Ökumene

Der orthodoxe Erzbischof Job von Telmessos (Getcha), Ko-Vorsitzender der Dialogkommission zwischen Orthodoxen und Katholiken und Vertreter des Ökumenischen Patriarchats beim Weltkirchenrat in Genf, weist Spekulationen über das Scheitern des Dialogs zurück. Der offizielle theologische Dialog zwischen römisch-katholischer und orthodoxer Kirche ist „erfolgreich“. Im norditalienischen Kloster Bose hatte das Koordinierungskomitee Mitte November eine revidierte Fassung der Erklärung über „Primat und Synodalität im Zweiten Jahrtausend und heute“ diskutiert, im kommenden Jahr soll die Diskussion fortgesetzt werden. In seiner Stellungnahme erinnert Erzbischof Job daran, dass der 1980 begonnene „bedeutungsvolle“ bilaterale katholisch-orthodoxe Dialog einen wesentlichen Beitrag zur Klärung theologischer Dispute der Vergangenheit geleistet habe. In seinem Artikel für den Newsletter "Blogospäre“ betont er, dass der von der Kommission in Gang gesetzte theologische Dialog „erfolgreich und bedeutungsvoll“ sei. Es handle sich um eine „ernsthafte und genaue“ Arbeit, die Zeit brauche. Die Mitglieder seien kompetente Theologen und seriöse Repräsentanten der Kirchen. (pro oriente u. vn [=Vatican News] v. 2. 12.)

 

„Pro Oriente“ organisierte ein ökumenisches Großereignis im Wiener Pallotti-Haus: Unter dem Titel „Mit Hoffnung in die Zukunft - Miteinander und gemeinsames Zeugnis der Kirchen der Syrischen Tradition“ fand das 6. „Colloquium Syriacum“ der Stiftung „Pro Oriente“ statt. In Grußbotschaften zur Eröffnung des Colloquiums würdigten zahlreiche führende kirchliche Persönlichkeiten die große Bedeutung des „Syrischen Dialogs“. Kardinal Schönborn betonte die Solidarität mit den Christen der syrischen Tradition, die heute wieder durch politische Entwicklungen bedroht seien. Der irakische Kardinal Sako erinnerte in seinem Grußwort dankbar an die Förderung des „Syrischen Dialogs“ von „Pro Oriente“ durch Kardinal Franz König (1905-2004) und hob die Bedeutung der Dokumentationsbände des „Syrischen Dialogs“ hervor, die auf Arabisch übersetzt sind. Diese Bände hätten einen großen Dienst geleistet, weil sie halfen, die Kirchen der syrischen Tradition durch das Verständlichmachen von „Differenzen und Gemeinsamkeiten“ einander näher zu bringen. Der assyrische Katholikos-Patriarch Gewargis III. würdigte die „außerordentliche Arbeit“ des „Syrischen Dialogs“ in einer Zeit, in der die Kirchen der syrischen Tradition in ihren ursprünglichen Heimatländern von Verfolgung und Vertreibungen betroffen seien. Bei der Tagung in Wien sei auch deutlich geworden, dass in Zeiten angespannter inter-orthodoxer Beziehungen inoffizielle Formate für orthodox-katholischen Dialog, wie dasjenige von „Pro Oriente“, für die Fortführung und Vertiefung des Dialogs mehr denn je an Bedeutung gewinnen. So nahm an den Beratungen auch ein Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche teil. Der inoffiziellen Dialogkommission gehören sechs orthodoxe und sechs römisch-katholische Theologinnen und Theologen aus acht verschiedenen Ländern an. (JA v. 8. 12.)

 

Zusammen mit dem Weltkirchenrat (WKR) will der Heilige Stuhl in Zukunft die Solidarität mit Bedürftigen anderer Religionen bestärken. Zu diesem Zweck veranstaltete der Päpstliche Dialograt ein Treffen mit Vertretern des WKR. Das Projekt trägt den Titel: „Einer verwundeten Menschheit dienen: unterwegs zu interreligiöser Solidarität“. Das ökumenische Treffen am Sitz des päpstlichen Dialogrates sei ein Ideenfindungstreffen gewesen, heißt es in einer Aussendung der Kurienbehörde. Eingeladen waren römisch-katholische und protestantische Fachleute sowie Vertreter christlicher Wohltätigkeitswerke. (vn v. 11. 12.)

