sprache gefunden, die nicht verurteilt". (www.katholisch.at/aktuelles vom 13. 11. JA vom 22. 11.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Syrien alles dafür tun werde, um Frieden und Versöhnung zu fördern. Für die Christen in Syrien hat 2020 mit einer Friedensmesse begonnen. Die Kirche sei überall präsent, auch dort, wo die Sunniten bewusst alles zerstört hätten. „In Aleppo haben die Menschen die wahre Haltung der Kirche entdeckt und zwar jene der Nächstenliebe. Es geht um die Hilfe für die Armen, es geht um den Respekt gegenüber Menschen. Das ist der Dialog des Lebens. Das ist das Schöne hier, trotz des Krieges. Die Christen haben diese Berufung und zwar mit einer Dynamik der Einheit. […] Wir müssen diese Dynamik der Einheit schaffen, was viel Kraft, spiritueller Glaube und Hoffnung bedarf.“ (vn v. 3. 1.)

     

  • Der Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Münster, Clemens Leonhard, plädiert für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: In den derzeitigen Vorschriften für eine Trauung wird z. B. für ältere Leute der Hinweis auf Kinder weggelassen. Sonderregelungen im Segensgebet gibt es ebenso bei Trauungen mit Christen anderer Konfessionen oder Religionen oder sogar für Atheisten. Warum also nicht auch für Homosexuelle, wenn es nur eine Segnung ist, fragt Leonhard. Es geht ja in den Trauungstexten „um das Glück der konkreten Menschen“ und er zitiert: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander verzeihen, einander ertragen, wird deine Treue sichtbar.“ Diesen Satz könnte man doch auf „zwei Frauen oder zwei Männern“ umschreiben. Dem Wunsch der Homosexuellen nach einer Segnung gehört „nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Gerechtigkeit“ entsprochen. (Die Furche v. 2. 1.)

     

  • Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und orthodoxen Ostkirchen gratuliert. „Für sie und ihre Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden von Christus, dem Retter“, sagte er beim Mittagsgebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Er lud die Anwesenden zu einem Applaus für die ostkirchlichen Getauften ein, die ihr Weihnachtsfest am 7. Januar feiern.  (vn v. 6. 1.)

     

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