Nach der Erkenntnis des emeritierten Paderborner Neutestamentlers Hubert Fankemölle trafen die Trienter Konzilsväter 1563 ganz bewusst keine dogmatische Entscheidung über Unauflöslichkeit der Ehe.

Die Überlegung sei gewesen, "die Orientalen mit ihrer biblisch begründeten anderen Praxis nicht vor den Kopf zu stoßen". Die Vorstellung von der Unauflöslichkeit der Ehe solle die Kirche als ein von der Bibel vorgegebenes " 'paradiesisches' Ideal zwar nicht aufgeben, sich in der Praxis aber flexibler zeigen", schreibt der Neutestamentler in einem Leserbrief an die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Frankemölle begründet seien Vorstoß mit Stellen aus dem Matthäus-Evangelium sowie dem Brief des Apostels Paulus an die Korinther. In beiden Fällen ließen die Verfasser Ausnahmen von der unbedingten Gültigkeit der Ehe erkennen, ohne deswegen diese Einstellung zum Gesetz zu erheben. Das habe auch das Konzil von Trient (1545-1563) so gesehen. (Kathweb/KAP v. 15. 10.)

 

 

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