 

Die römisch-katholischen und orthodoxen Bischöfe in Deutschland wollen den Christen die Bedeutung des Kirchenjahres näherbringen. Die Gemeinsame Kommission der Deutschen und der Orthodoxen Bischofskonferenz erarbeiteten eine Gesamtausgabe ihrer Texte über das „Kirchenjahr in der Tradition des Ostens und des Westens" über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die Texte befassen sich mit dem Sonntag als dem „Urfeiertag" aller Christen, Ostern als dem Hauptfest der Kirche in Ost und West, Weihnachten sowie mit weiteren wichtigen Festen. Die Vorsitzenden der Kommission, der orthodoxe Metropolit Augoustinos und der Magdeburger Bischof Gerhard Feige, erklärten, die Publikation hebe Gemeinsamkeiten hervor und betrachte Unterschiede zwischen den Glaubenstraditionen als Bereicherung. Es gebe zahlreiche „Brücken, die der gegenseitigen Wahrnehmung und dem wechselseitigen Verständnis dienen". Augoustinos betonte, viele der beschriebenen Feste seien in beiden Traditionen verortet und würden häufig auch am gleichen Tag gefeiert. „Dies bewusst zu machen, kann dazu beitragen, dass orthodoxe und katholische Christen in Deutschland noch stärker die Gemeinschaft im Glauben erkennen und einander näherkommen". Die Gemeinsame Kommission ist ein katholisch-orthodoxes Dialogforum und kommt zweimal jährlich zusammen. (kna u. vn v. 11. 12.)

 

Ein besonderes Jubiläum feierte das Ökumene-Netzwerk „Miteinander für Europa“ in Ottmaring bei Augsburg. An dem Ort, an dem vor 20 Jahren Vertreter des Lutherischen Weltbundes und der römisch-katholischen Kirche die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ unterzeichnet hatten, kamen rund 300 Vertreter aus 55 christlichen Gemeinschaften und Freikirchen aus 25 Ländern Europas zusammen. „Ihr seid Botschafter der Versöhnung“, ermutigte bei der Feier der evangelische Bischof Christian Krause die Anwesenden. Er hatte 1999 als Präsident des Lutherischen Weltbundes das Dokument mitunterzeichnet und erinnerte als einer der Zeitzeugen an die vielen ermutigenden Schritte, die in der Ökumene seitdem getan wurden. Es brauche gerade heute – im aktuellen Klima zunehmender politischer Polarisierung – die Erfahrung der geistlichen Gemeinschaften über versöhnte Verschiedenheit. Zahlreiche ökumenische Initiativen stellten sich in kurzen Beiträgen vor. Der Moderator des Ökumene-Netzwerkes, Gerhard Proß sagte, im derzeitigen „Klima der Enttäuschung, des Verlusts an Glaubwürdigkeit der Kirchen und der ausbleibenden Aufbruchsstimmung“ liege eine große Chance darin, die positiven Erfahrungen zwischen Amt und Charisma, zwischen Kirchenleitung und charismatisch geprägten Ausdrucksformen von Glaubensleben in den Bewegungen zu bezeugen: „In Zeiten des Auseinanderdriftens und der Tendenzen zur Abgrenzung wollen wir ein prophetisches Zeichen für ein glaubwürdiges Miteinander in Europa sein“. Am Abend machte sich die Gruppe aus dem Rathaus auf den Weg in die evangelische Kirche St. Anna, in der 1999 die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ unterzeichnet worden war. Dort endete der Tag mit einem ökumenischen Gebet und einer Lichterprozession. (vn v. 11. 12.)

 

Die wechselseitige Teilnahme am Abendmahl, wie sie vom Ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und römisch-katholischer Theologen in seinem jüngsten Votum vorgeschlagen werde, stößt auf durchwegs positive Resonanz. Er habe „noch keine Fundamentalkritik“ dazu vernommen, sagte der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad bei der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Er fände es „wichtig, Konsequenzen aus dem Papier zu ziehen", das sich für eine Öffnung der konfessionellen Mahlfeiern für Christen aus der jeweils anderen Tradition ausspricht. Eine vom „Kontaktgesprächskreis" des Rates der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz eingerichtete Arbeitsgruppe solle bis zum Ökumenischen Kirchentag 2021 grundlegende Perspektiven zur Zukunft der Ökumene in Deutschland entwickeln und beschreiben, welche Freiräume ökumenischer Praxis sich daraus ergäben. Rückhalt für den „Synodalen Weg“ der römisch-katholischen Kirche in Deutschland gab es vom evangelischen Landesbischof Karl-Hinrich Manzke. „Aus evangelischer Sicht wird man mit großem Respekt sagen dürfen, dass dieser Synodale Weg in jeder Hinsicht ein fordernder und außerordentlich anspruchsvoller Aufbruch ist“, erklärte der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands. (kna u. vn v. 12. 12.)

 

Eine optimistische Sicht des Ökumenismus entwickelte der Generalsekretär des Weltkirchenrats (WKR) , Pfarrer Olav Fykse Tveit, in einem Gastvortrag am Institut für ökumenische Studien der päpstlichen „Angelicum“-Universität in Rom. Es gebe eine „christliche Hoffnung auf einen ökumenischen Frühling“. Die ökumenische Bewegung sei vital und relevant. Fykse Tveit nahm in seiner Vorlesung auf die Enzyklika Johannes Pauls II. „Ut unum sint“ Bezug, die 1995 veröffentlicht wurde. Als Papst Franziskus im Juni 2018 nach Genf zum WKR kam, sprach er nicht von Winter, sondern von seiner Hoffnung auf das Aufblühen eines neuen ökumenischen Frühlings, betonte Fykse Tvei. „Die Einheit, die wir suchen, könnte auch der Pilgerweg sein, auf dem wir gemeinsam unterwegs sind […] Wenn wir einander lieben, ringen wir darum, unsere Gemeinschaft zu vertiefen und sie real zu machen […] Die Liebe Christi wird uns helfen, mehr zu bereuen, mehr zu versöhnen, in der Gemeinschaft zu wachsen. Trotz aller Schwierigkeiten gibt es einen ökumenischen Frühling“. Tveit traf auch mit Kardinal Kurt Koch, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, zusammen. (kap u. vn v. 16. 12.)

 

In der Kapelle des Ökumenischen Zentrums in Genf, dem Sitz des Weltkirchenrats, hat am 16. Dezember ein besonderes Mittagsgebet für Frieden im Nahen Osten stattgefunden. Pater Yaqoub Mourad hat das Gebet geleitet. Er ist Prior des von IS-Terroristen zerstörten Klosters St. Elian in der syrischen Stadt Qaryatayn. An dem Gebet nahmen zahlreiche MitarbeiterInnen des Weltkirchenrats teil. In Genf sagte Pater Mourad, für ihn sei die stärkste Lehre aus seinen Erfahrungen in der fast vier-jährigen Gefangenschaft des IS die Notwendigkeit „zum Dialog mit unseren muslimischen Nachbarn“. Der Ordensmann appellierte an alle, „Instrumente des Friedens auf Erden“ zu sein. Das Friedensgebet wurde – überwiegend in arabischer Sprache - mit Hymnen und Gebeten aus verschiedenen Traditionen verbunden. Mit dem Aufruf zu Frieden in Syrien und dem Nahen Osten wurde auch die Bitte um Heilung für die vielen durch den Konflikt Leidenden verbunden. (vn v. 17. 12.)

 

In der tschechischen Hauptstadt Prag leben rund 4.000 Obdachlose, die bei Einsetzen des Frostes nicht alle in Nachtquartieren oder bei Freunden Unterkunft finden. Um sie vor dem Erfrieren zu bewahren, hat die Caritas der Erzdiözese Prag im Vorort Michle nun eine neue Notschlafstelle eingerichtet. Das Besondere: Die römisch-katholische Hilfsorganisation betreibt das Nachtasyl zusammen mit der christlichen Freikirche Heilsarmee. Die ökumenisch geführte Notschlafstelle befindet sich in einem leerstehenden Gebäude der Tschechischen Bahn. (kap v. 20. 12.)

 

Zahlreiche russisch-orthodoxe Pilger haben sich in der apulischen Hauptstadt Bari versammelt, um am Grab des heiligen Bischofs Nikolaus von Myra in der Nikolausbasilika zu beten. Das Fest des in Russland am meisten verehrten Heiligen fällt nach dem Julianischen Kalender auf den 19. Dezember. Metropolit Hilarion (Alfejew), der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, feierte in der römisch-katholischen Basilika die „Göttliche Liturgie“. Sein Wunsch sei es, dass die Beziehungen zwischen dem russischen und dem italienischen Volk und zwischen der orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche dank der Fürsprache des Heiligen ständig vertieft würden, sagte der Metropolit. Er betrachte dies als einen Impuls des Heiligen, der von „fundamentaler Bedeutung für den Dialog zwischen den Völkern wie für den ökumenischen Dialog“ sei. (pro oriente u. vn v. 20. 12.)

 

Mit einem ungewöhnlichen Brief haben sich drei Kirchenführer, darunter Papst Franziskus, an die Bürgerkriegsparteien im Südsudan gewandt. Der Vatikan veröffentlichte ein kurzes Schreiben, in dem Papst Franziskus, Erzbischof Justin Welby, der Primas der anglikanischen Weltgemeinschaft und John Chalmers, früherer Führer der presbyterianischen Kirche Schottlands, die politischen Führer des Südsudan zur Umsetzung eines Friedensabkommens drängen. Die drei Kirchenführer erklären, sie seien den politischen Führern des Südsudan in einem Moment, in dem diese sich „um eine Umsetzung des Friedensabkommens” bemühen sollten, „geistlich nahe” und beteten um ein „erneuertes Bekenntnis zum Pfad der Versöhnung und Geschwisterlichkeit”. Seit 2018 herrscht ein brüchiger Waffenstillstand. Das in Addis Abeba (Äthiopien) unterzeichnete Friedensabkommen harrt noch seiner Umsetzung. Dazu müssten die beiden Kontrahenten, Präsident Salva Kiir und sein früherer Vizepräsident Riek Machar, in einer Regierung der nationalen Einheit zusammenarbeiten. (vn v. 25. 12.)

 

In Genf, der Stadt Calvins, steht ein ökumenisches Ereignis von historischer Bedeutung bevor. Am 29. Februar wird in der Kathedrale St. Pierre erstmals seit 1535 wieder eine römisch-katholische Messe stattfinden. Zelebrant wird der römisch-katholische Bischof von Genf, Charles Morerod, sein. St. Pierre ist die Hauptkirche der Reformierten. Diese ökumenische Geste hat daher für Bischof Morerod besondere Bedeutung. Kardinal Kurt Koch, der aus der Schweiz stammende Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, bezeichnete das bevorstehende Ereignis in einer Hauptstadt des Protestantismus als großes Symbol der Einheit der Christen. Schweizer und französische Medien machten darauf aufmerksam, dass ein solcher Vorgang noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Johannes Calvin (1509-1564) wirkte 23 Jahre lang als Prediger in St. Pierre. (pro oriente u. vn v. 31. 12.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die Christinnen und Muslimas in Deutschland setzen aufs gemeinsame Tun: Zuerst wird beim Karlsruher Religionsdialog das Vaterunser gebetet, dann werden Koransuren vorgetragen, sagt Annette Bernards von der Dialoginitiative Christlich-Islamischen Gesellschaft Karlsruhe (CIGK). „Früher, da war es ganz schwierig, wie man ein gemeinsames Gebet gestaltet“, blickt Annette Bernards im Interview mit Radio Vatikan auf den Beginn der CIGK 1995 zurück. Bei den Friedensgebeten sei das jetzt anders. „Da wird das Vaterunser gebetet, das ist den Muslimen inzwischen vertraut, und wir hören die Koransuren, die gesungen werden. Das ist sehr viel unkomplizierter geworden und auch ein Stück weit mutiger auf beiden Seiten. Annette Bernards leitet gemeinsam mit der gebürtigen Tunesierin Najoua Benzarti die CIGK. Auch Benzarti, die seit 37 Jahren in Deutschland lebt, spricht über viele heute gemeinsame Selbstverständlichkeiten: Ob gemeinsam Kochen oder Fußballspielen, Konferenzen organisieren oder jährlich die städtischen Anti-Rassismus-Wochen gestalten – gemeinsames Tun gehöre heute dazu, so Benzardi: „Wir haben im Rahmen des christlich-muslimischen Dialoges hier in Karlsruhe nachhaltige Traditionen gewonnen.“ Was die Glaubenstraditionen und das Beten betrifft, geht es weder um Missionierung noch darum, die Religionen zu vermischen. Das werde bei der Gestaltung gemeinsamer Gebetsveranstaltungen deutlich. Manchmal würden auch Texte der Friedenstreffen von Assisi gesprochen, ergänzt Benzarti, „eine Bereicherung!“ Und Annette Bernards berichtet: „Es geht sehr oft um den Vergleich von Bibel und Koran, dass wir zum Beispiel Propheten aussuchen und fragen: Kommen die im Koran auch vor? Was haben die gemeinsam, was nicht. […] Auch gemeinsame Ausflüge in Moschee- oder Kirchengemeinden und in eine Synagoge werden organisiert. […] Das ist der Vorteil, dass wir offen für alle Frauen sind, egal, ob sie schiitisch oder sunnitisch, gläubig oder nicht gläubig, evangelisch oder katholisch sind.“ Bestes Beispiel dafür sind die Leiterinnen der CIGK selbst: Die Islamwissenschaftlern Benzarti studierte VWL und ist Mitglied im Migrationsbeirat in Karlsruhe für den Bereich Kultur und interreligiösen Dialog. Die CIGK bemüht sich auch um interregionale Vernetzung und ist Mitglied im Dachverband „Koordinierungsrat des christlich-islamischen Dialogs". (vn v. 2. 2.)

     

  • Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) haben ihre Gespräche über den Prozess „Gemeinsam auf dem Weg zur Erneuerung der Kirche“ fortgeführt. Bei der nächsten Sitzung wird erörtert, was genau die Anlauf- bzw. Ombudsstellen für Fragen der Gleichstellung zwischen den Geschlechtern sein und leisten sollen. Der SKF und der Frauenrat der SBK „schätzen das konstruktive Miteinander“ sowie „den spürbaren Willen, gemeinsam für Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der katholischen Kirche einzustehen“, heißt es in einer Mitteilung. Die Delegation der SBK vertraten Weihbischof Denis Theurillat sowie Marlies Höchli (Frauenrat SBK). Der SKF wurde durch Vorstandsmitglied Iva Boutellier sowie Präsidentin Simone Curau-Aepli repräsentiert. Viele Katholikinnen in der Schweiz wünschen sich Reformen in ihrer Kirche, ähnlich wie etwa in Deutschland mit seinem „Synodalen Weg“. So schlägt der SKF über die Ombudsstellen für Gleichstellungsfragen hinaus auch Quoten zur Vertretung von Frauen in kirchlichen Leitungsgremien vor. Die SBK hat der SKF vorgeschlagen, Frauen mit beratender Stimme an ihren Vollversammlungen zu beteiligen. Der SKF hat für Frauen auch neue Formen der sakramentalen Sendung für Taufe und Krankensalbung gefordert. (vn v. 3. 2.)

     

  • In der Debatte um die wechselseitige Einladung zur Eucharistie- oder Abendmahlsfeier hat die römisch-katholische Theologin Dorothea Sattler das Votum deutscher Theologen gegen die Kritik Vatikans verteidigt. Der Text des Ökumenische Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK), dessen wissenschaftliche Leiterin auf römisch-katholischer Seite sie ist, sei die Frucht jahrelanger theologischer Studien, sagte sie bei einer Online-Diskussion. Dabei habe es „Fortschritte in der theologischen Wahrnehmung" der jeweils anderen Konfession gegeben. Sie finde es „abgründig traurig", dass die vatikanische Glaubenskongregation dies nicht wertschätze. Die verbleibenden Unterschiede im Amtsverständnis der Kirchen dürften nicht länger als entscheidendes Kriterium für die Kommuniongemeinschaft gelten. Vielmehr sei es heute begründungspflichtig, "warum wir nicht gemeinsam Mahl feiern", sagte die in Münster lehrende Theologin. Auch die Göttinger evangelische Theologin Christine Axt-Piscalar bescheinigte dem ÖAK-Votum, dieses entfalte auf Basis evangelischer Grundlagentexte „sehr valide" ein Verständnis des ordinierten Amtes. Damit wandte sie sich auch gegen die Kritik des Kardinals Kurt Koch, der dem Theologenpapier mit Blick auf eine entgegenstehende Praxis in der evangelischen Kirche in Deutschland eine „mangelnde Erdung" vorgeworfen hatte. (kna u. kap v. 11. 2.)

     

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